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Beitrag 1:1 - En Til En
1:1 - En Til En oder: Unentschieden Schon oft wurden soziale Brennpunkte thematisiert, letztes Jahr beispielsweise im deutschen Film Knallhart, der das problematische Neukölln in Berlin unter die Lupe nahm. Nun können wir also auch beobachten, was in einem dänischen "Ghetto" zu und her geht. Ist das interessant? Keine Frage, 1:1 ist sehr interessant. Doch eine interessante Thematik reicht eben doch nicht ganz. Denn richtig in Fahrt kommt der dänische Film selten. Das liegt meiner Meinung daran, dass das Drehbuch keine echte Struktur hat. Somit hat der Film auch keinen Bogen. Es gibt keinen richtigen Anfang, bei dem uns die Figuren näher gebracht werden oder bei dem ein Aufbau ersichtlich wäre. Oft fragt man sich zu Beginn sogar, auf was das alles denn heraus will. Ebenso fehlt ein erzählerischer Höhepunkt. Der Film schliesst nicht richtig ab, er hört einfach auf. Auffallend ist das Fehlen einer echten Identifikationsfigur. Shadi ist zwar manchmal Protagonist, meist aber können wir uns an niemandem festklammern. 1:1 hat doch kraftvolle Szenen, die einfahren. Es gibt eine Szene im Film, bei der Tareq bei seinem Vater vor den Augen seines Bruders Shadi Tränen vergiesst. Darauf sagt der Vater: "Dein Bruder sieht dich, weine nicht.". In einem einzigen Satz wird hier die autoritäre Zurückdrängung von Gefühlen dargestellt. Hervorragend. Auch die Bilder haben eine enorme Wirkung auf den Zuschauer. Fotografisch ist das Werk nämlich top. Die Atmosphäre, das Klima der Wohnsiedlung, wurde sehr schön eingefangen, was auch der Verdienst der Schauspieler und Schauspielerinnen ist. Sogar Geräusche bekommen im Film eine gewisse Symbolik. Zerbricht im Hintergrund Glas, wenn Shadi durch seine Freundin von Pers Unglück erfährt, ist das eine Metapher für die in die Brüche gehenden Leben der beiden jungen Leute. Trotz diesen sehr guten Momenten zeigen sich aber Schwächen in der Verknüpfung der Szenen. Das hindert die Geschichte daran, flüssig zu werden. Kurz gesagt: Die meisten Szenen sind gut, aber sie stehen eben nur für sich allein und nicht in einem grossen Ganzen. Fazit: Aus 1:1 wurde ein interessanter Film, der seine schönen Momente hat, aber an einer fehlenden Struktur zerbricht. Sehr gut untermalt mit passender Musik und starken Bilder weiss der dänische Film jedoch oft zu überzeugen. Ebenfalls überzeugt die Besetzung. Wer also einen anti-hollywoodmässigen, sensiblen Film über Angst sehen will, der könnte 1:1 mögen. |
23.55 Ndr, heute abend |

