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Marie-Antoinette oder: Schuhe, Schoggi und Champagner


Kirsten Dunst im 18. Jahrhundert. Sophia Coppola, selber ein Art Prinzessin einer Filmdynastie, auf dem Regiestuhl. Und auf der Tonspur dudelt Post-Punk statt ein Cembalo. Marie-Antoinette scheint fast wie gemacht für Leute, die den Kostümfilm sonst meiden. Das sind meist die Jungs, welche mit Korsetts und höfischen Intrigen nicht viel anfangen können. Leider ist dieses kleine Gesamtkunstwerk, wo alle aussehen wie Sachertorten, viel zu sehr ein Mädchenfilm geworden, als dass man sich als Mann länger damit befassen möchte, nachdem das erste Staunen über Prunk und Punk sich verflüchtigt hat.

Coppola ist bekannt für ihre Portraits von Frauen, die leicht verwirrt in neue Lebenssituationen gelangen. Marie-Antoinette ist die Weiterführung einer suizidalen Jungfrau, die Lost in Translation oder sonst wie verloren emotional geschüttelt wird. Diesmal einfach mit einer Dreherlaubnis in Versailles. Ein Fest für die Augen sind die Kostüme, Süssigkeiten und Parties, welche hier gefeiert werden. So sehr, dass man die anachronistischen Converse-Tuschi, die alle Welt im Film erblicken, verpassen kann. Die Sneakers müssen da aber irgendwo sein, denn davon redet eigentlich jeder nach dem Film.

Über die Geschichte selber gibt es nicht viel zu sagen. Es geht um eine gelangweilte Frau, die schon vor 200 Jahren so reich war, wie es heute nur Magnatentöchter oder Hotelerbinnen sind. Viel zu lange fokussiert Coppola auf die unvollzogene Ehe um an Ende Parklandschaften zu zeigen, wie das Terrence Malick schon in The New World tat. Bei seiner Pocahontas, eine andere Prinzessin wider Willen, hat es wenigsten noch einen kräftig gebauten Krieger, damit die Jungs auch noch was von den schönen Bildern hatten.

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rm's Wertung: 2.5 Sterne

Die NZZ rückt den Film in Sachen Faktentreue ins rechte Licht. Die alte Tante muss es ja wissen. Zu Zeiten der Marie-Antoinette ist sie bereits erschienen.

Zitat NZZ, 22.12.2006

Fiktion und Fakten
zit. Wahrheit und Wahrscheinlichkeit waren die beiden Hauptkriterien der französischen Theaterkritik im Zeitalter der Klassik. Wendet man diese auf Coppolas «Marie Antoinette» an, schneidet der Film nicht besonders gut ab. Sein Wahrheitsgehalt ist mässig: Die grossen Linien stimmen, aber im Detail ist vieles falsch. So konnte die künftige Königin bei ihrer Ankunft in Versailles schwerlich einen verzückten Blick auf die hinter ihrem offiziellen Schlafzimmer gelegenen «petits appartements» werfen - die liess sie nämlich erst zwölf Jahre später einrichten. Und in der Pariser Garnier-Oper hat sie nie einen Ball besucht, weil diese erst drei Generationen nach ihrem Tod erbaut wurde.

Nicht viel grösser als der Wahrheits- ist der Wahrscheinlichkeitsgehalt des Films. Das Königspaar mutet halbwegs lebensnah an - wobei Louis XVI seine lebenslustige Gattin nie bei ihren Eskapaden nach Paris begleitete und diese sich selbstverständlich auch nicht für jedermann sichtbar mit ihrem schwedischen Liebhaber im Park herumzuwälzen pflegte. Eindimensional erscheinen Mme du Barry und Mme de Noailles gezeichnet. Grotesk ist die Vorstellung, der kaiserliche Botschafter Mercy-Argenteau habe in Versailles die Rolle einer Art Haushofmeister gespielt. Und verunklärend wirken die Sprünge in der Chronologie: Gerade noch verlustierte sich Marie-Antoinette in Le Hameau (ab 1783 erbaut), da stirbt ihre Mutter (1780) - doch der Sarg, vor dem das Königspaar dann trauert, ist nicht der von Maria Theresia, sondern der des 1789 verschiedenen Thronfolgers . . . Eine zentrale Episode schliesslich im Leben der Königin, der als «Affaire du collier» bekannte Riesenskandal, bleibt unerwähnt - wie auch die zunehmend politische Rolle, die Marie-Antoinette in den 1780er Jahren spielte.



rm's Wertung: 2.0 Sterne

die königin ist tot, lang lebe die freiheit. }:)

als der film angekündigt wurde, dachte ich, dass das ein historisch korrekter streifen werden sollte, aber aufn "kostüm-barbie goes versailles" hab ich keinen bock -.- man sieht sich im free-tv, marie...

Ghost_Dog's Wertung: 2.0 Sterne

Wahrheitsgehalt hin oder her, bei diesem film ist es eigentlich nebensache, ob sie nun die pariser oper besuchen konnte oder einige zimmer in versailles erst später einrichten liess.

sophia coppola scheint kein interesse zu haben, eine "korrekte" biografie über eine berühmte königin zu machen. der fokus liegt auf die jugendjahre eines mädchens, dass sich durch langeweilige und keinerlei aufgaben lieber parties und shopping-launen hingibt. andersrum: was kann man sonst in versailles tun? irgendwie bekommt man fast mitleid mit ihrem schicksal (wie man auch mitleid mit einer paris hilton bekommt). die kann ja auch nix dafür, dass sie reich zur welt gekommen ist. aber das geld den charakter verdirbt, dass kann man fast nicht verneinen....

ganz klar, ohne prunk und glamour wär der film ein nackter kakadu. die kostüme und die ausstattung sind mitverantwortlich, dass man den film in den "schwachen" momenten trotzdem geniessen kann. aber sonst fehlt es dem ganzen sahnetörtchen an tiefe und geschmack. und die unübliche musik-auswahl hat mich gar nicht gestört, ganz im gegenteil... da tanzt die ganze gesellschaft zu siouxsie and the banshees "hongkong garden" und es stört nicht im geringsten.

manche werden's lieben, andre hassen. ich geselle mich mal in den mittelteil.

lafrecciablu's Wertung: 3.0 Sterne

Storytechnisch bringt der Film wahrlich gerade mal soviel, wie ein halbwegs weggelutschter, kitschig-farbener Lolli. Spiel und Schokolade sind vorhanden, Spannung fehlt gänzlich. Die prachtvollen Kostüme sind eine Augenweide, die Szenerie ist ansprechend. So auch die Schauspieler mit ihren Darbietungen. Bei der musikalischen Untermalung wurde mir ganz komisch und irgendwann fand' ich sogar diesen Effekt des gewollten Unwohlseinmachens (Wir sind gegen die langweiligen Konventionen!) ziemlich abgenutzt.

Schön verpacktes "Nicht so der Hammer"... unter "ferner liefen..."

nd's Wertung: 3.0 Sterne

Sehr schöne Inszenierung, Kirsten Dunst spielt einwandslos, Jason Schwartzmann ist unverschämt lustig, der Soundtrack ist ungewöhnlich aber passt perfekt zum Film. Sehr guter Film, den ich finde, zu unrecht ausgebuht wurde.

[Editiert von fearing is believing am 2007-02-25 21:35:28]

fearing is believing's Wertung: 5.0 Sterne

War sehr positiv überrascht vom Film. Nach all den Kritiken, dass der FIlm nicht tiefgründig etc. ist, muss ich sagen, dass diese fast alle unbegründet sind. Klar, der Film ist nicht so tiefgründig, wie zum Beispiel "Babel" oder so, aber er ist überhaupt nicht so oberflächlich wie alle sagen. Kirsten Dunst war fabelhaft und es machte richtig Spass ihr zuzuschauen und den Film zu geniessen. Sehr schöne Bilder und der Film ist überhaupt künstlerishc von der Regisseurin sehr inspirierend umgesetzt. Lustg, unterhaltend, schöne Bilder und der nötige Tiefgrund. Ausserdem ist der Soundtrack auch sehr gut und passt zum Film.

[Editiert von fearing is believing am 2007-02-25 21:35:59]

fearing is believing's Wertung: 5.0 Sterne

ein chick-flick. der film hat mich genauso gelangweilt, wie marie antoinette von den anstandregeln am französischen hof gelangweilt worden ist...

Ghost_Dog's Wertung: 2.0 Sterne


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