Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Flushed Away
Flushed Away oder: Da wird man ja ganz rattig! Überraschendes tat sich Ende letzten Jahres an den Kinokassen. Die mit Spannung erwartete und sauglatte Geschichte der Hausratte Roddy in Flushed Away floppte. Nicht mal die Hälfte der Entstehungskosten wurden eingespielt und das hatte Einfluss auf die Zusammenarbeit der Aardman-Studios und demjenigen von Dreamworks. Denn anstatt künftig weitere Filmprojekte gemeinsam in Angriff zu nehmen, trennte man sich schon nach kurzer Zeit wieder. So schnell kanns gehen. Dabei muss sich Flushed Away keinesfalls hinter Kollegen wie Shrek oder Madagascar verstecken. Im Gegenteil. Der englische Humor, die herrlichen Akzente und die tollen Stimmen machen aus dem Film ein kleines Meisterwerk. Herrlich, wenn zum Beispiel Roddy-Sprecher Hugh Jackman ein "Wolverine"-Kostüm in die Kamera hält (den er ja bei den X-Men bekanntlich spielt) oder Ian McKellen seine Monologe in bester Lord of the Rings 1-Manier hält. Das ist einfach nur genial. Die Story mag zugegebenermassen nicht neu sein und man darf sich von Anfang an auf ein versöhnliches Ende freuen, jedoch ist der Weg dahin urkomisch und verdammt lustig. Wenn sich die französische Bad-Guy-Kröte sich über die Engländer lustig macht oder "Le Frog" (cool: Jean Reno) als Spezialagent mit hochstehendem Kragen daherkommt, dann sprüht der Witz und die Szenen sind vollgepackt von Slapstick, Wortwitz und herrlich englischem Humor. Auch, dass im imaginären WM-Finale England zur Halbzeit gegen Deutschland 4:1 führt und schlussendlich die Deutschen das Ding im Elfmeterschiessen gewinnen, ist einen riesigen Lacher wert. Das alles zeugt von augenzwinkerndem Humor der Macher, die mit den Singschnecken noch einen drauf zu setzen vermochten. Die Viecher sind omnipräsent, bewegen sich gegen Ende des Films jedoch nah an der erträglichen Schmerzgrenze. Aber lustig sind sie eigentlich meistens. Fazit: Flushed Away mag zwar an den Kinokassen Tauchgang erlitten haben, wurde da aber unter Wert verkauft. Wer sich die Sache im Original anschaut, kriegt nicht nur herrlichstes British-Englisch zu hören, sondern wird sich ab den Wortwitzen kringelig lachen. Dazu gibts einen coolen Song von Billy Idol auf die Ohren. Wie es sich für einen Animationsfilm gehört, platzt die DVD fast aus allen Nähten vor lauter Extras. Einen lustigen Audiokommentar kann man ebenso anwählen, wie ein kleiner Bericht über die orchestrale Musik des Films. Interessant wird es dann, wenn wir den Cast treffen. Also alle bekannten Sprecher der Figuren, die über ihre Charaktere plaudern und denen man beim synchronisieren über die Schulter gucken darf. Wer die Songs aus den anderen Dreamworksfilmen (Madagascar, Shrek und Co.) nochmals hören will, der hat bei der Jukebox die Möglichkeit dazu. Das Highlight ist aber ganz klar die Sektion der Singschnecken, die in kurzen Musikvideos ihre fetzigen Stimmen zum Besten geben. Ebenso gibts ein paar Spiele mit den Schleimern. Und wenn das nicht der Schneckenaction genug wäre, haben die Verantwortlichen der DVD-Ausstattung grad noch ein paar Extras mehr auf die Disc gepresst. Die Songs des Films anhören? Kein Problem. Zusätzliche Spiele? Immer her damit. Lernen wie man die Haupt-Ratte zeichnet? Bitte sehr. Alles vorhanden. Den Vogel schiesst man aber ab, wenn nach Anleitung eine Singschnecke eigenhändig gebastelt wird. Also, Knetmasse parat halten und ein bisschen Fingerspitzengefühl. Und schon ist die Schnecke fast parat. Alle die verschiedenen Menüs werden durch lustig animierte Sequenzen präsentiert. Da springen die Figuren ins Klo oder Geheimfrosch "Le Frog" zeigt uns den Weg mittels Wegweiser. Und auch der vorbeihuschende Pantomimen-Frosch darf nicht fehlen. Der Dolby Surround-Sound fetzt glasklar aus den Boxen und lässt die herrlichen Akzente sauber in die gute Stube rein. Ebenso gelungen ist die bildliche Umsetzung, die keinerlei Probleme bietet. |
Flushed Away oder: (Fast) Zum wegspülen... Naja, von den Aardman Studios hätte ich wesentlich mehr erwartet als dieses relativ lieblose "Herumgeblödel". Die Ratten sind nicht gut gezeichnet, da retten die "Slugs" und die Frösche noch einiges. Aber trotzdem: Nichts, was man nicht schon tausendmal gesehen hätte. Ausser die singenden "Slugs" vielleicht. (die sind herrlich! Ich lache nur schon wieder, wenn ich mich an ihre Don't Worry Be Happy oder die Mr. Lonely Version erinnere! Das ging mir bei Flushed Away allgemein so: Es geht einfach alles zu schnell. Nach 10 Minuten ist die Ratte schon flushed away, ohne dass sie irgendwie interessant vorgestellt wurde oder dass man sich auch nur eine Spur für diese interessieren würde. Bei Dreamworks ist dies nichts Neues, bei den Aardman Studios schon. Da hätten die Jungs ruhig ein wenig bei Pixar abschauen können. Der Vergleich zu Ratatouille muss natürlich auch noch kommen. Und lustigerweise gibt es eine ziemlich identische Szene, in beiden Filmen werden die Ratten nämlich vom Leitungswasser mitgerissen. Hier sieht man nur schon den qualitativen Unterschied der Animationen: Während bei Ratatouille auf jeden einzelnen Wassertropfen geachtet wurde, ist hier das animierte Wasser einfach nur eine durchsichtige Masse. (übertrieben gesagt) Es sind diese Kleinigkeiten, die, wie ich finde, zu lieblos behandelt wurden. Sehr gut sind dafür die Stimmen. Zwar wirken Hugh Jackman und Kate Winslet neben den restlichen Sprechern etwas blass, doch diese "restlichen Sprecher" haben es in sich! Ian McKellen liefert hier die beste Arbeit ab, was wohl an seiner Bühnen Erfahrung liegt. (Im Theater muss man eben auch gut sprechen können Alles in allem aber trotzdem ein nur durchschnittlicher Animationsfilm, da die Geschichte vorraussehbar und die Hauptcharakteren uninteressant sind und ausserdem zu offensichtlich eine Pointe die nächste jagen will. Ohne die Stimmen wäre der Film gleich kompletter Müll. [Editiert von henker am 2007-11-17 14:27:36] |
Zitat henker (2007-11-16 23:35:58)
[Editiert von El Chupanebrey am 2007-11-17 13:19:52] |
Zitat El Chupanebrey (2007-11-17 13:12:18)
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Mal abgesehen davon dass das ganze Trickfilmgenre hier gnadenlos überbewertet wird frag ich mich was an diesem so viel schlechter gewesen sein soll? |
Ich fand Flushed Away ganz witzig. Klar, die ganzen "Roddy bekommt eins zwischen die Beine"-Gags werden mit der Zeit etwas mühsam, dafür liefern Jean Reno und Ian McKellen herrliche Szenen und auch die für Aardman typische Absurdität kommt schön zum Zug. Auch wunderbar fand ich die diversen Filmanspielungen sowie der britische Humor (Ich sage nur "England Lose on Penalties" [Editiert von El Chupanebrey am 2010-07-06 10:01:18] |


