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Beitrag The Boss of It All - Direktøren for det hele
The Boss of It All - Direktøren for det hele oder: Vakuum in der Chefetage Was passiert, wenn Lars von Trier sein unbequemes, verstörendes Universum mal zur Seite legt und stattdessen eine leichte Komödie präsentiert? Es entsteht ein kleines, aber feines Werk - und unübersehbar einer von Triers freisten Filmen überhaupt. Der Däne scheint es genossen zu haben, für einmal nicht das Enfant Terrible vom Dienst zu markieren, sondern ganz einfach eine anregende und witzige Geschichte mit hohem Unterhaltungswert zu erzählen. Dass von Trier einen ausgeprägten Sinn für Humor hat, ist nicht neu, dass er aber auch ohne den Umweg über Zynismus und Provokation witzig sein kann, das musste er erst noch beweisen - und er hat es somit getan. The Boss of it All beruht vor allem auf Situations- und Charakterkomik. Die Idee des angeheuerten Bühnendarstellers als vorgeblicher Firmenleiter ist ein absolut perfektes Komödienmaterial und hätte genug Stoff für eine ganze Sitcom geboten. Von Trier macht daraus immerhin kurzweilige 100 Minuten, in denen er karikatural angelegte Figuren mit Wucht aufeinander prallen lässt, wobei er auch nicht auf die eine oder andere Zote verzichtet. Ein grossartiger Höhepunkt in dieser Personengalerie ist ein cholerischer isländischer Geschäftspartner, der alle Dänen zu hassen scheint und dies auch bei jeder Gelegenheit lautstark kund tut. Von Triers Regiekollege Fridrik Thor Fridriksson überrascht in dieser Nebenrolle als herumbrüllender Berserker - und die diesbezügliche Überraschung ist umso grösser, wenn man weiss, wie ruhig und verhalten Fridriksson im richtigen Leben ist. Inhaltlich serviert von Trier diesmal also eher leichte Kost, und dies auf eine durchaus gelungene Weise - aber leider hat es der Dogma-Mitbegründer dabei einmal mehr für notwendig befunden, die formalen Regeln des Filmemachens über den Haufen zu werfen. Sein diesmaliger Streich heisst Automavision® und funktioniert gemäss von Triers eigenen Worten im Presseheft wie folgt: Automavision® ist ein Film- und Tonaufnahmeverfahren, das darauf abzielt den menschlichen Einfluss einzuschränken, indem dem Zufall Tür und Tor geöffnet werden. Dadurch erhält das Werk eine ideenlose Oberfläche, die frei von Gewohnheiten und ästhetischen Grundsätzen ist. Nachdem der Kameramann die vom künstlerischen Standpunkt aus bestmögliche Kameraposition und Einstellung gefunden hat, lässt er die entsprechenden Werte durch ein Computerprogramm laufen, das sie nach dem Zufallsprinzip innerhalb eines definierten Bereichs verschiebt und eine neue Liste mit Werten zu Neigung, Blickachse, Raumtiefe, Brennweite, horizontale und vertikale Ausrichtung generiert; gleich verfahren wird mit den vom Tonmeister festgelegten Werten für Filter, Pegel usw. Nachdem mit den verschiedenen Parametern des Zufallsprinzips gearbeitet wurde, können der Regisseur, Kameramann oder Tonmeister die Modifikationen auswerten und sich für oder gegen die Aufnahme entscheiden. Doch jedes Mal, wenn die Kamera angehalten wird, muss das ganze, der Automavision®-Formel entsprechende Zufallsprinzip von neuem in Gang gesetzt werden. Diese Definition geht noch lange weiter - nur verständlicher wird sie deshalb nicht. Aussehen tut Automavision® jedenfalls absolut schrecklich: kurze, statische Einstellungen aus willkürlichen Blickwinkeln sorgen für abgeschnittene Köpfe, unausgefüllte Bildhälften und schräge Wände. Diese forcierte Fremdbestimmung der Kamera ist ein originelles Konzept - aber für die Zuschauer hört diese Methode nach zehn Minuten auf, lustig zu sein. Sie lenkt nur noch unnötig von einer Geschichte ab, die solche Mätzchen gar nicht nötig gehabt hätte. |

