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Beitrag The Prestige

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The Prestige oder: Hokus Pokus Fidibus


Regisseur Christopher Nolan kennt man nicht erst seit dem gelungenen Neustart von Gothams Flattermann in Batman begins, sondern auch seine früheren Werke Memento oder (vor allem) Insomnia sprechen eine deutliche Sprache. Zusammen mit seinen Batman-Kumpels Christian Bale und Michael Caine nahm er sich nun eines Romans des bekannten SF-Autors Christopher Priest an und brachte Anfang des Jahres The Prestige ins Kino. Ein Film, in dem man gnadenlos an der Nase herumgeführt wird und der, wie jeder anständige Zaubertrick, immer wieder neue Fragen aufwirft.

Die Story der beiden kollegialen Zauberer, die sich durch tragische Umstände entzweien und zu tödlichen Konkurrenten werden, wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt. Das mag auf den ersten Blick ein bisschen verwirren, fügt sich aber am Schluss hervorragend zusammen und lässt manch anfänglich unlogisch scheinende Szene (und von denen gibts schon ein paar) mit einem grossen "AHA"-Effekt erklären.

Auf der Suche nach dem grössten Zaubertrick, den die Welt je gesehen hat, spielen The Machinist und Van Helsing ihre Verbissenheit optimal aus. Der eine ist der bessere Magier (Bale), der andere der perfekte Showman (Jackman). Beide haben im Hintergrund Erfinder und Erbauer diverser Geräte, welche die Zuschauer im Saal verblüffen sollen. Hier glänzt (einmal mehr) Michael Caine als "Gewissen" des Films, auf den man besser gehört hätte. Fürs Auge darf auch noch Scarlett Johansson über die Leinwand hüpfen, jedoch geht sie gegen die Kollegen ziemlich unter.

Es gibt immer wieder Filme, aus denen wird man nicht schlau. Immer wenn man das Gefühl hat, die Geschichte und die Begebenheiten auf der Leinwand durchschaut zu haben, macht die Story einen Twist und das ganze, sorgfältig aufgebaute "Logikhaus" fällt in sich zusammen. The Prestige spielt mit diesen Erwartungen und lässt den Zuschauer mitdenken. Die Bösewicht-Rolle wird praktisch alle 15 Minuten einer anderen Figur in die Schuhe geschoben und man weiss zwischendurch echt nicht mehr, was jetzt real und was Magie ist. Eben, halt wie ein richtiger Zaubertrick.

Fazit: Im Kino schon ein Hammer, geht das Vergnügen nun auf DVD weiter. The Prestige ist ein Knaller des intelligenten Kinos, der sich von einem Portrait zweier Zauberer und deren Tricks und Kniffs in einen magischen Thriller verwandelt, der eigentlich alles hat, was es braucht, um die Leute zu faszinieren und die Blicke auf dem TV-Schirm zu halten. Aber wie sagt doch jeder Zauberer so schön: Wenn man es versteht, das Publikum richtig abzulenken, ist auch der grösste Zaubertrick ein Kinderspiel. Grandios!

Im "Directors Notebook" kriegen wir diverse Filmchen über die Ausstattung der Figuren und der Sets, sowie Kostüme und die Arbeit hinter den Kulissen. Vielfach wurden mehrere Kameras benutzt, so dass die Schauspieler gar nicht wussten, ob sie jetzt gefilmt wurden oder nicht. Die Zaubertricks werden unter die Lupe genommen und auch die kleinen Details erhalten Erwähnung. Viele dieser Szenen sind aus der Perspektive einer anderen Kamera gefilmt worden. Das macht einen sehr interessanten Eindruck. Nikolas Tesla (der Echte) bekommt ebenfalls ein kleines Feature. Vier verschiedene Postergalerien und der originale Trailer runden das interessante Angebot an Extras ab.

Über Sound und Bild kann ebenfalls nicht geklagt werden. Die dunklen Szenen sind deutlich und klar und wenn der Sound so richtig durch die Boxen dröhnt und die Dramatik ihren Höhepunkt erreicht, dann kommt auch der Klang ohne Rauschen oder Schwächen. Toll

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muri's Wertung: 6 Sterne

einen 6er gebe ich dem film sicher nicht, dazu ist die ganze sache zu schnell aufgelöst. aber ganz klar, stark gespielt und wirklich gelungen inszeniert.

pb's Wertung: 5.0 Sterne

Auch ich gebe keine 6, aber "The Prestige" ist dennoch ein hervorragendes Filmvergnügen. Die Ausstattung allein ist schon genial, dazu kommen aber noch die crème de la crème der momentan interessantesten Schauspielern und eine wunderschön konstruierte Story. Nolan hat schon mit Insomnia, Batman Begins und seinem bislang besten Film Memento bewiesen, dass er einer der aussergewöhnlichsten Jungregisseure unserer Zeit ist.

Ich bewundere seine Puzzle-Methode, er zeigt den Film meist nicht chronologisch (bestes Beispiel ist Memento), sondern da ein Stück und da eines, so dass sich am Schluss alles wunderbar zusammenfügt.

Zitat Markus

Was hätte gemacht werden müssen um den Film grossartig zu machen?

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Die Katzen-/Zylinder-Szene hätte man dort schneiden sollen, wo Angier das Katzengeschrei hört. Es wäre dann nämlich NICHT klar, dass die Maschine eine Klon/Beamer ist
Ausserdem: Fellon's Gesicht nicht so oft von nahem zeigen.


Nun, besser kann man's nicht sagen. Von mir gibt es deswegen auch einen Stern Abzug.

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Überraschender fand ich hingegen die Sache mit dem Twin-Brother. Dabei wird es so offensichtlich aufgetischt in der Szene, wo der Junge merkt, dass Bale den Vogel getötet hat und ihm nacher nur "the brother" zeigt. Die selbe Szene sehen wir dann quasi am Schluss nochmals, einfach mit Bale statt dem Vogel.

Super hätte ich noch gefunden wenn Nolan stärker angedeutet hätte, dass der Film schliesslich aus den "three Acts" (The Pledge, The Turn, The Prestige) eines Zaubertricks besteht. Dies hätte zum Beispiel in Form von Titeln geschehen können.

Fazit: Für alle Zaubertrick-Fans wie mich wird hier beste Mitdenk-Unterhaltung geboten. Immer spannend und exzellent gemacht. Anschauen!


[Editiert von henker am 2007-10-21 11:36:01]

psg's Wertung: 5.0 Sterne

Wirklich guter Film mit einem doch unerwarteten Ende. Sowohl von Bale wie auch von Jackman sehr gut gespielt. Der Film könnte etwas mehr Humor vertragen und zwischendurch wird doch ein wenig zu viel gezeigt, so dass der eine oder andere Zuschauer bereits vor dem grossen Finale erahnen könnte was passiert. Aber sonst, wirklich ein top Film.

Die DVD ist von der Qualität her sehr gut ausgestattet. Das Bild ist auch bei dunklen Szenen stets sehr gut zu erkennen und das 5.1 wird zwar nie voll ausgenutzt aber die Sprachen sind sehr verständlich. Die Boni sind auch ganz gut. Alles in allem eine gute DVD!

daw's Wertung: 5.0 Sterne

Da kann ich mich muri wirklich nur anschliessen. Schade, dass ich den Streifen im Kino verpasst habe!

The Prestige

Die Gute Nachricht: Nach einem Abstecher in die Gefilde des Blockbuster-Mainstreams mit "Batman Begins" tut sich Christopher Nolan wieder mit seinem Bruder Jonathan zusammen und kehrt dorthin zurück, wo er einer der besten ist, nämlich in das intelligente Erzählkino. Die schlechte Nachricht: Hm ja. Was ist die schlechte Nachricht? Es gibt keine. Höchstens, dass wir Nolan-Lieblings Christian Bale schon in besseren Rollen gesehen haben (3:10 to Yuma), aber schlecht ist er deshalb noch lange nicht. Und Hugh Jackman würde man auch nicht als wirklich grossartigen Schauspieler bezeichnen. Egal. Die beiden passen hervorragend in die Rollen der rivalisierenden Magier, sind effektiv in Szene gesetzt und für die ganz hohen Schauspielanforderungen haben wir ja Michael Caine in der Nebenrolle.
Möglicherweise hätte es in diesem Film auch gar keinen Platz gehabt für grossartige, leinwandfüllende Darstellerleistungen, denn hier steht die Geschichte im Zentrum. Und was für eine! Die Nolan-Brüder beweisen sich endgültig als die wahrscheinlich besten Drehbuchautoren der Gegenwart neben Paul Haggis, Tarantino und den Coens. Sie holen alles, aber wirklich alles aus dem Stoff heraus, das es da herauszuholen gibt. So wird die Geschichte auf mindestens drei Zeitebenen erzählt, dazu chaotisch verschachtelt und verschwommen, mit unzähligen Wendungen, sodass sie zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise vorhersehbar ist, aber ohne das Ganze aus dem Auge zu verlieren, sondern flüssig und kontinuierlich spannend. Verflucht spannend. Das ist es schliesslich, was die Menschen schon immer fasziniert hat, was zeitlose Bewunderung schafft: Eine richtig gut erzählte Geschichte. So simpel und doch knifflig ist das Erfolgsrezept von "The Prestige". Da braucht man nur noch gute Schauspieler und eine so moderne wie klassiche Inszenierung, welche Beleuchtung, Kostüme, Szenenbild und Kameraführung optimal verbindet, und fertig ist ein schlicht faszinierender Film.

Eine weitere gute Nachricht ist, wie bei Memento, dass hinter all dem auch noch ein faszinierender Gedanke steckt. Denn wenn Michael Caine gleich zu Beginn die drei Akte eines Zaubertricks erklärt - The Pledge, The Turn, The Prestige - dann ist das natürlich ein elementarer Bestandteil der Handlung, da es die nächsten zwei Stunden schliesslich um Magier und ihre Tricks geht, aber auch eine Beschreibung des Filmes an sich. Der Film ist ein Zaubertrick. Nicht nur dieser Film, sondern das Medium Film. Nolan überträgt die Trick der Romanvorlage auf die Leinwand und zeigt, was uns seit jeher am Kino im Kern so fasziniert, und zelebriert es gleichzeitig in genialen Art und Weise: Die Illusion. Wir wollen gar nicht wissen, wie der Trick funktioniert. Wir wollen glauben, sei es auch nur für zwei Stunden, dass das Unmögliche möglich ist.

"The Prestige" ist zeitloses Erzählkino, kombiniert mit geschickt gewählten Schauspielern, klassischer Ausstattung und einem perfekten Drehbuch. Ein Film, den man nach dem ersten Mal noch lange nicht gesehen hat. Kinomagie pur.

5.5 Sterne

jon's Wertung: 6.0 Sterne

Wäre ein ansich brauchbarer Film gewesen ohne die idiotische Tesla-Episode und der damit verbundenen Lösung. Lässt mir heute noch die Nackenhaare hochstehen ...

euros' Wertung: 3.0 Sterne

Was soll daran bitte idiotisch sein? Der Wettstreit zwischen Edison und Tesla ist eine historische Tatsache, und

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die mysteriöse, nicht erklärte Duplizier-Maschiene

genau der Trick des Filmes.

jon's Wertung: 6.0 Sterne

Halte weder etwas von Kindermeinungen noch von Verschwörungstheorien.
Wenn du etwas Plan von der Sache hast, dann erklär mal weshalb Edison, zumindest in der EU, trotzdem Recht behalten könnte.

euros' Wertung: 3.0 Sterne

The Prestige ist sicher ein stark gespielter und raffinierter Film, der mir aber schlussendlich etwas gar zu verworren ist. Klar, das ist Nolans Stil - man merkt auch ganz genau, dass hier der Batman-Regisseur am Werk war - aber am Ende wurde ich das Gefühl nicht los, dass man das auch etwas einfacher hätte machen können, ohne auf die Spannung verzichten zu müssen. Dennoch hat mir der Film gut gefallen und das Ende ist sowieso super.

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Bei Teslas Dupliziermaschine musste ich mir kurz die Augen reiben. Sie ist zwar der Geschichte dienlich, nimmt ihr aber einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit.

Ausführliche Kritik

[Editiert von El Chupanebrey am 2009-02-19 18:40:42]

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne

Normalerweise muss ich sagen, ist es nicht ein Film, der mich vom Genre direkt ansprechen würde. Ich bin auch wirklich nicht sonderlich gut im Schreiben von Rezessionen, weil ich es eigentllich viel zu selten mache, aber dieser Film hat eine Rezession verdient.

Aufmerksam bin ich darauf geworden, als meine Mutter die DVD auf den Tisch gelegt hatte und ich den Text auf der Rückseite las. Gut, Wetteifern ist nichts neues, aber die Mischung mit Magie hat das ganze interessant genug erscheinen lassen. Und trotz meiner sehr kurzen Aufmerksamkeitsspanne (ich stehe gerne mal mitten im Film auf und mache was anderes), habe ich den Film bis zum Ende gesehen. Einfach nur um herauszufinden, was es damit auf sich hat, was das Geheimnis hinter den Zaubertricks ist.

Es hat sich gelohnt, definitiv! Natürlich ist die Erfindung einer solchen Maschine nicht logisch. Aber es handelt sich immer noch um die Verfilmung eines SF-Buchs. Wer die Maschine als grund nimmt, den Film zu zerpflücken, der hat den Film an sich nicht verstanden (so meine Meinung). Auch als Freund der Naturwissenschaften und Logik kann man den Film geniesen.

Ich werde ihn mir sicherlich nochmal ansehen, auch wenn ich jetzt natürlich schon die groben Züge des Filmes kenne. Vielleicht findet sich noch Neues, was untendeckt an mir vorbeigegangen ist....

Schönes Stück~ *weiterempfehlen kann*

Schattenkoboldin's Wertung: 5.0 Sterne


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