Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Sicko
Sicko oder: Das könnte ein bisschen wehtun. Sicko sorgte für grossen Wirbel am sechzigsten Festival de Cannes. Dieses Mal ausser Konkurrenz, war es wieder einmal schwierig, überhaupt einen Platz in einer der vier Vorstellungen zu bekommen. Moore lässt wie immer keine Haar gerade an dem amerikanischen System, und als er in Frankreich mit einer Clique dort lebenden Amerikanern diskutiert, welche ihm das französiche Gesundheitssystem erklären, bleibt ihm, wenn auch ein bisschen gespielt, im wahrsten Sinne des Wortes die Kinnlade hängen. Doch so Ernst das Thema auch sein mag, ein bisschen Humor muss auch sein. Dieser ist leicht verstreut über den ganzen Streifen zu finden, und so kann mindestens der nicht-amerikanische Zuschauer mit einem Lächeln aus dem Saal treten. Kein Lächeln beschert Michael Moore momentan jedoch die amerikanische Regierung, denn er ist wegen Verletzung des Embargos zu Kuba angeklagt, was in den Staaten mit Gefängnis bestraft wird. Produktionsmaterial und die Prints wurden auf jeden Fall wegen potentieller Beschlagnahmeaktionen aus dem Land geschafft. Sicko hält sich generell an das von Moore bewährte Schema. Opfer des Systems treten vor die Kamera und erzählen ihre Geschichte, teils unter Tränen. Diese Schicksale versucht er anhand von Hintergrundinformationen zu generalisieren, um danach herauszufinden, warum es in andern Ländern besser klappt, und in Amerika nicht. Ein Novum ist allerdings die komplette Abwesenheit von Aussagen der Gegenseite, welche wie in Bowling for Columbine und Fahrenheit 911 eine herrlich unfreiwillig ironische Geschmacksnote beisteuerten. Es gibt also keine Statements von Krankenkassen und nur eine klitzekleine Archivaufnahme eines Arztes, der für die Abweisungen von Zahlungen an Patienten verantwortlich war. Wahrscheinlich ist der Name Michael Moore inzwischen auch ein Handycap, welches es nicht mehr so einfach macht, naive und unvorbereitete Antworten wie bei Bowling for Columbine zu bekommen. Zusammenfassend kann man sagen, dass Sicko eine unterhaltsame Dokumentation ist, welche viele den Kinosaal kopfschüttelnd und froh, nicht in Amerika krank so werden, verlassen lässt. |
Unterhaltend ja, ansonsten jedoch stümperhaft falsch recherchiert, banal an den Mann gebracht und voll von amerikanischer Dumpfsinnigkeit. Harte Wahrheit: Fehlanzeige. Als wäre die Düsternis im amerikanischen Gesundheitssystem etwas Neues. [Editiert von Soraly am 2007-08-29 18:12:26] |
Zitat Soraly (2007-08-29 18:11:54)
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Zitat henker (2007-08-29 19:12:37)
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Was ist der Unterschied zwischen einer Meinung und einer Meinung mit Link? |
Zitat Soraly (2007-08-29 19:33:41)
[Editiert von El Chupanebrey am 2007-08-29 20:29:11] |
Zitat Soraly (2007-08-29 18:11:54)
nun ja, für die fox-"informierte" tv-nation usa vermutlich schon... |
War wieder ein Heidenspass, dem Dicken über die Schulter zu gucken. Ich gebs zu, ich kenn das Gesundheitssystem der USA nicht und bin sicher, dass der Herr Moore auch hier wieder reichlich übertreibt und sich die Wahrheit so zusammenschneidet, dass es provoziert. Nichts desto Trotz, es war herrliche Unterhaltung, gepaar mit Kopfschütteln meinerseits und natürlich genial, wenn Michael Moore nach Europa geht und dort erfährt, dass es in Krankenhäusern ein extra Fenster gibt, an dem die Patienten sogar noch Geld ausbezahlt kriegen, nachdem sie noch nicht mal die Arztkosten zahlen müssen... |
Der Typ geht mir langsam auf den Sack. Ich meine der Inhalt ist teilweise wirklich lächerlich. In Frankreich besteht so ein grosses Sozialsystem, dass es das Land gar nicht mehr bezahlen kann, was heisst dies nun weiter? andere Generation müssen einmal unsere Schulden welche wir auf ihre Kosten verursacht haben bezahlen! Ist das fair? Das ist mehr das Motto aus dem Auge aus dem Sinn! |
dass moore ein rosinenpicker ist und sich die fakten mehr als nur zurechtlegt lässt sich nicht übersehen - einige szenen aus früheren dokus sollen zb. komplett erfunden oder aus dem zusammenhang gegriffen sein. dass er aber, wenn er das us-gesundheitssystem anprangert, nur die positiven sachen der "guten" systeme zeigt, ist noch eingermassen verständlich. das amerkanische health care system IST schlecht, das war leider auch schon vor moore bekannt. jeder der als touri in die usa reist, tut gut daran, sich zünftig versichern zu lassen. |
Ich weiss nicht, ob es klug von mir war, Sicko schauen zu gehen. Ich habe nämlich weder Bowling for Columbine, noch Fahrenheit 9/11 gesehen, also waren mir Michael Moore-Filme bisher unbekannt. Ich ging also ins Kino und was ich dort sah war eine witzige Abrechnung mit dem amerikanischen Gesundheitswesen. Bitterböse, zynisch, ironisch, alles, was mir an Humor gefällt. Was soll ich sagen? Was gibt es bei Dokumentationen zu kritisieren? Die schauspielerlische Leistung muss nicht berücksichtigt werden, Drehbuch auch nicht... Ich kann den Film also nur aus dem Bauch raus bewerten. Ich habe bei einigen Szenen Tränen gelacht (z.B. die Star Wars-Anspielung oder Sprüche wie "We just want the same treatment like the one you give Al Qaida-terrorists!" oder "It was enough to put away my freedom fries") und bei einigen einfach nur den Kopf geschüttelt.
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mir hat am besten die aussage gefallen: "haltet das volk dumm und arm". und das sind die amis. lassen sich von der regierung, der army, der waffenlobby, dem gesundheitsamt und mit hilfe der tv stationen unterdrücken und wissen es nicht einmal. was bei denen seit jahrzenten schief läft wird einfach akzeptiert. denn sie haben ja die freiheit gepachtet! alles ist gut und das schlechte ist auch gut. bis es einen persönlich betrifft. mir machen die filme von MM immer wieder spass. egal ob es nun 100% stimmt oder dazu erfunden wurde. falsch liegt er auf jeden fall nicht. und er weiss das auch. das beste beispiel sind wohl die 12000 dollar an den betreiber der anti-michael moore webseite!! einfach nur geil! |
Wie immer schockierend und sehr aufschlussreich. Manchmal glaubt man wirklich, es sei reine Propaganda, aber ich glaub es nicht. Moore's Humor ist mal wieder extrem witzig, aber kann das nüchterne Gefühl, dass man am ende des Films hat, nicht wieder gut machen. Ich denke auch nicht, dass er übertreibt. Und wenn, dann nur um seinen Standpunkt zu verdeutlichen. Und das gelingt. Lügen tischt er uns aber nicht auf. |
Zitat CodyMaverick (2007-10-20 07:39:52)
Zitat gargamel
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Der Film ist wie seine Vorgänger schon eindrücklich. Vor allem als UHU auf der Chirurgie kann man die Absurditäten des US-Gesundheitswesens nachvollziehen und ist plötzlich doch froh, dass man sich in der Schweiz zu Tode krüppelt, wo wenigstens alle gleich behandelt werden und die Zusatzversicherungen versagen... Als Kanadier muss ich auch als Plus erachten, dass wir in Moores Filmen immer gut weg kommen. |

