Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Perfume: The Story of a Murderer
Perfume: The Story of a Murderer oder: Der Schnüffelmann ist böse! Das Parfüm, als Buch aus der Feder von Patrick Süsskind millionenfach verkauft, hat nun auch eine Verfilmung gefunden. Zwar sei es eines der "unverfilmbaren Stoffe" gewesen, aber wenn es Bernd Eichinger nicht schafft, wer dann? Als Regisseur wurde Tom Twyker (Lola rennt) verpflichtet und dazu ein paar schön grosse Namen der bekannten Filmszene. 147 Minuten wird man nun also Zeuge, wie ein Mörder, im Buch gar grässlich beschrieben, im Film äusserlich ein "Normalo", versucht, den perfekten Duft zufinden. Es ist müssig, darüber zu diskutieren, ob das Buch nun besser als der Film oder umgekehrt ist. Verfilmungen von Büchern sind meist sehr schwierig und schaffen es nur in seltensten Fällen, dem Geschriebenen ebenbürtig zu sein. Wenn aber das Buch an sich schon erstaunlich zäh zu lesen ist und die eigentlich Mordgeschichte erst im letzten Viertel davon so richtig zum Thema wird, dann ist man durchaus überrascht, wenn im Film die schweren Jugendjahre des Jean-Baptiste Grenouille *husch husch* in horrendem Tempo abgespult werden und bereits über 60 Minuten vor Ende des Films mit den Morden begonnen wird. Überhaupt, wo bleibt das Leiden des jungen Mannes im Waisenhaus? Bei der Färberei? Der "Aufstieg" von der Hilfskraft ohne Rechte zum Angestellten mit Pritsche in der Scheune? Schauspielerisch überzeugt Ben Whishaw als Aussenseiter Grenouille. Auch wenn die Figur im Buch als enorm viel hässlicher beschrieben wird, so schafft es der junge Engländer dennoch, einen recht verstörten Eindruck zu machen. Hollywoods grosse Charakterköpfe Dustin Hoffman und Alan Rickman sind ansprechend, allerdings recht unterfordert. Der Eine hampelt zuviel und Alan Rickman darf ausser ein paar Heulzenen keine grossen Taten abliefern. Schönheiten wie Rachel Hurd-Wood oder Karoline Herfurth sind die optischen Höhepunkte in einem Film, der es, trotz respektablen Bemühungen, nicht schafft, über den Durchschnitt heraus zu kommen. Fazit: Das Parfüm wird denjenigen Leuten gefallen, die das Buch damals "gefressen" haben und sich auch heute noch an diesem Schinken erfreuen können. Wer allerdings beim Lesen schon das eine oder andere Mal weggenickt ist, sollte vor dem Kinobesuch heftig Kaffee trinken. Denn nicht nur ist der Film mit knapp Zweieinhalb Stunden deutlich zu lang geworden, sondern er trägt die Geschichte auch nicht richtig voran. Und auch die Orgienszene am Schluss ist irgendwie peinlich. Auf Disc Eins der "Premium Edition" findet man eine kleinen Trailershow, Audikommentare (empfehlenswert!), sowie einige Infos zu der illustren Schar der Darsteller. Auf der Extra-DVD sind dann einige mehr Features anzuklicken. Beginnen tut die Reise mit einem fast einstündigen Making-Of. Hier erfährt man alles Nötige, um den Aufbau dieses Filmes zu verstehen. Es kommen Regisseur, Maskenbildner, Setbauer und natürlich Schauspieler zu Wort und kommentieren die Dreharbeiten und Erlebnisse. Ausserdem hats ein paar unveröffentlichte Szenen dabei. Auch die Orgie darf da natürlich nicht fehlen. Interviews mit den Darstellern nehmen einige Themen des Making-Ofs nochmal auf und unsere Entdeckungsreise durch die Extras der DVD geht weiter. Wie man Gerüche visuell darstellt, was so extrem schwierig an der Kameraarbeit war oder ein kleiner Bericht über die deutsche Synchronisation runden den ersten Teil ab. Vor allem der Letztere bringt unerwartete Begegnungen mit den deutschen Stimmen der Stars. Lustig, wenn einem die Stimme bekannt vorkommt, das Gesicht überhaupt nicht dazu passt... Kurz wird auf die Mischung mit der Originalversion eingegangen, bevor dann französische Parfüm-Meister vom Film, dessen Einfluss auf die Duftindustrie und ein bisschen von der Geschichte der Duftwässerchen erzählen. Eine weitere Trailershow, der besondere Filmtip (Apocalypto) und die besondere DVD-Empfehlung (Der Untergang) runden das imposante und recht interessante Zusatzangebot der DVD ab. Was ebenfalls stark daherkommt, ist die Ton- und Bildqualität. Hier können sich alle diejenigen die Hände reiben, die bei sich zuhause eine Grossleinwand installiert haben. Klare, saubere Klänge und scharfe Bilder garantieren ein tolles Erlebnis. Sofern man denn an dem Film gefallen findet. Ausserdem bietet die DVD eine Hörfilmfassung für blinde Menschen. Hier wird jedes Ereignis auf der Leinwand (resp. TV-Schirm) nacherzählt und man "hört" den Film. Die Dialoge sind natürlich die gleichen und die werden auch im Original gesprochen. Jedoch das ganze Drumherum wird einem vorgelesen. Tolle Sache. |
Perfume: The Story of a Murderer oder: Immer der Nase nach... Nun bin ich doch auch noch in den Genuss der Verfilmung von Patrick Süskinds Roman gekommen. Tom Tykwer, von Haus aus nicht mein Lieblingsregisseur hat eine, wie ich glaube, sehr werkgetreue Adaption gedreht, die zwar schön gefilmt ist, doch schauspielerisch etwas seltsam daherkommt. Die Ausstattung, die Kostüme, die Atmosphäre, Ben Whishaw, Dustin Hoffman und Alan Rickman sind sehr gut, aber die weiteren Nebenrollen werden viel zu übertrieben dargestellt und der Film ist zu lang. Schon nach dreissig Minuten fühlt man sich wie im Wachkoma, denn es passiert bis da absolut nichts. Im zweiten Teil wird man langsam etwas wacher und erlebt ein (unfreiwillig?) komisches Ende. Fazit: Das Parfum ist keine grosse Filmkunst, besticht aber mit historischen Anspielungen und einem netten Helden (Autist, anyone?). [Editiert von El Chupanebrey am 2008-10-19 12:44:25] |
der tykwer film ist mind. 20 minuten zu lang bzw. zu langatmig inszeniert, insbesondere das finale scheint nie aufzuhören. der hauptdarsteller kann seine last kaum tragen und wird von einem tollen Nebenrollencast erdrückt. eine fehlbesetzung. sehr mässig. |
Zitat pb (2009-06-02 09:46:30)
Die Geschichte konnte mich auch dieses Mal beeindrucken. Sie ist spannend und vermag über die ganze Zeit zu unterhalten, wie es das Buch auch machen kann. Mich persönlich hat die Leistung der Schauspieler gefallen. Besonders Jean Baptiste spielte einen guten Part. Alles in allem ist es wirklich eine gute Verfilmung eines grossartigen Buches. Kann den Streifen nur weiter empfehlen. |


