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Beitrag After the Wedding - Efter brylluppet

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After the Wedding - Efter brylluppet oder: Die Übergabe


After the Wedding ist Mads Mikkelsens aktuell dritter Auftritt in den Schweizer Kinos: Der 42-jährige Däne ist zur Zeit bereits als unerschütterlicher Pfarrer Ivan im genialen Adam's Apples sowie als Bösewicht Le Chiffre im Bond-Abenteuer Casino Royale zu sehen. Die drei Filme demonstrieren anschaulich Mikkelsens schauspielerische Beweglichkeit: Einmal halbheiliger Gutmensch, einmal pokernder Bösewicht - und einmal ein einfach ganz normaler, mit Sorgen und Problemen behafteter Kerl.

Sorgen und Probleme haben übrigens fast alle Figuren in Susanne Biers zweistündigem Drama: After the Wedding ist die traurig-berührende Geschichte einer menschlichen Tragödie (wenn auch nicht gerade in griechischen Ausmassen). Wer gemütliche Entspannung sucht, sollte sich deshalb besser für einen anderen Film entscheiden; After the Wedding ist dafür zu anstrengend. Das ist durchaus positiv zu verstehen, denn es zeigt, dass die Filmfiguren und ihre Schicksale den Zuschauer mitreissen und mitleiden lassen. Ich zumindest bin stellenweise ziemlich angespannt im Kino gesessen.

Die wohl undurchschaubarste Person im Spiel ist Jørgen, vielschichtig dargestellt von Rolf Lassgård (Steget efter): dick und mit zusammengekniffenen Augen, cholerisch, jovial, stets am Rande einer Alkoholsucht und trotzt des zärtlichen Umgangs mit seinen Kindern irgendwie einfach unsympathisch. Der reiche Herr ist es denn auch, der mit sorgfältig verdeckten Karten ein seltsames Spiel treibt, welches weder für Jacob noch für Helene noch für den Zuschauer durchschaubar ist. Erst die (doch etwas überraschende) Auflösung gegen Ende des Films konnte in mir ein paar Sympathien für Jørgen wecken. Dieser sehr dominanten Gestalt zum Trotz überzeugen aber auch die anderen Hauptfiguren mit guten, stellenweisen intensiven und mitreissenden Darstellungen. Punkto Schauspiel gibt es so aus meiner Sicht nichts zu mäkeln an After the Wedding.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist hingegen Susanne Biers Vorliebe für extreme Close-Ups. Während die bildfüllende Aufnahme eines Auges (je nach Person) durchaus etwas Schönes für sich haben kann, empfand ich die leinwandfüllende "Lippe-am-Glas" dann doch als eher wenig aussagekräftig und ab der x-ten Wiederholung ausserdem als reichlich nervig; für mich ein bisschen zu viel des Guten. Und auch bei den eingespielten Popsongs war mir nicht immer klar, ob sie nun einfach dem persönlichen Geschmack der Regisseurin entsprungen waren, oder allenfalls eine Botschaft vermitteln sollten - wenn, dann blieb mir diese jedenfalls verborgen.

Das Kino habe ich trotz dieser kleinen Störelemente vom Film und seinen Figuren berührt verlassen. Wer dramatische Geschichten mag und Stories, wie sich Menschen in schwierigen Situation verhalten, dem sei After the Wedding mit gutem Gewissen empfohlen. Wer sich hingegen leichte Kost wünscht oder, inspiriert beispielsweise durch Adam's Apples, einen schrägen, ungewöhnlichen Film sucht, dem sei von Susanne Biers jüngsten Werk eher abgeraten. Und schliesslich: Wer sich fragt, ob Mads Mikkelsen auch in diesem Film irgendwo am Körper zu bluten beginnt: Dies ... wird natürlich nicht verraten!

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rs' Wertung: 4 Sterne

Etwas gewöhnungsbedürftig ist hingegen Susanne Biers Vorliebe für extreme Close-Ups. Während die bildfüllende Aufnahme eines Auges (je nach Person) durchaus etwas Schönes für sich haben kann, empfand ich die leinwandfüllende "Lippe-am-Glas" dann doch als eher wenig aussagekräftig und ab der x-ten Wiederholung ausserdem als reichlich nervig; für mich ein bisschen zu viel des Guten.

das hast du wirklich sehr sehr schön gesagt und da ich deine kritik im vorfeld gelesen habe sind mir eben diese zeilen während 119 minuten bei jedem close-up von neuem im kopf gedröhnt...;)

meine sympathien für dänische filme, anders thomas jensen und mads mikkelsen haben mich ins kino gelockt obwohl ich bereits wusste das ich nicht der typ für triefende familiendramen bin. was sich schliesslich auch bestätig hat, für mich war der ganze film einfach zu viel, zu lang, zu emotional und mit den tränen die im zweiten teil vergossen wurden hätte man den kinosaal fluten können (was wiederum zur folge hatte dass ich mich irgendwann zwischen schluchz und heul kurz vom film abgewendet hatte und stattdessen mit meinem begleiter einen dänisch-nachäff-wettbewerb veranstaltet habe..)

die geschichte fängt gut an, doch jørgens absicht kommt sehr schnell ans licht und ist auch nicht wirklich glaubwürdig.

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der gedanke dass man ersetzbar ist gefällt mir irgendwie nicht.. und jacob ist auch nicht gerade ein einfacher mensch, jørgen hätte seine 12 mio besser in ein dänemark-sucht-den-superpapi-casting investiert. die tochter hat ja auch betont dass für sie Jørgen der "richtige" vater ist und immer sein wird, da muss man die biologischen finessen nicht so wichtig nehmen. genauso absurd fand ich den schluss und die plötzliche unerwartet/unberechtigte harmoniedröhnung am grab.

doch der kinobesuch hat sich trotzdem gelohnt, die auf-dem-boden-gebliebene stimmung im film ist sehr schön und auch sämtliche schauspieler überzeugen, egal ob wut- oder tränenausbruch. durchaus berührend zwischendurch, aber auf dauer sehr anstrengen. und wenn auch sehr sehr dünn gesät, ein wenig humor ist tatsächlich vorhanden und umso köstlicher.

nonsense's Wertung: 4.0 Sterne

schauspielerisch absolut top, allen voran einmal mehr mads mikkelsen, der sich nun definitiv als einer der wahrscheinlich wandelbarsten akteure in meinem hirn festgefressen hat und respekt bekommt. die story fand ich im grossen und ganzen auch ok. ziemlich tragisch, aber dennoch nicht kitschig, was bei solchen "familiendramen" eigentlich nicht selbsverständlich ist. einzig der von nonsense erwähnte gedanke der "ersetzbarkeit" wollte mir auch nicht wirklich gefallen. ebenso der fakt, dass ich das "überraschende ende" schon vor der pause durchschaut habe und dies somit nicht mehr überraschend war... allerdings schien mir das finale dann doch wieder etwas sehr aprupt

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jorgen schreit rum "ich will nicht sterben", zeigt zum ersten mal im film wirklich emotionen und der zuschauer sieht in ihm auch zum ersten mal den "guten menschen" statt wie bis anhin den antipathieträger der story...und dann zack-schnitt-begräbnisszene.

abgesehen vom inhalt hatte ich bei diesem film exterm mühe mit dem schnitt. ich weiss nicht, obs daran lag, dass ich schon vor filmbeginn ziemliche kopfschmerzen hatte, aber jedenfalls wurde mir von den vielen close-ups, kameraschwenken und drehungen am schluss fast sturm in der birne

_mel_'s Wertung: 3.0 Sterne

War doch wieder Mal ein anderer Film, mit einem nicht ueblichen "Boese gegen Gut", "Wir sind so verschieden und verlieben uns trotzdem", etc. Thema.

Schauspieler, die als Sympathietraeger hervorragend gecastet wurde. Nur schon der kleine Junge der immer wieder im Film erscheint ist doch perfekt dafuer.
Und hier ist mein kleines Problem: Im Film gibt es fast nur Personen, die lieb, herzig, nett, verstaendnisvoll, etc. sind.
Ist aber auch gleich das einzige Manko.

Klar, er ist sehr traenenreich inszeniert worden, kommt aber aus meiner Sicht nie kitschig rueber.


Der zweite Film nach Adam's Apple, denn ich gut finde mit gleichem Hauptdarsteller und Drehbuchautor.

gruss

fabian.schoen's Wertung: 6.0 Sterne

ein sehr berührender film, bei dem lange nicht ganz klar ist, in welche richtung er abzielt. trotz den extremen close-ups (die mir nur kurz aufgefallen sind) ein durchaus zu empfehlender film fernab der normalen hollywood-einheitskost.

th's Wertung: 5.0 Sterne


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