Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Joyeux Noël
Joyeux Noël oder: Besinnliche Soldatenfeier international Ein Lied geht um die Welt - oder besser: Musik ist die internationalste aller Sprachen. Christian Carions Film hat gute Absichten, aber er scheitert an seinen Darstellern und dem Pathos, das sich zu oft in die Bilder schleicht. Die Darsteller sind vor allem auf Deutscher Seite erstaunlich schwach: Die Diane Krüger aus Troy kann Kleider tragen, aber keine Rollen. Benno Führmann als Startenor ist sichtlich aber erfolglos bemüht einen intellektuellen Touch zu hinterlassen während Daniel Brühl als Leutnant fast noch den bleibendsten Eindruck im kaiserlichen Heer hinterlässt. Die alliierten Rollen scheinen mir insgesamt etwas besser getroffen. Zum Pathos: wenn Schütze Sprink mit Christbaum mitten im Niemandsland steht und aus voller Kehle singt oder Fräulein Anna die Weihnachtsmesse trällernd beendet, dann möchte man aus Scham (und nicht zuletzt wegen des ziemlich miesen Playbacksingens der beiden Darsteller) fast im Heimkinosessel versinken. Das sind wirklich Szenen, die ziemlich peinlich denn wirklich berührend wirken. Auch die Filmmusik von Philippe Rombi trägt mächtig zum klebrig-kitschigen Gefühl bei, den der Film zu oft hinterlässt. Joyeux Noël tümmelt sich im Genre des Antikriegsfilms, hat im Vergleich mit anderen Werken, die den Ersten Weltkrieg und seine unmenschlichen Greuel zum Thema haben (Paths of Glory, All Quiet on the Western Front), jedoch keine Chance. An Extras gibt es nur ein Making Of. Die Tatsache, dass es derartig weihnachtliche Verbrüderungen während des Krieges gab, hätte man sicher mit etwas historisch-dokumentarischem unterlegen können. Dankenswerterweise kann man die "internationale Version" als Tonspur auswählen, so dass die Soldaten ihren Muttersprachen treu bleiben können. Ein grosses Plus. Der Bildtransfer ist gut gelungen, insbesondere die Kontraste, nachdem der Schneefall eingesetzt hat, sind sehr sauber. Auch die Bildschärfe kann gefallen. Der Subwoofer hat durchgängig einiges zu tun, denn Kanonendonner ist fast den ganzen Film durch zu vernehmen. Die Dialoge im Frontbereich scheinen manchmal fast etwas verloren, die Ohren müssen also gespitzt werden. |


