Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag A Scanner Darkly
A Scanner Darkly oder: Über Scanner und Gescannte Wer sich etwas mit Sci-Fi Kino beschäftigt, ist sicher schon mal über den Namen Philip K. Dick gestolpert. Der Erfolgsautor lieferte unter anderem die Romanvorlagen für Blade Runner, Total Recall und eben auch A Scanner Darkly. Im Gegensatz zu Klassikern wie Blade Runner ist A Scanner Darkly jedoch in der nahen Zukunft angesiedelt. So sucht man verfallene Grossstädte oder Kriegswüsten vergebens. Dafür haben sie es geschafft, mit nur wenigen futuristischen Elementen eine glaubhafte Vision der Zukunft zu erschaffen. . Wie schon in Filmen wie Sin City oder Renaissance wurde A Scanner Darkly zuerst mit den echten Darstellern gedreht und anschliessend mit einer speziellen Software so verfremdet, dass der ganze Film gezeichnet aussieht. Dies hat seine Vorteile, nur so kann zum Beispiel der Schutzanzug der Undercoveragenten glaubhaft dargestellt werden, der ständig Form und Aussehen ändert. Nachteile liegen darin, dass die Gesichter der Figuren oft überscharf und aufgesetzt erscheinen, während der Rest in Unschärfe versinkt. Dies erhöht die Gewöhnungsphase im Gegensatz zu Renaissance erheblich und kann auch einfach als Bildstörung für Kopfschmerzen sorgen. A Scanner Darkly an sich ist kein einfacher und auch eher ein eher ruhiger Film, wer also einen packenden Thriller erwartet, wird enttäuscht sein. Er ist primär dialoglastig und je länger der Film geht, desto schwerer ist es, Realität und Fiktion auseinander zu halten. Vieles bleibt unerklärt oder wird nur nebenbei erwähnt, was dem Zuschauer hohe Aufmerksamkeit abverlangt, denn wer abdriftet oder einen Link verpasst, wird den Anschluss verlieren. So muss man sich zwangsläufig mit den endlosen Diskussionen über eine offene Tür abgeben und mit einem Undercoverpolizist, der selber nicht mehr weiss, wer er wirklich ist. Ist A Scanner Darkly also ein schlechter Film? Nein bei weitem nicht. Obwohl die Handlung mehr und mehr verworren wird, haben sie sich wirklich bemüht, eine glaubhafte Welt zu kreieren, wo gekonnt Zukunftselemente mit realen Elementen vereint werden. Auch wenn A Scanner Darkly streckenweise wohl eher für Verwirrung als für Begeisterung sorgen wird, erhält man dafür einen Schluss, den man kaum erwarten kann der und auch einen positiven Eindruck hinterlässt. Fazit: A Scanner Darkly fügt sich in die Reihe der Filme ein, die absichtlich einen Comiclook verpasst bekamen, ist aber im Vergleich zu den anderen kaum für ein breites Publikum geeignet. Zu speziell ist der Aufbau und zu konstruiert ist die Story. Wer sich jedoch darauf einlässt, bekommt einen interessanten Film mit witzigen Dialogen und einem gelungenen, unerwarteten Ende. Gleichzeitig gibt es aber auch einige Trockenstrecken und einen verwirrenden Handlungsaufbau. Die DVD bietet den Film in einer hohen Qualität und schmälert den Filmgenuss kaum mit irgendwelchem Schnee oder anderen Bildstörungen. Für den Ton gilt das gleiche. Scharf und klar kommt er aus den Boxen, dass es nur so eine Freude ist. Das Bonusmaterial beschränkt sich auf den obligatorischen Audiokommentar und zwei Dokumentationen. Die eine gibt Eindrücke von den Dreharbeiten und Interviews mit den Schauspielern und Informationen wie es zu dieser Adaption gekommen ist. Die zweite beschäftigt sich mit der Post Produktion. Recht informativ aber auch recht oberflächlich. |
Unbedingt Abspann ansehen. [Editiert von Dwight (Sin City) am 2007-06-10 17:48:28] |
Ein echt packender Film. Spoiler zum Lesen Text markieren
Den Film mit dieser speziallen Art zu "filmen" ist für mich die beste Idee. So hat man selber das Gefühl, neben der wirren Handlung, nie zu wissen was gerade läuft, als wäre man auf Drogen. |
Zitat Dwight (Sin City) (2007-06-10 17:47:28)
ja, das hat mich auch schockiert. hast du gewusst das die liste sogar gekürzt wurde? bei a scanner darkly gefällt mir vor allem das hin und her von realität und fiktion, das durch die machart noch verstärkt wird. auch wenn der film sehr dialoglastig ist und volle aufmerksamkeit verlangt; langweilig wird er nie. genial sind die junkies barris, freck und luckman (wenn man genial zu junkies sagen darf...). ihre absurden diskussionen und kleinen streitereien Spoiler zum Lesen Text markieren
sind zum totlachen. trotz erheiternder momente stimmt der film schlussendlich nachdenklich und macht den einen oder anderen vielleicht sogar traurig. von mir gibts jedenfalls volle punktzahl für diesen aussergewöhnlichen, packenden film. |
ein verstörender film. optisch ein meisterwerk, sieht absolut faszinierend aus und passt zu der drogen-szenerie wie die faust aufs auge, sozusagen. super cast, ich finds immer wieder gut, mal wieder was von der kleinen kleptomanin zu sehen, das passiert leider zu selten. leider ist der film anfangs etwas gar wirr und baut nicht gerade viel spannung auf, deshalb kanns auch keine höhere wertung geben. die letzte viertelstunde jedoch ist dann aber wieder brilliant. |
Anfänglich interessant, verlaufen sich die Story und die Dialoge mit zunehmender Spieldauer enorm, so dass es gegen Ende recht mühsam wird, dem Ganzen noch zu folgen und vor allem, folgen zu WOLLEN. Der Twist am Schluss war nett und Downey schwankt zwischen Nerv und Brillianz. Aber trotz der netten Machart ists keine Konkurrenz für Renaissance. |
Zitat muri (2007-07-02 06:38:33)
In welcher Hinsicht? |
Zitat Dwight (Sin City) (2007-07-02 08:20:29)
Im Gesamtpaket (Story, Machart, Unterhaltung, Spannung, etc) gefällt mir Renaissance besser. Die beiden Filme werden ja, weil sie beide nicht grad der gängigen Filmnorm entsprechen, des öfteren verglichen. |
Zitat muri (2007-07-02 08:26:03)
Da kannst du ja gerade 300 mit Sin City vergleichen, aber ich verstehe was du meinst. |
Super Streifen mehr gibts nicht zu sagen! Zur Optik, das ganze gabs doch schon mal in einem Episodenstreifen mit Ethan Hawke und Julie Delpy der vor einigen Monaten mal in Delikatessenprogramm von SF2 kam, weiss jemand per Zufall noch wie der hiess? |
Zitat Chemic (2007-07-20 10:12:01)
"waking life", auch von richard linklater |
wirklich ein, wie ich finde gelungener film. mal davon abgesehen, dass ich Philip K. Dicks geschichten sowieso liebe, hat mich dieser film begeistert. ich hab ihn in berlin gesehen mit 3 anderen, denen er nciht so gefallen hat, aber es is genau so wie db es geschrieben hat, wenn man sich auf den film einlässt ist er echt gut. |
Sorry aber der Film ist einfach nur langweilig. |
Zitat cinefan2001 (2007-11-06 07:49:03)
Ju Scanner Darkly schlägt aber in eine ganz andere Richtung. Beim Las Vegas Trip (denn ich übrigens phänomenal finde) handelt es sich ja fast um einen Pro-Drogen Film! |

