Forum Movies - Reviews: Kino

Beitrag Zodiac

» Zum letzten Beitrag springen

Zodiac oder: Post vom Killer


David Fincher braucht man nicht mehr vorzustellen. Seit damals die News in der Redaktion einging, wurde gegrübelt, sich gefreut und philosophiert, ob denn Zodiac ächt so meisterhaft wie Se7en werden könnte. Oder kultig wie Fight Club?

Eins vorneweg. Der Film dauert 158 Minuten und erfordert vom Zuschauer nicht nur die vollste Aufmerksamkeit, sondern auch eine gehörige Portion Sitzfleisch. Es wird nicht gerannt, geschossen oder in die Luft gejagt. Es wird ermittelt, geredet, diskutiert und ans Licht gebracht. Denn der Regisseur wollte keinen Actionfilm über einen Serienkiller machen, sondern die Tatsachen von damals (die er am Rand persönlich miterlebt hat) dokumentieren und aufgrund eines Buches des im Film überzeugend von Jake Gyllenhaal dargestellten Robert Graysmith eine Aufarbeitung der Taten von damals in die Kinos bringen. Und das ist ihm eindrücklich gelungen.

Der Film beginnt mit einer brutalen Szene. Dem Mord an einem jungen Pärchen, das sich eigentlich mit sich selber beschäftigen wollte. Danach folgen weitere Tötungen, verzwickte Briefe und ahnungslose Kriminalbeamte, die versuchen, aus den vielen Puzzleteilen etwas zu kombinieren. Je länger der Film dauert, desto verbissener werden die Charaktere. Obwohl sie regelmässig Verdächtige präsentieren, findet sich immer irgendetwas, das nicht zu passen scheint. Viele Personen müssen wieder laufen gelassen werden und die porträtierten Figuren verzweifeln immer mehr. Und mit ihnen auch der Zuschauer. Denn sobald man sicher ist, dass der Täter jetzt gefunden wurde, darf man davon ausgehen, dass der Film wieder eine Wendung nimmt und der Fall offen bleibt.

Einen eindrucksvollen Cast hat Regisseur David Fincher für seine Geschichtsstunde an Land gezogen. Allen voran natürlich Jake Gyllenhaal als anfangs belächelter aber am Schluss einzig weiter ermittelnder Mann, dessen Besessenheit für diesen Fall ihn seine Familie kostet. Überraschend ist die Performance von "Rom-Com"-Spezialist Mark Ruffalo (Rumor has it, Just like Heaven), der hier mit schöner Gesichtsbehaarung und immer auf der Suche nach Crackers einen Cop gibt, der an seine psychischen Grenzen kommt und mehr als einmal frustriert das Handtuch zu schmeissen scheint.

Der dritte im Bunde ist Robert Downey Jr.. Immer einen sarkastischen Spruch auf den Lippen, richtet er sich durch seine Faszination des Falles selbst zu Grund. Eine beeindruckende Leistung. Von den vielen bekannt besetzten Nebenrollen (Brian Cox, Elias Koteas oder Top Gun-Veteran Anthony Edwards) ganz zu schweigen. Und sogar Chloe Sevigny macht einen guten Eindruck.

David Fincher ist mit Zodiac ein fesselnder und zeitweise erschreckender Schauspielerfilm gelungen, der sich von seinen bisherigen Arbeiten unterscheidet und demjenigen, der bereit ist, diesen Ermittlungen fast drei Stunden lang zu folgen, einen Film bietet, den er nicht so schnell vergessen wird.

Fazit: Mit einer ausführliche(re)n Review zu Zodiac könnte man Bücher füllen. Es gibt so viele Details, die im Nachhinein absolut fesselnd und genial sind. Soviele Schauspieler, die ihre Rollen hervorragend meistern. Ausserdem bietet der Film auf dem Heimweg jede Menge Diskussionsstoff. Denn die Tatsache, dass dieser Fall in den verschiedenen Countys der Gegend von San Francisco noch immer als ungelöst gilt, lässt doch reichlich Platz für Spekulationen.

» Die komplette Filmkritik lesen

muri's Wertung: 5.5 Sterne

Zu diesem Thema wurden insgesamt 27 Beiträge geschrieben.
Um die Übersicht zu verbessern sind ältere Beiträge eingeklappt und versteckt.

Hier klicken um alle Beiträge anzuzeigen.

kanns nur nochmal posten!

********************************************************************************

Hab Zodiac in NY genossen. Endlich wiedermal ein "echter" Krimi!

Ich kann mich nicht genau erinnern, aber der Film dauerte so um die 160 min und bietet neben genialen Schauspielern auch eine packende Handlung.

Was mir besonders gefallen hat, ist wie jeweils unterschiedliche Karaktere die Hauptrolle übernehmen. Ein Augenschmaus war die visuelle Adaption zu all den Klassikern.

Freut euch! Kinostart ist der 31.05.2007

6 von 6 Sternen!

[Editiert von - R - am 2007-05-22 22:07:11]

- R -'s Wertung: 6.0 Sterne

Ich hab den Film genossen und hätte gerne eine noch längere Version gesehen, da ich immer das Gefühl hatte, dass jeder Charakter und jeder Hinweis ein wenig mehr Zeit benötigen würde.

Gerade deshalb war ich so verwundert, als ich von den meisten Leuten im Kino nur ein simples "langweilig" als Reaktion bekam. :(

matree's Wertung: 5.0 Sterne

Cooler Film! Bei uns sind einige Leute während der Vorstellung gegangen, kann ich jedoch überhaupt nicht verstehen. Ich fand den Film wirklich sehr gut inszeniert und gespielt. Man kann die vielen verschiedenen Ereignisse und Spuren sehr gut nachvollziehen, und auch die "Sprünge" in der Chronologie lösen keine Verständnisprobleme aus. Es wird tatsächlich sehr viel geredet, aber die Infos werden eigentlich immer so gut präsentiert, dass man den weitläufigen Untersuchungen stets folgen kann. Ich bekam echt Lust, wie Gyllenhaals Charakter in die Bibliothek zu gehen und mehr über den Fall zu lesen ;)

Man darf auf jedenfall keinen Serienkillerfilm wie "Se7en" oder ähnliches erwarten. Der Film handelt zwar von einem Serienmörder, aber gerade weil das Ganze weitgehend analytisch und nicht wie ein Thriller aufgebaut ist (sogar die Ausschnitte aus "Dirty Harry" waren Clint-Eastwood-los und eher kopflastig), ist er so gelungen. Was aber nicht heisst, dass keine Spannung aufkommt - als Gyllenhaals Charakter im Keller ist, wirds beispielsweise wirklich unheimlich! Habe mich jedenfalls keine Sekunde gelangweilt. Aber Chloë Sevigny hat trotzdem genervt x(

pps' Wertung: 5.0 Sterne

Angesichts der Tatsache, dass es nicht ein Film für das breite Publikum ist, war ich schon verwundert, das z.B. das Maxxx den Film laufen lässt. Kann mir gut vorstellen, dass du die "Kinoverlasser" in dem besagten Kino erlebt hast ...

- R -'s Wertung: 6.0 Sterne

Ich finde das es dem Film nie an Spannung fehlt. Wie schon gesagt habe viele Leute ihn als langweillig eingestuft. Aber der Zuschauer wird immer wieder hin und her gerissen. Einmal ist überzeugt das es dieser war, dann ändert sich die ganze Sache wieder.

[Editiert von Micholos am 2007-06-02 12:03:24]

Micholos' Wertung: 5.0 Sterne

Er war über weite Strecken, trotz des Inhalts, überraschend lustig.
Die Schauspieler überzeugen, dass es ein Genuss ist, ihnen zuzuschauen.
Nach der Pause hatte er einige längen, um plötzlich wieder spannend zu werden.
Fincher baut auch immer wieder nette Kamera-Effekte mit ein...da freu ich mich immer wieder drauf.
War wirklich gelungen.

cinefan2001's Wertung: 4.0 Sterne

..achja, war das nicht herrlich, der "old School" Polizei-Arbeit ohne diese CSI-Gadgets "wir können aus einem unscharfen schwarz-weiss-Foto ein gestochen scharfes Detail-Farbfoto machen" zuzuschauen?

[Editiert von cinefan2001 am 2007-06-04 08:00:42]

cinefan2001's Wertung: 4.0 Sterne

Hier klicken, um diesen und alle nachfolgenden Beiträge aufzuklappen

Mich hat der Film nur mässig unterhalten. Die erste Stunde war noch recht interessant und spannend, leider flaute die Handlung dann aber ab und ich hab mich sogar ein wenig gelangweilt.
Alles in allem gehr der Film einfach zu lang. Die Story in knapp 2 Std. wäre sicher auch möglich gewesen...

umbro's Wertung: 3.0 Sterne

Hier klicken, um diesen und alle nachfolgenden Beiträge aufzuklappen

Mich hat der Film nie auch nur im geringsten gelangweilt und mir fiel überhaupt nicht auf, dass "Zodiac" eine solch lange Spielzeit hat. Ich fand im Gegenteil sogar, dass der eine oder andere Charakter noch ein wenig mehr "Screentime" gebraucht hätte umd seine Person noch besser zu vertiefen.

thatssno's Wertung: 5.0 Sterne

Hier klicken, um diesen und alle nachfolgenden Beiträge aufzuklappen

"Zodiac" ist leichter zu hassen, als zu lieben, ist leichter zu verdammen, als in den Himmel zu heben. Der abwechslungsreiche Ausflug in Recherchegefilde dokumentiert berauschend ein akkurates, unlösbares Verfahren. Unzähliges windet sich auf an Mäkeln, die Details, die nicht so ganz zu passen vermögen und mehr als positive Mittel hervorstechen können. Genau versucht Fincher den Täter aufzurollen, doch Genauigkeit mündete seit jeher bei ihm in Perfektion, jene die "Zodiac" nach der Hälfte abhanden geht.

Für die ganze Kritik: http://cereality.wordpress.com/2007/06/05/kritik-zodiac-die-spur-des-killers/

Soraly's Wertung: 4.0 Sterne

Hier klicken, um diesen und alle nachfolgenden Beiträge aufzuklappen

wie kann man diesem Film 0 sterne geben o_O sowas gehört verbannt! :d

- R -'s Wertung: 6.0 Sterne

Hier klicken, um diesen und alle nachfolgenden Beiträge aufzuklappen

Zitat - R - (2007-06-05 17:41:26)

wie kann man diesem Film 0 sterne geben o_O sowas gehört verbannt! :d

Dafür Jackass 2 das Maximum. Ich glaub, das sagt alles.

muri's Wertung: 5.0 Sterne

Hier klicken, um diesen und alle nachfolgenden Beiträge aufzuklappen

Zodiac - gut geklaut und trotzdem versaut...

Was erwartet man von einem Film den es bereits mehrere Male gegeben hat und schon bei der letzten Verfilmung langweilig und öde war? Genau, recht wenig und genau das hat David Fincher mit seiner Version von Zodiac auch geliefert.

Neben viel mässig interessantem Gequatsche und fassungslosem Starren auf irgendwelche Briefe, werden einige 1:1 kopierte, unspektakuläre Mordsequenzen geboten und ein Hauptdarsteller, der wie ein geprügelter Hund durch die Szenen humpelt. Yep genau, Hobby-Pfadfinder Jake Gyllenhaal ist gemeint, der den besessenen Comiczeichner mit seinem benebelten Blick eher ins peinliche zieht als wirklich überzeugt.

Wie auch immer, schliesslich hat man sich durch viel zu lange 158 Minuten gekämpft und erhält nach einer trägen Verfolgungsjagd eines unsichtbaren Mörders einen Abschluss, der etwa so befriedigend ist, wie ein gespielter Orgasmus. Klingt lasch, hat aber was, doch es ist auch schwer ein Finale zu bieten, wenn der reale Killer ebenfalls nicht geschnappt wurde.

Fazit: Trotz David Fincher, der schon einiges gutes abgeliefert hat, bleibt Zodiac ein überlanges Filmchen, das trotz wohl authentischen Fakten und teilweise durchaus sehr guten Schauspielern mich kaum gepackt hat. Wer einen wirklich guten Serienkiller-Streifen haben will, soll sich an Se7en halten, dort ist das ganze zwar erfunden, aber wenigstens spannend.

db's Wertung: 3.0 Sterne

se7en und zodiac spielen meiner meinung nach in zwei unterschiedlichen genres. das eine ein thriller, das andere ein klassischer krimi.

wenn der film einem nicht von anfang an packt, versteh ich auch, dass er durchaus seine längen haben kann. für mich verging die zeit im fluge ...

auch bei jake gyllenhaal's schauspielerischer leistung bin ich anderer meinung. er scheint mir auf die rolle des verträumten pfadfinders zugeschnitten zu sein.

Dafür Jackass 2 das Maximum. Ich glaub, das sagt alles.


ok, keine fragen mehr ... :i

- R -'s Wertung: 6.0 Sterne

!

[Editiert von pixelina am 2007-06-06 18:32:50]

pixelina's Wertung: 0.0 Sterne

Zitat db (2007-06-05 21:16:27)

der etwa so befriedigend ist, wie ein gespielter Orgasmus.


als ob du das bemerken würdest... :d

gargamel's Wertung: Noch nicht bewertet

Zitat gargamel (2007-06-06 12:27:09)
Zitat db (2007-06-05 21:16:27)

der etwa so befriedigend ist, wie ein gespielter Orgasmus.


als ob du das bemerken würdest... :d


;) höhö Schlingel... geht nur ums Prinzip

db's Wertung: 3.0 Sterne

Der Film ist viiiiiiel zu lang und noch vor der Pause fand ich den Film gut, er war spannend und die Mordszenen sehr nervenzerrend. Sobald aber der Satz kam "ç jahre später..." wurde de rFIulm nur noch lahm, langsam und die Story wiederholte sich immer wieder, mal ist einer der Mörder, dann der andere, dann wieder der erste etc. Mit der Zeit ist dies nur noch nervend. Ausserdem hat die Independent Schauspilerin eine so derart dumme Rolle erhalten, dass es richtig schade ist ür sie und für den Zuschauer. Ausserdem wird Jake Gyllenhall als Robert auch nie älter(äusserlich) und shcliesslich nach 6 Jahren sieht er noch genauso aus wie am Anfang. Bei Brokeback Mountain hatte man die Alterung von Jake noch viel viel besser gemacht. Der Film hebt sich von den Hollywood Thrillern ab aber trotzdem kann er die Erwartungen nicht erfüllen und belibt eher ein lahmer Film. Trotzdem spielt Jake sehr gut, doch der Journalsit am Anfang erinnerte mcih doch stark an Jack Sparrow.

fearing is believing's Wertung: 3.0 Sterne

Zitat pixelina (2007-06-06 12:02:02)

Dieser Film ist totaler schrott!

hast du auch gründe für deine doch etwas krasse bewertung?

- R -'s Wertung: 6.0 Sterne

ich fand den film klasse. mir doch egal, ob jake nach 6 jahren im film noch genau so alt aussieht. gibt es da eine regel? nach 5 jahren ein paar weisse strähnchen, oder ein schnurrbart? ;-)

die tolle taxi-fahrten aus der vogelschau werde ich sicher nicht so schnell vergessen, wie auch die grauenhafte pärchen-mordszene nicht.

mich hat's gepackt. und langeweile kam bei mir nie auf. gute schauspieler, feine farben, schreckliche mode.

lafrecciablu's Wertung: 5.0 Sterne

Folgender Bericht bezieht sich weniger auf den Film an sich als auf die Ideen, die er vermittelt.

Nach Verlassen des Kinos war ich erst einmal ein wenig enttäuscht. Aus denke ich nachvollziehbaren Gründen hatte ich von einem "David Fincher"-Film etwas anderes erwartet. Erst nach einem Tag Bedenkzeit wurde mir klar, was für einen Meisterstreich Fincher mit "Zodiac" in Wahrheit gelandet hat. Der Film passt 100 prozentig in das Fincher-Schema á la "Fight Club". Warum? Weil wie in Fight Club, so auch in Zodiac die Gewichtigkeit des "Unfassbaren" die tragende Rolle spielt. Mit "Unfassbar" meine ich mehrere Dinge; Unterbewusstsein, Unklarheit, Unsicherheit, Ausweglosigkeit, Falschheit und die vergebliche Suche nach Beweisen. Besonders die Beweise sind es, die in Zodiac aussschlaggebend sind, denn es gibt sie einfach nicht. Nur Indizien. Und die reichen bekanntlich nicht aus um Klarheit oder gar ein neues Beweusstsein zu schaffen.

Zodiac ist ein Thriller. Allerdings ein Thriller, der auf eine sehr subtile und dadurch umso direktere Weise den heutigen Zeitgeist widerspiegelt. Wir haben das "Böse" und das "Gute". Doch was bedeutet das? Das Böse wird durch den Charakter "Zodiac" personifiziert. Man weiss nicht, wer er ist, warum er so ist und welche Ziele er verfolgt. Wir wissen nur, dass er da ist. Er ist da draussen und treibt sein Unwesen. Er könnte überall sein. Man ist nirgendwo sicher, denn er könnte jederzeit und überall zuschlagen. Zudem berichtet er von seiner Bosheit. In Zeitungen und in der Öffentlichkeit wird er publik gemacht. Es wird über ihn geredet, es werden Vorstellungen ausgetauscht, die Öffentlichkeit schürt das Feuer der Angst und treibt sich selbst in den Wahnsinn. Niemand weiss etwas Genaues aber alle glauben, ihre guten Gründe zu haben. "Unbewiesene" Gründe.
Erinnert dieser Sachverhalt nicht doch stark an unsere heutige "Angstgesellschaft". Die Dinge, die uns im TV, in Zeitungen und von anderen Menschen berichtet werden, sind die Dinge, an die wir glauben. Denn wenn es die ganze Welt beschäftigt, muss doch etwas dran sein, oder?
Nehmen wir den 11. September zum Beispiel. Eine schreckliche Sache. Jeder kennt die Bilder, jeder kann sich in den Schrecken und den Terror dieses schicksalhaften Ereignisses hineinversetzen, obwohl die wenigsten wirklich da waren. Daran ist auch nichts falsch. Allerdings sind es die Konsequenzen dieser Angst, die mehr als bedenklich sind. Denn womit füttern uns die Medien seit jenem Tag? Mit Schreckgespenstern á la Bin Laden, Sadam Hussein, Terrorangriffe, Terrordrohungen, Selbstmordattentäter und Krieg. Das sind natürlich alles Dinge, deren Boshaftigkeit durchaus ausser Frage stehen aber welche Relationen haben diese Dinge, welche Konsequenzen für unser Bewusstsein und unser Leben? Aus Angst resultiert das Verlangen nach Sicherheit. Und derjenige, der vor Terror und Bin Laden sicher sein will muss jemanden unterstützen, der diese Dinge bekämpft. Dieser Jemand nennt sich allgemein Staat. Arbeiten, nach Hause kommen, zu Abend essen, mit seiner Freundin schlafen und ein bisschen Fernsehen um bloss nicht zu vergessen, wie sicher man vor all den bösen Dingen ist.

Wer ist "Zodiac"? Schon mal mit dem Gedanken gespielt, dass Zodiac ein Schreckgespenst der Medien ist? Dass irgendein maskierter Typ erfunden wurde, dem man sämtliche unaufgeklärten Morde anhängen kann? Ein äusserst wirkungsvolles Mittel um die Gesellschaft vor Angst in den Wahnsinn zu treiben. Denn es wäre doch fatal, wenn der Anschein aufkäme, es gäbe keine bösen maskierten Verrückten mehr da draussen.
Und genauso wie niemand sicher weiss, wer wirklich hinter dem 11. September steckt, wer wirklich John F Kennedy oder Bobby Kennedy ermordet hat (oder noch viel wichtiger, mit welchen Hintergründen), so weiss auch niemand wirklich, welche Morde der gefürchtete "Zodiac" in Wahrheit begangen hat. Es wird zwar viel berichtet, viel getuschelt, viel gemunkelt und wiederum viel vergessen aber beweisen kann niemand etwas.

Was geschieht nun, wenn es jemanden gibt, der der Sache auf den Grund gehen möchte. Jemand, der von dem Rätsel-Raten genug hat und endlich Beweise haben will. Jemand, der sich nicht länger drittklassige Fernsehreportagen ansehen will oder keinen Wert mehr darauf legt, was sogenannte "Experten" zu sagen haben. Jemand wie du und ich. Ein kleiner Möchtegern-Spion.
Dieser Jemand, der eigentlich am ehesten dazu taugt, glaubhaft und authentisch zu sein, wird keine Unterstützung erwarten können. Er wird ganz klar von der Gesellschaft ausgestossen werden. Und um eins klarzustellen: Diese Menschen sind die wahren Helden! Aber obwohl sie völlig frei und unabhängig sein können, haben sie nicht die Möglichkeiten, die der Staat hat. Die Polizei darf nicht mit normalen Bürgern zusammenarbeiten. Das hat natürlich seine Gründe, denn Sicherheit hat höchste Priorität. Dem Staat liegt natürlich viel an seinen Bürgern und er schleicht sich in jede erdenkliche Lücke unseres Lebens ein. Wir Bürger dagegen müssen uns aus allem raushalten, was mit der staatlichen Ordnung zu tun hat. Diesen gewichtigen Umstand hat mit der Film "Zodiac" aufs Neue aufgezeigt.

Der nun aber wichtigste Punkt dieses Films bezieht sich meiner Meinung nach auf die Unmöglichkeit der "Anklage". "Zodiac", der Killer, kann nicht angeklagt werden, da die Beweise fehlen. Indizien gibt es genug. Aber ohne Beweise kann ein Massenmörder nicht hinter Gitter gebracht werden. Indizien reichen nun mal nicht aus.
Erinnert dieser Umstand nicht stark an die Verbrechen grosser Staatsoberhäupter? Niemand kann einen direkten Zusammenhang zwischen Bin Laden und dem 11. September herstellen. Niemand kann einen direkten Zusammenhang zwischen der amerikanischen Regierung und dem 11. September herstellen. Niemand kann einen Zusammenhang zwischen dem Aids-Virus und dem Pentagon herstellen. Gerüchte gibt es allerdings genug, sowie Indizien. Beweise gibt es keine.

Der Zusammenhang zwischen "Zodiac - Die Spur des Killers" und unserem heutigen Leben ist die Tatsache, dass wir an Dinge glauben, ohne wirklich sicher sein zu können. Dass wir Dinge hassen, verurteilen, an den Pranger stellen und schlecht machen obwohl wir die Schuld nicht beweisen können.

"Zodiac - Die Spur des Killers" hat mir bewiesen, dass nichts, woran wir glauben, belegt werden kann. Somit ist alles, was wir glauben, durch unseren Willen und unsere menschliche Überzeugung bestimmt und durch nichts anderes.
Ein tiefsinniger Film, auch ohne Beweise.

Cupid's Wertung: 5.0 Sterne

Guter Film, auch wenn ich von David Fincher etwas mehr Drive erwartet hätte. Der Film kommt bisschen langsam in die Gänge und ist egrade in der ersten Stunde sehr trocken erzählt. Mir persönlich gefiel der Film erst richtig als Garysmith anfängt zu rechechieren, da bekommt der Film die nötige Spannung, es wird langsam bedrohlich und die Fincher-typische unangehneme Stimmung beginnt! Einfach Klasse. Gespielt ist das ganze souverän. Habe aber im Anbetracht der Castliste auch gar nichts anderes erwartet. Speziell ist aber einmal mehr Downey Jr. als investigativer Säufer, solche Rolle stehen diesem Typen einfach. Ansonsten gibts etliche bekannte Gesichter vorallem aus TV-Serien. Optisch ist der Film sowieso eine Augenweide, die 60/70 sind cool umgesetzt und kleine optische Schmankerl wie die angesprochene Taxifahrt oder auch der Zeitraffer-Aufbau der San Francisco Pyramide geben dem Film ne ganz besondere Note.

Chemic's Wertung: 5.0 Sterne

guter Film aber er zieht sich zu sehr in die Länge. Dadurch verliert man auch gerne mal den Faden, bei all diesen Personen.

S-E-A-L's Wertung: 4.0 Sterne

Hochspannender Psychothriller mit guten Schauspielern, auch wenn man David Finchers Handschrift nicht gleich erkennt, die Wand aus Symbolen vielleicht (ähnlich wie die IKEA-Beschreibungen in Fight Club). Klar, der Film zieht sich enorm in die Länge, aber trotzdem bleibt er sehr spannend, auch noch nach 150 Minuten. Warum im Vorfeld von Zodiac so mit dem Namen Robert Downey Jr. hausiert wurde, sehe ich nicht ein, der war gerade mal etwa 10 Minuten zu sehen!
Guter Thriller, der sich aber hin und wieder in Nebenplots verliert.

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-05-11 23:01:45]

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne

dieser Film dauerte viel zu lange, einzelne Szenen waren zwar gut, doch der Film hat nicht geschafft, mich emotional genug stark zu berühren, dass es mich Ernsthaft interessiert, den Fall aufzuklären, was bei der länge des Film aber Dringend nötig gewesen wäre.

jplieberherr's Wertung: 2.0 Sterne

zodiac hat mich nicht vollkommen überzeugt. die schauspieler waren zwar klasse und die atmosphäre war super. Aber mit dem film ist es mir manchmal so vorgekommen als würde lange nichts passieren, dann wieder ein wenig und dann lang wieder nichts mehr.
Da passte es richtig, dass die ganze zeit dinge wie "6 jahre später" stand.
aber alles in allem doch ein sehr guter krimi. das ist ja auch das problem bei wahren geschichten, du kannst nich einfach mehr actionszenen machen wenn es nicht so war.

mr.wolf's Wertung: 4.0 Sterne


Beiträge suchen

Aktive Beiträge