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Beitrag The Last King of Scotland
The Last King of Scotland oder: Vom Sein ein Diktator zu sein The Last King of Scotland ist eine gelungene Mischung aus wahren Begebenheiten und Fiktion, erzählt aus der Perspektive einer fiktiven Hauptfigur, die des Dr. Garrigan. Durch seine Augen, auf Tatsachen und Augenzeugen beruhend, erfahren wir die vielen Seiten des Idi Amin, seine kumpelhaft plumpe, aber auch seine brandgefährliche, selbstüberzeugte Art, die wie bei allen Diktatoren nahe an und in den Wahnsinn übergeht. Sein Fetisch für überzogenes Auftreten in Fantasieuniformen, seine Selbstproklamation zum letzten König von Schottland, der den Engländern den Krieg erklärt und das Englische Volk mit Nahrungsmitteln unterstützen will - aber auch seine kranke Paranoia, die in allem und jedem, die ihm widersprechen, Verräter sieht, die nur mit einem Mittel auszuschalten sind: Tod! Interessanterweise setzt Regisseur Kevin McDonald, der hier seinen Filmerstling abliefert und zuvor "nur" als Dokumentarfilmer bekannt war (Touching the Void) die Story in 2.35:1 Breitwandbilder um und gibt den Auftritten des ugandischen Diktators Platz für seine magistral-epischen Auftritte, in denen er selber sich so gerne sah. Doch es ist nicht Idi Amin, der schwächelt, es ist McDonalds Portagonist, der Schotte Garrigan, der von Freundschaft und Faszination um diesen Mann geblendet, zum Mithelfer wird und selbst als es zu spät ist, noch zu lange zögert und seine Augen vor der Wahrheit verschliessen will. James McAvoy spielt dieses hin- und hergerissen Sein nicht immer überzeugend, manchmal einfach etwas zu übertrieben wuselig. Am schwächsten sind die Szenen, in denen Garrigan seine romantische Seite und diversen Affären auslebt, Szenen die den Film verlangsamen und für den Lauf der Geschichte eigentlich unnötig sind. Dagegen strahlt Forest Whitaker als Personifizierung Amins eine unglaubliche Präsenz aus, der Schauspieler geht in dieser Rolle komplett auf und wurde verdientermassen mit dem Oscar als Hauptdarsteller ausgezeichnet. Von den drei durchaus ähnlich gelagerten Filmen, Hotel Rwanda, Blood Diamond und The Last King of Scotland ist die Idi Amin-Geschichte zweifellos die eindrücklichste Verfilmung. Man sieht hinter die Kulissen eines wackeligen Machtgefüges, das auf Unterdrückung und Selbstbetrug aufgebaut ist. Uganda will den dekadenten Engländern, die Idi Amin damals die Machtübernahme ermöglichten, zeigen, dass man auf eigenen Füssen stehen kann und verfällt dabei in eigene Dekadenz, die Menschenverachtung und Selbstherrlichkeit mit sich bringt. Beeindruckend verfilmt und zum grossen Teil ganz hervorragend gespielt! Extras: Erfreulich ist die Bonussektion ausgestattet, in der zu spüren ist, wie viel den Filmemachern an diesem Stoff gelegen hat. Besonders ist auch Forest Whitakers Kritik eine Szene mit Amins zweiter Frau Kay betreffend, die so nie passiert sein soll, was er vehement vertritt. Am interessantesten ist "Catching Idi Amin", eine Mischng aus Dok und Making-Of, in dem Zeitzeugen, Archivaufnahmen und Crew Eindrücke vom Despoten wiedergeben. Bei der hier zur Rezension zur Verfügung gestellten DVD frage ich mich, ob die Kompression des Transfers bei der endgltigen DVD ebenso ausfällt? So jedenfalls ist kein Statement zur Bildqualität möglich. Warten auf die offizielle Veröffentlichung ist angesagt. |
IMO ein Wahnsinnsfilm mit grandiosen Darstellern. |


