Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Fay Grim
Fay Grim oder: Don't be a Fool! Zehn Jahre nach Henry Fool schiebt Hal Hartley seiner Saga ein Sequel nach: Fay Grim, in dessen Zentrum diesmal Henrys Ehefrau steht, herrlich nervös verkörpert von Parker Posey. Während Hartley-Fans diskutieren, ob der gefeierte Henry Fool eine Fortsetzung nötig habe oder ob dies nicht ganz und gar überflüssig sei, lässt sich Fay Grim mit unvoreingenommenen Augen durchaus als eigenständiger Film geniessen. Zwar ist der Einstieg recht flott, denn die Figuren werden nicht gross eingeführt. Doch das ist nicht weiter wichtig. Schon bald ist die Geschichte nämlich ohnehin so kompliziert, dass niemand mehr den Überblick hat. Fay Grim parodiert das Genre des Agentenfilms - ohne aber dieses zu veräppeln. Die internationalen Verwicklungen, in die Fay Grimm durch ihren Ehemann Henry Fool gerät, sind so unglaublich, dass man nicht anders kann, als zu grinsen. Mit viel Genuss inszeniert Hartley den Kampf um die Notizbücher, von denen anscheinend eine ganze Menge (Fälschungen?) im Umlauf sind. Die Geschichte wird immer verwirrender und zunehmend absurder. Nichts ist, wie es scheint - bis schliesslich Henry Fool wieder auf der Bildfläche auftaucht. Dann, gegen Ende, wird der Film plötzlich ungewohnt ernst, was ihm einen Teil seiner Lockerheit nimmt. Schweizer Beteiligung gibts übrigens auch: Anatole Taubman spielt - ausgerechnet! - den an Bin Laden gemahnenden Top-Terroristen Jallal. Damit hat er eine zwar etwas kleinere, aber eindeutig tragendere Rolle als die Vertreterin unseres nördlichen Nachbars Jasmin Tabatabai. Tut doch gut, wenigstens hier den Deutschen eins auswischen zu können... |

