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Beitrag Letters from Iwo Jima
Letters from Iwo Jima oder: Die andere Seite des Bergs Es ist schon länger bekannt. Clint Eastwood macht auf seine alten Tage immer bessere Filme und gibt sich auch nicht mehr zufrieden, wenn er ein Projekt nach dem anderen abliefert. Nein, der Mann hat im Geschichtsbuch geblättert und präsentiert zwei Filme zum gleichen Thema. Einer (Flags of our Fathers) berichtet über die Invasion der Amerikaner am Berg Iwo Jima, der andere (Letters from Iwo Jima) beäugt die Situation aus der Sicht der Japaner, die sich im Berg verschanzt haben und ab der gewaltigen Masse der Invasoren praktisch chancenlos um ihr Leben und ihr Land kämpfen. Ausgezeichnet mit einem Oscar (der Partnerfilm bekam gar nichts) erscheint Letters from Iwo Jima im Vergleich zu Flags of our Fathers als der tiefgründigere Film der beiden. Die Personen werden zwar nicht von bekannten Darstellern gemimt (Ken Watanabe ausgenommen), hinterlassen aber tiefen Eindruck, da man viel Zeit in deren Charakter und Leben investiert hat und dem Zuschauer den Wahnsinn dieses Ereignisses näher bringen will. Und das gelingt sehr gut, denn obwohl Letters from Iwo Jima ein mehrheitlich leiser und dunkler Film ist (die Szenerie ist meist irgendwo in den vielen Gängen des Berges), ist er doch intensiver und "erwachsener" als sein Gegenüber. Als Darsteller einmal mehr erste Sahne ist Ken Watanabe. Seine Motivation, seine Liebe zum Heimatland und der absolute Wille, diesen Berg bis zum letzten Mann zu verteidigen bringt er sehr überzeugend auf den TV-Schirm. Seine Kollegen tun es ihm gleich und auch wenn ihre Gesichter für uns bald wieder vergessen sind, so bleibt die Erinnerung, dass diese Darsteller ihre Charaktere eindrucksvoll durch die ernste, dialoglastige und schlussendlich enorm brutale Geschichte führen. Was Mühe macht, ist die Machart des Films. Farbe sucht man praktisch vergebens, denn die ganze Geschichte ist in düsterer Atmosphäre gehalten und die verbleichten Bilder brauchen definitiv eine gewisse Anlaufzeit. Durch diese Technik werden auch die Szenen in den dunklen Gängen des Berges recht mühsam und man muss sich schon schön konzentrieren. Und das bei einem Kriegsfilm, der eh schon über zwei Stunden dauert und indem erst noch auf japanisch gesprochen wird.... Fazit: Letters from Iwo Jima mag auf den ersten Blick recht langezogen und nicht so actionhaltig daherkommen. Wer sich aber auf die Geschichte einlässt, die Worte aufnimmt und ein bisschen mitdenkt, wird sich einem Film gegenüber sehen, der ein ernstes Thema mit viel Seriösität aufnimmt und versucht zu erklären, warum diese Menschen damals in diesem Berg sich lieber selber ein Messer in den Bauch rammten, als sich zu ergeben. Als Special-Features ist ein interessantes Making-Of auf die DVD gepresst worden, das rückblickend eine Kombination aus geschichtlichen Fakten und Berichten über die Dreharbeiten ist. Clint Eastwood erzählt über Motivation und Schwierigkeiten der Dreharbeiten und auch diverse Beteiligte kommen zu Wort. Das ist sicherlich einen Blick wert, wenn man sich für die Thematik interessiert. Das Bild ist, wie erwähnt, recht mühsam, macht aber einen sauber transferierten Eindruck und in Sachen Ton gibts nichts zu meckern. Wenn die Schlacht losgeht, dann rappelts in den Boxen. Und das nicht zu knapp. Letters from Iwo Jima wurde in verschiedenster Ausführung auf den Markt geworfen. Die optimale Version für Fans ist sicherlich die schöne Steelbox, die den Film zusammen mit Flags of our Fathers präsentiert. |
der deutlich bessere iwo jima beitrag von eastwood! stimmungsvoller, kompakter, interessanter. |


