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Persepolis oder: Iron Maiden im Iran


Basierend auf ihrem eigenen vierbändigen Comic bringt Marjane Satrapi zusammen mit Co-Regisseur Vincent Paronnaud eine sehr persönlich gefärbte Geschichte des Irans ins Kino. Die intellektuelle und lebenslustige Iranerin schafft dabei den Spagat von unterhaltendendem Frauenschicksal und bitterbösem Politfilm. All dies in einem über weite Teile in schwarz-weiss gehaltenem Trickfilm.

Die regimekritischen Sequenzen erinnert an Art Spiegelmans Meistercomic Maus, die liebevolle und lehrreiche Beziehung zwischen Marjane und ihre Grossmutter an die La Boum-Reihe. Sehr lustig ist Marjanes Zeit in Österreich, wo sie den Punk entdeckt, nach dem sie schon im fundamentalistischen Teheran, "Iron Maiden"-Tapes wie illegale Drogen beim Schwarzhändler kaufen musste. Die erste (unglückliche) Liebe, pubertäre Körperveränderungen und die schreckliche Erlebnisse mit dem debilen Hund der Schlummermutter lockern den Film auf, der auch die Drastik im der islamischen Republik zeigt, und es deshalb schwer haben wird, im Iran überhaupt gezeigt zu werden. Ein Instant-Klassiker ist die Szene mit dem "Eye of the Tiger"-Thema aus Rocky 3.

Persepolis ist mutig, traurig, erhellend, lustig und in seiner Form als einfacher Animationsfilm universell einsetzbar. Nicht auszudenken, was aus dem Stoff geworden wäre, wenn man ihn wirklich mit Jennifer Lopez und Brad Pitt als Eltern verfilmt hätte, wie man das der Autorin im Vorfeld angeboten hat. Die Geschichte braucht keine detailgetreuste Animation. Es herrscht schwarzweise Zweckmässigkeit. Durch die Schlichtheit der gezeichneten Gesichter, wird die Botschaft nur verstärkt. In der französischen Originalfassung übernehmen Catherine Deneuve, Chiara Mastroianni und Danielle Darrieux die Stimmen. Noch nicht klar ist, wer für die deutsche Version sprechen wird.

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rm's Wertung: 5 Sterne

Schlicht und einfach genial! Perfektes Pacing, toller Zeichenstil und wunderbare Abwechslung zwischen Witz und Ernst, denn trotz der politischen wie auch persönlichen Tragik drückt der Film niemals auf die Tränendrüse, sondern ist eig. weitgehend zum Totlachen komisch. Sicher nicht nur für Comic-Fans einer der Must-See-Movies dieses Jahres.

pps' Wertung: 6.0 Sterne

Zitat rm (2007-05-27 02:43:00)

Persepolis oder: Iron Maiden im Iran

"Iran Maiden" also...:d

Habe den Film gestern gesehen - er hat den hohen Erwartungen standgehalten. Ein Film, der es schafft, ein ernstes Thema mit solcher Leichtigkeit und Raffinesse rüberzubringen, verdient die Bestnote. Bin nachhaltig beeindruckt...

Nicht auszudenken, was aus dem Stoff geworden wäre, wenn man ihn wirklich mit Jennifer Lopez und Brad Pitt als Eltern verfilmt hätte, wie man das der Autorin im Vorfeld angeboten hat.

Uuuuuäääääh, bloss nicht!!!

[Editiert von ebe am 2007-10-20 14:55:22]

ebe's Wertung: 6.0 Sterne

ich war schon vom comic-buch fasziniert und durfte mir den film nicht entgehen lassen. selten so viele emotionen auf einmal gehabt. die einfachheit des zeichnungsstils steht den figuren und der geschichte alles andere als schlecht. es ist vielmehr eine wohltat fürs auge. schade, dass man die untertiel nicht immer gut lesen konnte in diesem s/w-kontrast.

[Editiert von lafrecciablu am 2007-10-22 13:10:04]

lafrecciablu's Wertung: 6.0 Sterne

Eine sehr tragische Geschichte, die noch heute abspielen könnte, witzig verpackt und sehr gut gezeichnet. Die Zeichnungen sind besser als in den Comics "Persepolis". Die Geschichte wurde sehr gut gekürtzt(insgesamt 2 Bücher vorhanden) und man merkt einfach, dass der Film sehr liebevoll und mit Mühe gemacht wurde. Es wird nie der Moralfinger gezeigt, sondern man zeigt, wie es wirklich ist. Sehr witzig, tragisch, gut gemacht und nur gegen den Schluss geht ein bisschen die Luft raus, doch trotzdem ist der Film ein Muss.

fearing is believing's Wertung: 5.0 Sterne

zuerst Skepsis : kann man einen schwarz-weissen Zeichentrickfilm (oder wie man das nennen will) 90 Minuten lang ertragen - gääähn ? Und ob man kann ! Tragik, Politkritik, Witz, Ironie in perfekter Mischung in einem genialen Film von unglaublich hoher Kadenz. Schwarze Themen, wenn komisch gezeigt, werden noch schwärzer - das kennen wir doch schon - Dr. Strangelove beispielsweise ...oder so

Heil Hinkel !

haza1's Wertung: 6.0 Sterne

...übrigens...

...für diejenigen, welche das vielleicht interessiert noch ein Link zum dazugehörigen Hintergrundsartikel...


http://www.dasmagazin.ch/index.php/Teheran_ist_%C3%BCberall


..ich finde, die Lektüre lohnt sich ....

haza1's Wertung: 6.0 Sterne


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