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La Tigre e la neve oder: Komisch-tragische Poesie


Roberto Benigni ist ein Hanswurst. Ein Tausendsassa, der keine Minute ruhig an einem Ort sitzen kann. Das prägt auch seine Filme und spaltet die Zuschauerschaft in Genervte und Bewundernde. Ich bin irgendwie so mitten drin...! La Tigre e la neve (Achtung, man sollte den Titel nicht französisch aussprechen, macht sich nicht so gut, ich weiss das...) ist da nicht anders. Benigni hüpft von einem Bildrand zum anderen, fuchtelt und lässt seine gewohnten Wortschwalle auf uns niederprasseln. Den Italienisch nichtmächtigen (moi!) werden die Untertitel einiges abverlangen.

Die Mischung aus Surealem, Poesie, harter und verklärter Realität (Realsatire), Liebesgeschichte und Komödie wandelt oft knapp an der Grenze des gerade noch erträglichen, nicht hinsichtlich des Geschmacks, sondern der üppigen Mischung wegen. Manchmal ist es zuviel, manchmal ist es einfach bemerkenswert gelungen. Das Zuviel liegt einerseits an Benigni selber. Seine Filme leben natürlich von seiner enormen Leinwandpräsenz und seiner ihm eigenen Poesie, die ihn bei vielen so beliebt machen. Und einige seiner Gags und Wortspiele sind wirklich herrlich. Gleichzeitig ist hier aber auch ein Problem: wenn er ins Tragikomische abdriftet, erscheint einiges dann doch überzogen. Die Szenen im Krankenhaus mit der im Koma liegenden Vittoria gehören dazu und ziehen die Sache manchmal unnötig in die Länge.

Gemacht ist der Film prächtig. Wundervolle, manchmal heikle Szenarien in schöne Bilder umgesetzt, manchmal kitschig, visuell aber herrlich. Aber auch das gehört eben zu Benigni. Wie gesagt, man mag ihn, oder man mag ihn nicht. Ich bleibe dabei: soso lala.

Extras: Was nach einem Haufen Bonumaterial aussieht, ist eher (recht kurzer) Etikettenschwindel. Vielleicht noch am interessantesten düften die nicht verwendeten, drei Szenen sein. Das Bild ist hervorragend tranferiert, tolle Schärfe und eine gelungene, sehr satte Farbgebung gefallen. Obwohl der Film im vom Krieg erschütterten Irak spielt, bleibt der makellose Ton frontlastig mit Ausnahme von einigen Szenen.

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pb's Wertung: 3.5 Sterne

Zitat pb (2007-01-03 20:30:00)

La Tigre e la neve (Achtung, man sollte den Titel nicht französisch aussprechen, macht sich nicht so gut, ich weiss das...)

:d
Im Klimawandel werden unnütze Worte wie "neige" aus dem Vocibüchli gestrichen. Aber Warum der Tiger im italienischen weiblich ist, weiss ich auch nicht.

rm's Wertung: 3.0 Sterne

ist eben italienisch... komische sprache. ;)

pb's Wertung: 4.0 Sterne


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