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Frágiles oder: Spitalaufenthalte können auch langweilig sein.


Von Fragile kann man einiges erwarten: "Etwas lebt in einem alten Spital und das wird alles versuchen, die Patienten für immer bei sich zu halten." Das Material für einen guten Horrorfilm, der mit düsteren Sequenzen und heftigen Schockeffekten auffährt. Es kommt jedoch anders, im Gegensatz zum recht intensiven Darkness kommt Fragile nie an dessen Atmosphäre heran und bietet nichts weiter als einen langweiligen Grusler.

Spitäler, Irrenanstalten und Seuchenhäuser haben oft etwas gemeinsam: Sie sind alt, sie sind verfallen und sie haben meistens einen Sektor, zu dem man nicht hingeht oder in dem es sehr schlimm ist. Bei Fragile ist es ein ominöser zweiter Stock, der seit Jahren verlassen und abgeschottet ist. Das regt natürlich die Fantasie der kleinen Patienten an und schon geistert ein imaginäres Mädchen, genannt Charlotte, durch die verbleibenden Spitalzimmer. Man merkt, da werden nicht nur alle erdenklichen Klischees zusammen gekratzt, nein, sie werden auch alle gebraucht, doch selten war ein Schocker im Spital so langweilig.

Nach einem viel versprechenden Intro, bei dem aus unerfindlichen Gründen die Knochen eines Kindes vor den Augen der Ärzte gebrochen werden, verliert der Film viel an Tempo und verbringt die meiste Zeit mit Dialogen und lang gezogenen Szenen. Es wird beinahe mühsam, wenn man die ganze Zeit auf einen Schockmoment wartet und es geschieht einfach nichts und wenn es mal einen gibt, dann wirkt er wegen seiner ultraklassischen Natur beinahe deplatziert. Auch wenn die Hauptdarsteller gute Leistungen bringen und selbst die Kinderschauspieler in ihren Rollen überzeugen, können sie fundamentale Schwächen nicht überdecken. Die Story plätschert lange ereignislos dahin, unnötige Subplots werden sinnlos ausgewalzt und munter werden alle klassischen Horrorszenen zusammengeklaut und schlecht in die Story integriert.

Fazit: Fragile ist ein Reisbrettstreifen, der alle Komponenten kombiniert, welche man von einem Spitalschocker erwartet, diese aber so langweilig einsetzt, dass man sich ernsthaft fragt "wo ist da noch der Horror?" Obwohl die Story an sich ganz nett ist und auch eine etwas interessantere Auflösung bietet, läuft enttäuschend wenig. Auch wenn er als harmloser Grusler möglicherweise durchgehen könnte, verhaut er sogar das Finale und wenn endlich das mordende Etwas gezeigt wird, muss man einfach lachen. Darum, Finger weg von dem Pseudogrusler, da gibt es viel Besseres.

Die DVD bietet den Film in erwartet guter Qualität und überzeugt mit scharfem Bild und auch gutem Ton. Was jedoch der Grund für eine 2-Disk Edition rechtfertigt, ist schleierhaft. Das kurze Featurette, das fragliche B-Roll und das recht umfassende Making Of, hätte man auch auf die erste Disk packen können. Dennoch gibt das Bonusmaterial gute Einblicke in die Entstehung und in die Gedanken hinter dem Film.

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db's Wertung: 2 Sterne


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