Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Heimatklänge
Heimatklänge oder: Jodeln rocks! Stefan Schwietert hat sich durch seine Musik-Dokumentarfilme wie Accordion Tribe oder A Tickle In The Heart einen Namen geschaffen als Erforscher neuer, ungewohnter Klangwelten. Nachdem Accordion Tribe fünf Akkordeonisten und Akkordeonistinnen aus verschiedensten Ländern portraitierte, begibt sich Schwietert nun - der Filmtitel verrät es - in heimatlichere Gefilde: Im Zentrum von Heimatklänge steht das Jodeln, diese oft belächelte helvetische Gesangsform, die aber in den letzten Jahren auch unter jüngeren Generationen ein kleines Revival erlebt hat. Man denke so nur an das mit viel Brimborium abgehaltene Schweizer Jodlerfest 2005. Trotzdem ist und bleibt das Jodeln vielen "modernen" Schweizern suspekt. Dies liegt wohl vor allem an den Assoziationen zu Sennenkäppi und Hudigäägeler, mit denen sich nur die Wenigsten hierzulande recht identifizieren können. Heimatklänge zeigt nun, was Jodeln auch sein kann: eine Gesangsform, die eine Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten beinhaltet. In einer beeindruckenden Vielseitigkeit demonstrieren die drei Musiker, welch spannendes musikalisches Potenzial auch in unserer ureigenen Musik liegt. Es ist ein interessantes Phänomen, dass sich die meisten Schweizer für ihre eigene Volksmusik schämen und statt dessen ihren musikalischen Horizont oftmals mit fremden Klängen aus anderen Kontinenten erweitern. Es ist Stefan Schwieterts Verdienst, diesem Phänomen zumindest ansatzweise entgegenzuwirken, indem er die Musik der drei Künstler in hervorragender Weise einfängt. So vermag der Film auch musikalisch Interessierte, die mit Jodeln wenig bis nichts am Hut haben, zu begeistern. Dies macht den Film, der an der Berlinale 2007 im Spezialwettbewerb "Forum" lief, zu einem kleinen Juwel und einem der Geheimtipps des Festivals. Dafür haben er und natürlich die drei Musiker einen dicken Applaus verdient. |
Ganz guter Film, der aber leider etwas zu sehr den egozentrischen Weg gegangen ist und Jodel zu ich-weiss-nicht-was hochjubelt. Etwas Distanz wäre da nicht schlecht gewesen. Am interessantesten habe ich Noldi Alder gefunden und auch die hyperaktive Erika Stucky bringt einigen Pepp in die Sache. Der Dritte im Bunde hält da leider nicht mit. Dennoch eine interessante, nie langweilige Doku. |

