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Beitrag Notes on a Scandal
Notes on a Scandal oder: Intrigen im Lehrerzimmer "Leute wie Sheba glauben, sie wüssten, was Einsamkeit ist. Aber das langsame Tröpfeln der Sekunden, die endlose Hoffnungslosigkeit - die haben keine Ahnung!" Die akribisch aufs Papier gebrachten Eindrücke Barbara Covetts dienen als Indiz für ein Leben voller unerfüllter Sehnsüchte, ungelebter Träume und sind ein Zeichen von ausgeprägtem Egoismus. Alles im Leben der alten Dame wird mit bissigem schwarzen Humor festgehalten, um vom eigentlichen Problem, ihrer Angst vor einem Leben ganz alleine, abzulenken. In ihren Notizen zieht sie gnadenlos über ihre Lehrerkollegen her, bezeichnet ihre Schüler als testosterongeschwängerte Nichtsnutze und lässt selten alle Neune gerade sein. Das Fehlen von Geborgenheit, die nie erfahrene grosse Liebe, das isolierte Dasein haben aus der alten Lehrerin eine verbitterte Frau gemacht, die über die Jahre hinweg ein obsessives Verlangen nach Nähe, Freundschaft und einem Austausch von Zärtlichkeiten entwickelt hat. Wie obsessiv diese Sehnsucht nach Wärme ist, erkennt Sheba viel zu spät. Sheba, die die letzten zehn Jahre mit der Erziehung ihrer Kinder verbracht hat, glaubt, in Barbara eine nette, etwas ältere Freundin gefunden zu haben, der sie all ihre Geheimnisse anvertrauen kann. Sie merkt nicht, wie sehr sie mit ihrem Verhalten Barbaras Sehnsüchte stillt. Und so erzählt sie ihr freimütig von ihrer Angst, etwas verpasst zu haben, weil sie früh geheiratet hat, und dann auch noch einen erheblich älteren Mann. Herzerweichend sind auch die Szenen, in denen sie Barbara gesteht, dass sie sich geschmeichelt fühlte, als ihr ein jugendlicher Casanova Avancen machte und der Schritt weg von der Lehrerin hin zur Liebhaberin eines erheblich jüngeren "Mannes" ist doch immerhin rational nachvollziehbar. Trotz allem würde ein schaler Nachgeschmack haften bleiben, wäre da nicht die adoleszente Unberechenbarkeit ihres Liebhabers. Spätestens in den Szenen, in denen eine aufgeflogene und verzweifelte Sheba versucht, ihre Fehler wieder gut zu machen und die Liason zu beenden, muss sie feststellen, dass sie sich selber etwas vorgemacht hat. Ihr Schüler hat sie angelogen, hat sie Wochen lang bedrängt, ihr Honig um den Bart geschmiert, alles nur damit er mit seiner Lehrerin in die Kiste kann; dass dieser junge Mann kein Interesse an einer Beziehung hatte, wird ihr auf schmerzliche Weise bewusst. Fazit: Wer Judi Dench mag, der liebt sie nach Notes on a Scandal! Selten sieht man diese "Grande Dame" des britischen Theaters und des Filmbusiness in einer solch bitterbösen Rolle. Die Einsamkeit von Barbara Covett scheint sich in jede noch so kleine Falte in ihr Gesicht eingegraben zu haben. Und welche heute noch lebende Schauspielerin kann durch ihre blosse Präsenz einen solchen Respekt auslösen, wie das bei ihr der Fall ist? Judi Dench ist die perfekte Wahl um den Hauptcharakter aus Zoe Hellers Roman "What was she thinking: Notes on a Scandal" auf die Leinwand zu bringen. Cate Blanchett als Verführerin eines jungen Schülers ist da nicht minder eindrucksvoll. Diesem Dreamteam an Frauenpower seien fünf goldene Sterne gewidmet. |
Judi Dench spielt himmlisch, obwohl manchmal das Gefühl hat, dass sie immer wieder ein bisschen die gleiche Rolle spielt(z.B. wenn sie immer ihre Zigarette anzündet und raucht). Doch sie spielt und spricht makellos! Cate Blanchett konnte mich in der ersten Hälfte nicht richtig überzeugen, doch in der zweiten Hälfte war sie auch wirklich sehr gut, doch Judi Dench konnte sie nicht übertreffen. Gute und spannende Story, tiefgründig, gute Musik, guter Schluss. |
Ich kann die Begeisterung für Notes On A Scandal nur sehr bedingt teilen. Judi Dench ist grossartig, einverstanden. Cate Blanchett spielt solide, trotzdem nehme ich ihr das blonde Naivchen nicht ganz ab. Bill Nighy wiederum überrascht sehr positiv. |
stimme da der vorgänger-kritik in einigen punkten zu. ich sah inhaltlich auch nicht genügend reize, um mich mit der geschichte und den figuren auseinanderzusetzen. für mich ein wunderbares schauspiel-duell zweier grosser darstellerinnen, doch zu den filmfiguren und ihren motivationen dringt man nur schwerlich vor. ich sag nur ungern, aber ich weiss nicht, was diese geschichte aussagen soll. |
Der Score hat mir sehr gut gefallen. Stimmt, manchmal wird er ein bisschen zu dominant - er sorgt aber auch für spannende Szenen. |
jep, die musik von glass ist in der tat klasse. |

