Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Alien Autopsy
Alien Autopsy oder: Fuck the World Ant & Dec sind in England so bekannt wie bei uns Sven Epiney und Roman Kilchsperger. Die beiden führen durch Shows, haben ihre eigenen Sendungen und sind so was wie die Olsen-Twins aus England. Im Kino hats bis jetzt aber "nur" zu einem Kurzauftritt in Love Actually gereicht. Nun haben sich die beiden einer Geschichte angenommen, die, basierend auf wahren Ereignissen, damals die Welt schockierte und uns alle zweifeln liess. Sind wir wirklich allein im Universum? Wenn nein, was ist das für ein komisches Ding, an dem die da in diesem qualitativ schrecklichen Film rumschnippeln? Fake oder Real? Angereichert mit schönem Brit-Pop (Stereophonics) gibts in Alien Autopsy viel zu lachen. Die Szenen sind skurril, abartig lustig und halt typisch englisch. Wenn zum Beispiel das Kunsthirn vom Tisch runterfällt und einen Fleck auf dem Teppich hinterlässt, kommt der Kommentar "Lets put a Plant on it" aus dem Mund einer der Beteiligten, die vorher schon sicherstellte, dass sie nicht wieder die Bluse hochzieht für einen neuen Film. Solche Randmomente sind im Film immer wieder zu sehen und verleihen ihm zusätzlichen Charme. Dazwischen versucht die Oma immer wieder ihre Kekse an den Mann zu bringen und stört die Aufnahmen regelmässig. Echt witzig. Der ganze Film ist eine Art Film im Film. Anfänglich werden unsere zwei Hauptpersonen nämlich von einem TV-Reporter, von Bill Pullman dargestellt, befragt und beginnen langsam, ihre Geschichte zu erzählen. Und diese Story geht dann leider auch etwas gar glatt über die Bühne. Soll heissen, der Bösewicht ist eine Knallcharge, die Vorbereitungen zum Film gehen ohne Probleme und auch die Veröffentlichung des Materials geht locker und luftig über die Bühne. Kein Hindernis, keine Probleme oder sonstiges zusätzliches Werkeln am Film. Das trübt den Eindruck des Ganzen ein bisschen. Schauspielerisch sind die beiden Jungs gut getroffen und mimen ihre Figuren mit einer erfrischenden Leichtigkeit. Dazu kommt ihr schönes und cooles British-English und die erwähnte musikalische Untermalung. Harry Dean Stanton darf auch ein paar Mal auftreten und der ehemalige Bond-Bösewicht Götz Otto macht als spinnender Bösewicht gar keine so schlechte Figur. Ein paar schöne Seitenhiebe gegen das Projekt gibts auch noch zu sehen. Da lachen diejenigen, die den Originalfilm kennen als einzige bei der Ansicht des Materials. Soll das heissen, dass da wirklich mal ein Alien gelandet ist? Solche Antworten lässt der Film schlussendlich doch offen. Nicht mehr so offensichtlich offen, aber dennoch unbeantwortet. Fazit: Alien Autopsy ist ein lustiger, typisch englischer, Film, der ein Thema behandelt, das brennend interessant ist. Zwar wird daraus ein Unterhaltungsfilm gemacht, aber der kann über grosse Strecken überzeugen und wird nur selten mühsam zum gucken. Die finale Frage, ob wir nun alleine sind oder nicht, dürfte nach Ansicht des Materials noch nicht verstummen. Aber dann hat man wenigstens gesehen, wie viel (oder wie wenig) Aufwand es braucht, um die ganze Welt zu veräppeln, Kohle zu machen und bekannt zu werden. Ein paar ungebrauchte Szenen und ein paar mässig lustige Outtakes sind auf der DVD als Extras enthalten. Das Making-Of ist für einmal der Höhepunkt der Features. Hier kommen alle zu Wort, es wird nochmals auf die realen Personen des Films eingegangen und die Machart des Ganzen erklärt. Ausserdem gibts einen alternativen Filmstart mit Bill Pullman. Das Bild ist zeitweise etwas grobkörnig (nicht nur bei den Videoaufnahmen!), dafür hört sich die Tonmischung gut und gelungen an. Den Audiokommentar kann man sich ebenfalls untertitelt zuschalten lassen. |
ein wirklich köstlicher indie sreifen... feine nebenrollen für pullman und stanon. |

