Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Iris
Iris oder: Zeit des Vergessens? Die Tagebücher von John Bayley, Ehemann der genialen Iris Murdoch, dienten diesem Film als Quelle. So endet der Film 1999 mit dem Tod Iris'. Kate Winslet sagte an den Oscarverleihungen, sie sei sehr stolz, dass dieser kleine englische Film ein derart positives Echo auslösen durfte. Die vorwiegend positive Kritik ist auf jeden Fall auf die Verteilung der Hauptrollen zurückzuführen. Sowohl Judi Dench als auch Kate Winslet verkörpern Iris Murdoch (einmal jünger, dann wieder älter - Oscar Nominationen) trotz Tragik und Unaufhaltsamkeit der Alzheimerkrankheit in wundervoll menschlicher Weise. Es ist v.a. Winslets verdienst, dass eine glaubwürdige Darstellung dieser definitiv undurchschnittlichen jungen Frau dem Kinobesucher geboten wird. Iris ist wahrhaftig ein kleiner Film, der eine grosse Botschaft in sich trägt: Alzheimer kann jeden treffen, ungeachtet des IQs oder des Lebenswandels. Dass diese Krankheit fast ausschliesslich im höheren Alter ausbricht verheisst zudem, dass der Ehepartner fortan eine schwierige und noch verantwortungsvollere Aufgabe zu tragen hat. Der ethisch-moralische Aspekt des Films ist stets erkennbar. Es lohnt sich, bei speziellem Gefallen an Denchs und Winslets Arbeitsergebnis dem Kino einen Besuch abzustatten. Mit einem Jahrhundertfilm darf jedoch definitiv NICHT gerechnet werden. Qualität (Gesamtpaket) okay - Winslets Dialekt wunderbar funny! Eine Biografie halt. Zum Nachdenken, sich informieren, Einblick in ein Lebenswerk erhalten... für Interessierte. |

