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Ploy oder: Menschen im Hotel

Man muss wohl ein bisschen Fan von Pen-ek Ratanaruang sein, um Ploy wirklich geniessen zu können. Die Story ist schemenhaft, ohne richtiges Ende und mäandriert irgendwo zwischen Realität und Illusion. Mordfantasien, die bereits in Tat umgesetzt scheinen, erweisen sich zum Beispiel nach kurzer Zeit als Traum. Ratanuang selber ernannte an der Pressekonferenz in Cannes kurzerhand das Hotelgebäude, in dem der Film spielt, zum Hauptdarsteller. Das erklärt die scheinbar zusammenhanglosen Sexszenen, welche die eigentliche Handlung immer wieder unterbrechen, und wohl nur für verzweifelte Laura Gemser-Fans wirklich von Interesse sind.

Nicht nur dort beweist Ratanaruang aber wiederum sein Flair für ansprechende Bildkompositionen und schöne Frauen. Egal wenn man mal nur eine halbe Minute lange Beine im Bild hat, nett anzusehen ist das beim Thailänder immer - trotz abrupter Schnitte, Songs via iPod auf der Tonspur und einer Musicaleinlage. Unter den Schauspielern befinden sich zwei Models, ein Thai-Soapsuperstar, welche nach der Babypause ihren ersten Film dreht, und ein Mann mit dem für deutsche Ohren witzig klingenden Vornamen Pornwut, der im richtigen Leben Manager bei Coca-Cola ist, und wohl nie wieder vor eine Kamera stehen wird. Sie alle erfüllen vor allem ihre einzige Pflicht, in gediegenen Räumen dekorativ zu bleiben.

Wer gut aufpasst, entdeckt auch Links zum früheren Meisterwerk Last Life in the Universe (Der Name Noi taucht auf und die Nachttischlämpchen haben ein Echsenmotiv). Ganz an den Film aus den Jahre 2001 kommt Ploy aber nicht heran. Besser als Ratanaruangs letzter Invisible Waves ist er aber allemal.

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rm's Wertung: 4.5 Sterne


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