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Beitrag I Served The King Of England - Obsluhoval jsem anglického krále
I Served The King Of England - Obsluhoval jsem anglického krále oder: Geld macht manchmal eben doch glücklich I Served The King Of England ist die Verfilmung des gleichnamigen Schelmenromans von Bohumil Hrabal und eines der ambitioniertesten - und teuersten - tschechischen Filmprojekte der letzten Jahre. Das ist dem Film auch anzusehen: aufwändige Kostüme und Kulissen, Spezialeffekte und opulente Musik machen ihn zu einem bild- und tongewaltigen Stück Kino. Aber auch die Geschichte vom kleinen Hilfskellner, der auf wundersame Art und Weise zu Geld und Reichtum gelangt und gleichzeitig von den politischen Verhältnissen herumgeschubst wird, vermag zu überzeugen. Gute Schauspieler runden das Ganze ab. Aus deutschsprachiger Sicht interessant ist vor allem der Auftritt von Julia Jentsch, die 2005 an der Berlinale den Silbernen Bären erhalten hat für ihre Verkörperung der Sophie Scholl. Zwei Jahre später war sie in I Served The King Of England nun wieder an der Berlinale zu sehen - in einer Rolle, die das pure Gegenteil ist. Die überzeugte Nazionalsozialistin Lisa, die während des Geschlechtsverkehrs mit Jan hingebungsvoll ein Hitler-Portrait anhimmelt, ist ein krasser Kontrapunkt zur engagierten Nazi-Gegnerin Sophie Scholl. Die leichte, selbstverständliche Art, in welcher Jentsch ihre Rolle verkörpert, ist auf beängstigende Weise gut. Ähnliches lässt sich für den ganzen Film sagen: er beginnt leicht und locker als amüsantes Schelmenstück mit slapstickartigen Einlagen. Die Geschichte beispielsweise, wie Jan zu einer Ehrenmedaille des abessinischen Königs gelangt, ist köstlich. Als aber der völlig unpolitische Filou Jan aus Verliebtheit plötzlich in den Nationalsozialismus reinrutscht, wird der Film ernsthafter. Der überstrapazierte Begriff des "Lachens, das im Halse steckenbleibt" war wohl schon lange nicht mehr so angebracht wie in der zweiten Hälfte des Filmes. I Served The King Of England ist durch und durch gelungen. Allenfalls hätte er etwas straffer aufgebaut sein können, vor allem in der ersten Hälfte, wo die eine oder andere Szene etwas zu lang geraten ist. Langeweile aber ist jedenfalls in keiner Sekunde der insgesamt knapp zwei Stunden aufgekommen. Well done! |

