Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag La tourneuse de pages
La tourneuse de pages oder: Musikalischer Racheengel Da der Begriff "Racheengel" immer mal wieder in deutschen Verleihtiteln zwiespätliger B-Movies auftaucht, fällt es schwer, ihn auf Deborah François in La Tourneuse de Pages umzumünzen. Zu packend spielt die Entdeckung aus L'Enfant ihre nur schwer durchschaubare Figur. Schön wie ein himlisches Wesen sieht diese Mélanie aus, aber was in ihr drin vorgeht bleibt ein Rätsel. Roboterhaft wie die Terminatrix scheint sie auf dem Rachepfad zu schreiten, und dennoch gibt es zwischen ihr und Catherine Frots Figur auch eine sexuelle Spannung. Die Suspense bleibt so immer enthalten. Und mit dem Wissen, dass ihr Vater Metzger ist, schwant einem Blutiges, wenn man ihr bei der Zubereitung eines Kaninchens zuschaut. Wird die zierliche Blondine zum Äussersten gehen? Dabei wirkt in Denis Dercourts Film alles so schlicht: der lineare Aufbau des Plots, die fast starre Mimik aller Protagonisten, das unterkühlte Umfeld. Gerade die steife Bourgeoisie im Musikermilieu ist bestens eingefangen. Bis ins letzte Detail, wie Tristan, dem Sohnemännchen mit den steifen Armen, wirkt das alles sehr glaubhaft. Dercourt, der selber Bratsche spielt, scheint sich auszukennen. Das leicht verstaubte, sehr französische Setting täuscht aber nicht darüber hinweg, dass La Tourneuse de Pages ein richtig guter Thriller ist. Mit nur 85 Minuten gerade richtig in der Länge, damit man sich auch als Hollywoodianer mal wieder ins Arthouse wagen darf. Deborah François begeht vielleicht schon bald den umgekehrten Weg. |
Das Mädchen Mélanie stellt sich der Aufnahmeprüfung an das Konservatorium. Während des Vorspielens lässt sich die desinteressiert wirkende Vorsitzende der Prüfungskommission durch einen Autogrammwunsch ablenken und stört damit den Vortrag von Mélanie, was zu deren Prüfungsversagen führt. Zehn Jahre später erhält Mélanie die Chance, für einige Wochen als Kindermädchen für den Sohn der Pianistin in deren Haushalt zu leben. Es gelingt ihr, das Vertrauen der Pianistin - welche selbstverständlich die ehemalige Prüfungskandidatin nicht wieder erkennt und auch, bedingt durch einen nicht verarbeiteten Autounfall zwei Jahre zuvor an psychischen Problemen leidet - zu gewinnen, nutzt dieses aus und lässt sie schliesslich fallen. |

