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Savage Grace oder: Desperate Housewives gab es auch schon früher


So unglaublich es scheinen mag, aber die Story zu Savage Grace erzählt die wahre Geschichte der Baekland-Dynastie. Alle Figuren im Film sind verbürgt, auf Fotos dokumentiert und deren Briefe erhalten. Der Film selber basiert auf dem gleichnamigen Roman von Nathalie Robins und Steven M.L. Aronson. Es ist ein dankbarer Filmstoff für Ausstatter und Kostümbildner. Die Dekadenwechsel vom New York der vierziger Jahre bis zum London in den Siebzigern sind gediegen, und Julianne Moore macht als Society Diva zu jeder Zeit eine gute Figur. Ferienstimmung macht sich breit bei den Szenen in den Cadaques und auf Mallorca, wo Elena Anaya die Sexyness des Films um den Faktor Sieben erhöht.

Bei aller Faszination für die dekadenten Figuren, sind sie leider nicht sehr vielschichtig und oft auch ein bisschen langweilig gezeichnet. Den Film umweht dieselbe Pseudointelligenz, die auch den drei Hauptfiguren eigen ist. Stellenweise wirkt er lächerlich. So bleibt Tonys Homosexualität unterschwellig, als ob sich der Regisseur nicht zu mehr getraut hätte. Dafür werden inzestuöse Spielereien voll und ganz ausgekostet. Auch der wirre Geisteszustand von Tony wird viel zu spät ersichtlich und wirkt ein bisschen deus ex machina.

So ist Savage Grace eine gelackmeierte Albernheit, wie sie aber das Leben wirklich schrieb, und ein weiteres Beispiel für die Verschwendung blendender Schauspielerinnen über Vierzig. Oder warum muss sich Julianne Moore dazu hergeben, einem debilen Bürschchen, wie aus der Prada-Werbung entsprungen, einen runterzuholen?

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rm's Wertung: 3 Sterne


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