Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Das Fräulein
Das Fräulein oder: Drei Damen von der Kantine Ein goldener Leopard, das wissen wir im Rückblick der vergangenen Locarnofestivals, verheisst fast nie grosses Kino, wobei ich unter grossem Kino eine gute Mischung aus Drehbuch, Regie, Schauspieler und Machart verstehe. Gerade in letzterem Punkt und der gewollt pseudorealistischen Stilistik kann Das Fräulein ganz und gar nicht überzeugen und irgendwie schreit der Film förmlich danach: ja, ich bin ein Frauenfilm. Und das ist das Problem aller Filme, die sich selber in eine Ecke drängen, sei es schwarzes Kino von Schwarzen, schwule Filme von Schwulen etc. Man kratzt ein bisschen an seiner eigenen Oberfläche und pinselt gross Autorenfilm quer drüber mit dem Attribut der Besonderheit, des Speziellseins. Das macht sich intellektuell einfach gut und zieht das geneigte Studiofilmpublikum meist in Scharen in die kleinen Säle. Nichts gegen dieses eigenwillige Publikum, aber deren Offenheit für Filmkunst ist etwa gleich gross wie die der knallharten Knallbummblutschmier-Gemeinde. Beides Extremisten des Kinos eben...! Aber genug um den heissen Brei gelabert, sonst mach ich mir mit der Review noch unnötig mehr Feinde als sonst schon. Das Fräulein hat hübsche Ansätze, irgendwie als Mischung zwischen Chocolat und gemeinem Auswandererfilm konzipiert, ganz nett gespielt (aber wirklich, wirklich nicht mehr), kurz und knapp gehalten und zum Glück nicht moralisierend. Aber wie schon oben erwähnt, optisch ist das Ganze bieder umgesetzt, als wolle man den Stempel, "Achtung, ich bin Filmautorin und nicht Regisseurin" möglichst prominent in Szene setzen (sorry fürs Wortspiel). Nein, ich kann die vielen tollen Kritiken nicht nachvollziehen, die vielbeschriebene Vielschichtigkeit der Geschichte verliert sich in Belanglosigkeiten und Vorhersehbarkeiten. Das Das Fräulein ist zu wenig besonders - und das auf der ganzen Linie. Extras: Es gibt sogar ein wenig Bonusmaterial, das ist aber ehrlicherweise nicht sonderlich interessant. Das Bild ist gewollt in kühlen Farben gehalten und wird so auch recht gut wiedergegeben. Die Schärfe und der Kontrast sind im Normbereich und schlagen weder nach unten oer oben besonders aus. Als Tonspur spielt sich nur im Frontbereich ab und ist auch als Originalkinoversion enthalten, die zwischen Mundart, Deutsch und "jugoslawisch" (man verzeihe mir die Verallgemeinerung) abwechselt. |
Gestern die DVD gesehen. Der Film war ziemlich langweilig. Es kommt kaum Spannung oder Kompassion für die Hauptdarsteller auf. |

