Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Poseidon
Poseidon oder: Weltmeister im Luft anhalten Mal vorne weg: wer kann die Luft länger als eine Minute anhalten und dazu noch tauchend Hindernissen ausweichen? Na? Ab in die Badewanne und ausprobieren! Die Überlebenskünstler aus Poseidon, die schaffen das locker auch noch ein bisschen länger. Nicht nur das, auch gewagte 30m Sprünge in ein Flammenmeer und fantastisches Austricksen von Physik und Logik, all das kann man im Kopfunter-Film des Deutschen Meeresspezialisten Wolfgang Petersen mit Wonne begutachten. Eine Unverwechselbarkeit der sogenannten Katastrophenfilmen der 70er Jahre (Earthquake, Towering Inferno usw.) war die anfängliche Einführung der Charaktere, der man oft recht viel Zeit einräumte. Poseidon streift dieses "ungeschriebene Gesetz" nur ganz hurtig und so wissen wir schliesslich, wenn die (sorry Effektmenschen) höchst mittelmässig designte Welle den Ozeanliner trifft, dass unser Grüppchen aus einem Profizocker, einem Kotzbrocken im Rüschenhemd, einem Schwulen, einem neunmalklugen Kid, einem frisch verliebten Pärchen, einer hispanisch stämmigen, blinden Passagierin mit Platzangst, dem ehemaligen Bürgermeister von New York (ach...) und einer besorgten Singlemutter besteht. Wie erwähnt, alle davon sind gnadenlos gute Schwimmer mit einem Lungenvolumen, das manchem Apnoespezialisten die Röte in den Kopf steigen lässt. Doch solche Übertaten sind wir in Katastrophenfilmen ja gewohnt (sic!). Das grosse Problem des Films sind aber die Charaktere, um die man sich ganz einfach keinen Dreck scherrt. Eine der besten Szenen ist eine zu Beginn der Gruppenflucht, als Richard Dreyfuss den gierigen Kellner im Liftschacht abschütteln, im wahrsten Sinne des Wortes, muss. Schade, dass daraus aber auch gar nichts gemacht wird. Ansonsten sehen wir 1001 Todesarten, die man in einem kenternden Luxusschiff so sterben kann, unzählige Feuerwalzen (nach der x-ten ist es nur noch langweilig) und Unterwasserexplosionen. Nach 90 Minuten ist der ganze Spuk dann zum Glück auch schon vorbei und eigentlich ist einem egal, wer überlebt hat und wer nicht. Poseidon ist ein weiteres Kapitel der überteueren Blockbusterflicks ohne Stil und Atmopshäre. Da gucke ich mir doch lieber das Original an, The Poseidon Adventure, das hat wenigstens Charme. Extras: Die zweite DVD ist für die Extras reserviert. Weshalb, bleibt den Machern der 2-Disc Edition vorbehalten, denn die Länge des Films und die Menge des Bonusmaterials hätte wohl locker auf eine DVD gepasst. Das interessanteste der Extras ist das knapp 30minütige Special von History Channel, "Die Monsterwelle", der Rest ist Making Of Material im PR-Bereich und knapp darüber. Der Bildtransfer ist hervorragend gelungen. Die verschiedenen Farbstufen von Feuer über Explosionen und Unterwasseraufnahmen sind kraftvoll, das Detailreichtum ist beeindruckend. Gleiches gilt für die sehr lebendige Tonspur: die Effekte machen unheimlichen Spass. |
"höchst mittelmässig designte Welle den Ozeanliner trifft," |
also mich nerven dumme dialoge, schwache charaktere und eine vor logikfehlern nur so triefende story so oder so. ob es unterhaltung ist oder nicht. |


