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Beitrag The Last King of Scotland

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The Last King of Scotland oder: You're my best Friend!


Giles Foden veröffentlichte 1998 seinen Roman The Last King of Scotland, der die Greueltaten des damaligen Diktators von Uganda, Idi Amin, beschreibt und die Welt auf diese Schlachtereien aufmerksam machen sollte. Für den Tod von 300'000 Menschen soll der Mann verantwortlich sein. Als keine Gräber mehr ausgehoben werden konnten, sollen die Leichen teilweise sogar direkt den Krokodilen zum Frass vorgeworfen geworden sein. Auch enge Vertraute waren ihres Lebens nicht mehr sicher, denn der Diktator liess seinen Launen auch in diesem Sinne freien Lauf.

2006 wurde der Film dazu gedreht und mit Ausnahmekönner Forest Whitaker besetzte man den ugandischen Schlächter mit einem Schauspieler, der auf den ersten Blick doch so sympathisch, nett und liebenswert daherkommt. Eine Oscar-Nomination als "Bester Hauptdarsteller" war der Lohn.

Die Geschichte ist sehr interessant aufgebaut. Der Mittelpunkt des Films ist zwar der ugandische Diktator, jedoch wird der Zuschauer auf die Figur des schottischen jungen Arztes fixiert. Diesem folgt man in den Busch und spürt die Chemie zwischen ihm und Idi Amin schon ab der ersten Begegnung. Bereits da wird sichtbar, dass sich Nicholas scheinbar als Einziger nicht vor Angst in die Hosen macht, wenn Amin sich vor ihm aufbaut. Dieses Verhältnis bestimmt von nun an den Film und gibt einen Einblick in die damalige Regierung von Uganda. Auch wenn man es sich einfach machen könnte und die Rollen von Gut und Böse bereits in den ersten Minuten verteilt, versucht der Film genau eben das zu verhindern. So erschreckend es klingt, aber Idi Amin macht eigentlich gar keinen so bösen Eindruck. So ist es eher der junge Doktor, der mit seiner Gier nach Frauen den Zuschauer in eine Zwickmühle bringt. Mit so einem will man sympathisieren? So einer, der versucht die Frau eines Busch-Doktors abzuschleppen? Nein, sicher nicht. Da schon lieber der nette, grosse Präsident, der mit kindlichem Gesichtsausdruck die Herzen der Zuschauer gewinnen will.

Natürlich werden im Lauf des gut zweistündigen Filmes die Fronten geklärt und die Positionen besetzt. Und doch schüttelt man mit schierem Unverständnis den Kopf, wenn sich das Tier im Präsidenten zeigt und dessen Greueltaten bekannt werden. Das war doch so ein Netter. Am Anfang....

Forest Whitaker, der sanfte Hühne von Hollywood, vermischt immer wieder grössere Produktionen mit kleineren Filmen. Was allerdings praktisch durchwegs bleibt, ist die Qualität seines Schauspiels. In The Last King of Scotland ist diese eigentlich nur mit "Wahnsinn" zu umschreiben. Die Entwicklung des Charakters, die Mimik, das Umschalten von Lieb auf Durchgedreht und das Aufblitzen des kindlichen Gemüts sorgen dafür, dass diese Rolle niemanden kalt lässt. Grandiose Leistung und mehr als nur verdiente Oscar-Nomination für den Ghost Dog.

Auch der junge James McAvoy, eventuell noch bekannt aus Wimbledon oder Band of Brothers, zeigt solide Schauspielkunst und entwickelt seinen Charakter vom abenteuerlustigen Jüngling mit verschmitztem Lächeln zum gestandenen Mann hervorragend. Schön auch der (leider nur kurze) Auftritt von Gillian Anderson, die erblondet erfreulich attraktiv daherkommt.

Fazit: Das Thema ist brennend interessant, die Schauspieler (allen voran Forest Whitaker) grandios und der ganze Film ein eindrückliches Portrait eines Mannes, dem man seine Taten auf den ersten Blick gar nicht zugetraut hätte, dann aber geschockt ist, wenn sie bekannt werden. Wer einmal mehr 120 Minuten spannendes, anspruchsvolles und beeindruckendes Kino sehen will, der kommt um The Last King of Scotland nicht herum.

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muri's Wertung: 5.5 Sterne

Ein sehr aufwühlender Film, eindrücklich gespielt von allen Seiten. Der grosse Lichtblick dieses Filmes ist Oscar-Gewiner Forrest Withaker, der noch nie so gut war und auch nie mehr so gut wird sein wie in diesem Film. Das tönt jetzt vielleicht pessimsitisch, aber diese geniale Performance kann er nicht mer toppen. Aber auch der eigentliche Hauptdarsteller James McAvoi macht seine Sache sehr exakt und sehr gut.
Einzige Mängel liegen am Drehbuch: Der Anfang mit der Weltkugel ist ein wenig unrealistisch...Na klar, das zweite Land, dass der junge Arzt mit dem Finger trifft, ist das nicht sehr grosse Uganda und dort muss er dann noch zufälliger gerade dem Diktator auf der Strasse bei einem Unfall begegnen. Das scheint mir doch sehr gesucht und da wird dann auch offensichtlich, dass dies keine wahre Geschichte ist. Andernfalls hätte es das Maximum gegeben. 5 Sterne sind auch sehr gut!

psg's Wertung: 5.0 Sterne

Ein sehr emotionaler Film, mit vielen Highlights. Forrest Whitaker hat seinen Oscar vollkommen verdient, denn seine Leistung ist wirklich aussergewöhnlich gut. Verdiente 5 Sterne!

filmchefchen's Wertung: 5.0 Sterne

Forest Whitaker spielt den unberechenbaren Diktator Idi Amin sehr lebensnah, da beides extrem charismatische Personen sind. Das mit der Realität stimmt, trotzdem ists ein guter Film und Whitaker hat sich den Oscar redlich verdient.

El Chupanebrey's Wertung: 5.0 Sterne

Forest Whitaker spielt nicht, er ist Idi Amin. Erschreckend, wie dieses wildgewordene Kind selbst bei seinem sanftesten Lächeln noch eine Aura der Bedrohlichkeit umgibt. Dies ist Whitakers Meisterwerk und ein selten so verdienter Oscar.

thatssno's Wertung: 5.0 Sterne

Nicht schlecht der Film. Habe aber wohl die Erwartungen zu hoch angeschraubt. Wurde ein bisschen enttäuscht. Hätte mehr Spannung vertragen können. Dennoch ist Forest Whitaker genial und die Thematik interessant.

[Editiert von ()=() am 2008-04-20 17:37:13]

()=()'s Wertung: 4.0 Sterne

Kann dir nur zustimmen. Forest Whitaker (verdienter Oscar, obwohl in Leonardo DiCaprio auch verdient hätte) spielt zwar brillant aber richtig packen will einen der Film dadurch nicht. Blood Diamond fand ich um Weiten besser. Trotzdem, der Streifen war interessant und an manchen Stellen sehr eindrücklich. Es fehlte ihm einfach das gewisse Etwas. Nicht für jedermann geeignet aber durchaus empfehlenswert.

nick*'s Wertung: 4.0 Sterne

Zitat nick* (2008-04-20 17:27:23)

Blood Diamond fand ich um Weiten besser.


Hollywood-Kitsch war das. ;)
Guter Film, aber den Idi Amin Dada schlägt er sicher nicht. Und wenn jemand den Oscar verdient hat, dann Forest Whitaker.

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-04-20 20:03:17]

El Chupanebrey's Wertung: 5.0 Sterne

Na ja. Jedem das seine. Blood Diamond fand ich halt einfach besser.
Will ja nicht etwa sagen das Forest Whitaker seine Sache schlecht machte. Idi Amin hat er wirklich genial verkörpert. Der Oscar ist also durchaus verdient, aber DiCaprio hätte mit seinen beiden Glanzleistungen; Departed und Blood Diamond ebenfalls einen gewinen sollen. Aber schliesslich gibt es ja nur einen Oscar für den "Besten Hauptdarsteller" zu vergeben.;) Leo wird ihn aber in ein paar Jahren hoffentlich für eine andere Leistung auch noch kriegen. Er ist ja noch jung.:d

nick*'s Wertung: 4.0 Sterne

Das war wirklich DiCaprios Jahr! Er hat nämlich bewiesen, dass er echt mehr kann als nur auf der Titanic unterzugehen. Withaker hat Leo mit seiner genialen Performance aber trotzdem abgehängt. Wahrscheinlich gab aber auch die Rolle mehr her.

psg's Wertung: 5.0 Sterne

Zitat psg (2008-04-20 21:22:29)

Wahrscheinlich gab aber auch die Rolle mehr her.


Das sowieso. Real existierende Personen sind immer "dankbar" zu verkörpern, denk ich jetzt mal.

El Chupanebrey's Wertung: 5.0 Sterne

Sowieso. Und mit einer solchen Rolle ist man auch immer ein sehr guter Kandidat für den Oscar. Vor allem in letzter Zeit gewann häufig jemand das Goldmännchen, der eine real existierende Person verkörperte. Wenn ich da so einen kurzen Rückblick mache, stelle ich folgendes fest.

2008 Marion Cotillard in "La vie en rose" als Edith Piaf
2007 Forest Whitaker in "The Last King of Scotland" als Idi Amin
2007 Helen Mirren in "The Queen" als HM Queen Elizabeth II
2006 Philip Seymour Hoffman in "Capote" als Truman Capote
2006 Reese Witherspoon in "Walk the Line" als June Carter
2005 Jamie Foxx in "Ray" als Ray Charles
2004 Charlize Theron in "Monster" als Aileen Wuornos

Gäbe sicher noch mehr.

Momentan hat man also gute Chancen ausgezeichnet zuwerden, wenn man eine wahre Person verkörpert. Die Leistung muss aber natürlich auch noch stimmen.;) Leo hatte zwar zwei hervorragend Darbietungen im Jahre 2007, war aber gegen Whitaker Machtlos.

nick*'s Wertung: 4.0 Sterne


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