Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Curse of the Golden Flower - Man cheng jin dai huang jin jia
Curse of the Golden Flower - Man cheng jin dai huang jin jia oder: Mach mal Farbe rein! Wer House of the Flying Daggers oder Hero kennt, dem wird Yimou Zhang kein Unbekannter mehr sein. Der Regisseur aus China erfreut die westlichen Augen regelmässig mit träumerisch in Szene gesetzten Filmen, farbigen Bildern und herrlichen Kostümen. Mit Curse of the Golden Flower kommt nun sein nächster Film dieser Art. Dieses Mal sogar mit zwei Topstars besetzt. Angesetzt ist die Geschichte wiederum in einer längst vergangenen Zeit, in der Kaiser und Kaiserin über allem anderen standen. Die Dienerschaft täppeled gebückt hinter den kaiserlichen Personen hinterher, bedient sie nach Strich und Faden und jede Stunde rufen Leute die Uhrzeit aus. Mal ists die Stunde des Drachen, dann diejenige des Tigers oder der Ratte. Kein Wunder kamen Armbanduhren erst später. Was immer wieder ein Genuss ist, sind die Farben dieser Filme. Diese überstrahlen die Szenen, sind eine Freude fürs Auge und komplettieren die herrlichen Bilder, wie dasjenige des Chrysanthemengartens im Palast. Dazu kommen gigantische Schlachtszenen mit einer enormen Anzahl von Menschen. Nicht zu vergessen die herrlich in Szene gesetzten und perfekt choreographierten Kämpfe, bei denen auch aufs kleinste Detail geachtet wird. Das sieht man vor allem bei Duellen, die im Licht des Palastes stattfinden. Vom Überfall der kaiserlichen Ninjas auf das Bauerndorf ganz zu schweigen. Da fliegen Menschen durch die Lüfte, seilen sich extrem cool vom Felsen ab und springen meterweit auf ihre Gegner los. Da kommt man aus dem Staunen fast nicht mehr heraus. Zwischendurch wirds allerdings ein bisschen unübersichtlich. Da trifft die goldene Armee auf die Rote. Die Blaue kommt noch dazu und mittendrin sind die schwarzen Kämpfer mit ihren Haken. Ja, die letzten 30 Minuten des Films sind ein Feuerwerk an Kampfszenen, Schlächtereien und auch an Tragik. William Shakespeare wär ja so stolz gewesen. Während vorher die Figuren wie beim Schach positioniert werden, beissen sie jetzt zu. Und hinterlassen dunkle, rote Blutspritzer auf dem goldenen Feld der Blumen. Zudem wähnt man sich an der Eröffnungsfeier einer Sommer-Olympiade, wenn das Feuerwerk abgeht und die Bilder sich wieder der Schönheit widmen. Chow Yun Fat als Kaiser und Miami Vice-Dame Li Gong (übrigens auch in Hannibal Rising aktiv) liefern sich ein tödliches Duell, das mit allen Wassern gewaschen ist. Gegen aussen immer die Haltung bewahren, aber innerlich voller Abscheu und Vergeltungssucht. Während er jedoch seine Absichten auch mal mit Schwert und Dolch zum Ausdruck bringt, wird sie mehrheitlich beim intrigieren und anschliessendem Heulen gezeigt. Fazit: Curse of the Golden Flower ist ein farbenfroher, interessanter und enorm tragischer Film. Angereichert mit sehr gelungenen Kampfszenen wird eine Geschichte erzählt, die einem von der ersten Minute an in den Bann zieht. Verzaubert von den traumhaften Bildern, den coolen Fights und der Auflösung vergisst man auch schnell mal die etwas langsameren und langen Szenen, die dem Film schlussendlich die Höchstnote verderben. Aber wer Hero und Konsorten toll fand, der wird um diesen Film nicht herumkommen. |
Yeeha...wie bereits bei Jet Li's Fearless scheinen die Luzerner Kinos irgendwie nicht gewillt zu sein, Chinarollen in ihr Repetoire aufzunehmen. So langsam geht mir das ordentlich auf den Senkel- kann ja nicht sein, dass man jedes Mal nach Zürich pilgern muss, sobald ein Streifen keine Blockbustergarantie hat- wirklich übel. |
Zitat Kal Jerico (2007-04-26 07:52:27)
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Jeo schade bzw. nervend. Ist ja dasselbe mit Inland Empire, denn sich die Luzerner Kinobetreiber anscheinend auch nicht antun wollen! |
Beim dreistünder Inland Empire verseth ichs's noch eher als bei Curse... Bin froh und gespannt darauf, Gong Li wieder mal in einem chinesischen Film zu sehen. Und dieser Chow Yun Fat spielt schon überall mit. Der Tony Leung wäre mir lieber gewesen. Aber muss denn ja erst mal schauen gehen. Das Ganze sieht jedenfalls wieder mal nach einem typischen Zhang Yimou-Streifen aus, und erinnert auch leicht an Chen Kaiges "Der Kaiser und sein Attentäter". |
Tach Muri, tat mir The Curse of the Golden Flower auch, vor allem weil ich für eine Semesterarbeit noch eine Kritik vorlegen musste... Hier meine "bescheidene" Meinung dazu: The Curse of the Golden Flower, oder wie inszeniert man italienischen Pizzariakitsch auf Chinesisch? Ehrlich gesagt ist The Curse of the Golden Flower eine leichte Enttäuschung. Farblich gesehen kommt dieses epochale Drama in keinster Weise an seinen Vorgänger Hero heran. Wennn Zhang Yimou bei Hosue of flying Daggers schon etwas sehr in den Topf "Kitsch" gegriffen hat, übertreibt er es dieses Mal. Wer sich schon einmal unverhofft in einer Pizzeria älteren Datums wieder fand und an den Wänden bunte, glitzernde Bildchen in goldenen Rahmen betrachten musste die einem den Appetitt verdarben, der kann sich in etwa vorstellen, wie kitschig die mit Gold überladenen, teils pastellfarbenen, teils quitschbunten Bilder in Zhang Yimous neusten Werk aussehen. Schade eigentlich, hätte man sich doch vom Meister der Farbinszenierung mehr erhofft. Dafür hat The Curse of the Golden Flower anderes zu bieten: die zwei wohl bekannntesten chinesischen Schauspieler unserer Zeit, Chow Yun Fat und Gong Li. Gerade letztere besticht wieder einmal mehr durch ihre leidenschaftliche und doch anmutige Präsenz auf der Leinwand. Die Schweissperlen auf ihrer Stirn scheinen nicht aufgetupft zu sein sondern wirken echt, vor allem wenn man bedenkt, was ihre Kostüme für ein Gewicht haben mussten. Chow Yun Fat, den einige vielleicht noch als gutmütigen und weisen Kämpfer aus Ang Lees Crouching Tiger Hidden Dragon kennen, hat alle Gutmütigkeit abgelegt und mutiert zum monsterhaften Tyrannen der nicht davor zurückschreckt, seinen jüngsten Sohn mit einem Gurt zu Tode zu prügeln. Beim Drehbuch hingegen stand wohl der grösste aller Dichter Pate, erinnert doch der Plot stellenweise sehr stark an Hamlet. Intrigen, Giftmischer, Vatermord, Ödipusskomplex, Inzest und gebrochene Herzen; alles in allem scheint es, als ob Yimou das Gesamtwerk Shakespears auf ca 130 Minuten komprimiert habe und in Bilder gefasst habe. Auch hier beschleicht den Fan des asiatischen Kinos leichtes Bedauern. Der ganze Plot ist einfach zu durchsichtig, zu "hollywoodgeschönt". Die Kritik an der Classe politique, die man von einem Regisseur der 5. Generation erwarten darf - und vor allem dann, wenn man Yimous früheres Werk kennt - kommt sehr leise daher und geht im grossen Schlachten zum Chrysanthemenfest zu sehr unter. Zhang Yimou muss sich leider die Frage gefallen lassen, in wie weit er sich von der kommunistischen Partei kaufen liess, hat diese ihm doch 1000 Soldaten als Statisten zur Verfügung gestellt. Fazit: Zhang Yimou inszeniert in gewaltigen Bildern ein Drama das in der chinesischen Tang Dynastie angesiedelt ist. Seine beiden Hauptdarsteller sind Stars und, wen wunderts, auch über die Grenzen chinas bekannt. Dazu kommen massenhaft loyale und von der Partei geformte, willige Soldaten die einen heldenhaften Tod sterben... Kurz gesagt: The Curse of the Golden Flower wird von Liebhabern des asiatischen Kinos wohl eher belächelt, sind doch die Bemühungen, nun auch endlich einen Oscar in die Volksrepublik zu holen, doch zu offensichtlich. Für Neulinge des Genres, die sich nicht an in Mandarin gehaltenen Dialogen stören und schnelle Untertitel-Leser sind, kann The Curse O The Golden Flower recht unterhaltsam sein. Yimous neustes Werk erhält ein knappes, aber leider wohlverdientes, "Ungenügend"! |
Zitat kybusan (2007-05-06 15:33:00)
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ein guter film, die farben sind einmal mehr atemberaubend und betörend schön. super gemacht. auch die leibgarde des königs lässt keine wünsche offen. die story ist zu beginn etwas wirr, und leider etwas stark auf die familie alleine bezogen, darüber kann man aber getrost wegsehen und somit lässt das vergnügen am optisch eindrucksvollen film auch nur ein klitzekleines bisschen nach. |
Zitat Chemic (2007-04-26 11:54:13)
Inland Empire lief in Luzern, zwar sehr kurz, aber hey, ich muss die luzerner kinobetreiber (hat ja nur Zwei) etwas in schutz nehmen. der neue lynch lief sehr schlecht und da ist es ganz normal, dass man den nach kurzer zeit aus dem programm wirft. und the curse of the golden spielt ja jetzt auch in luzern. etwas später als der starttermin, aber dass ist bei den indipendent filmen oft der fall, dass man sich da nicht auf die starttermine festsetzt... |

