Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Minority Report
Minority Report oder: Gsehsches? Steven Spielbergs Film basiert auf eine Kurzgeschichte von Philip K. Dick und erinnert von der Machart und vom Filmset her an Blade Runner ("Film Noir") und an A.I.: Artificial Intelligence, schneidet ein Thema von Gattaca an und ist ebenfalls actionreich wie I, Robot - insgesamt ist es eine ausgeglichene Kost. Der Hauptstrang der Geschichte wird eingängig erzählt (bewährtes Schema "Verlust/Reha"), zumeist aus der Sicht des Protagonisten John Anderton (sehr Tom Cruise lastig) und die Subplots bereichern unaufdringlich. Aber, obwohl der Film über zwei Stunden Laufzeit besitzt, zeigt er inhaltlich zu wenig Tiefe und bleibt wesentlich (und) actionreich - er lebt eher vom Sturm bis zum tödlichen Ereignis (John Andertons Tat) und der unwiderruflichen Prophezeiung (wobei, die verwirrte Precog spricht von "You have a choice!" - Verzicht ist nun gleich Abwendung oder Aufschiebung?); die Auflösung am Schluss ist gelungen. Faszinierend finde ich zudem die aussagekräftige Beschreibung jener Welt, die in gewissen Punkten die der unsrigen nicht unähnlich ist, worin, durch die fortschrittliche Technologie, der (gläserne) Mensch zig Bytes an Fährten anlegt über die "verfügt" werden, um z. B. mit "massgeschneiderten" Angeboten zu winken oder um geographische und soziale Positionen zu eruieren und worin z. B. auch die unbedenkliche Ausnutzung von (aussergewöhnlich begabten) Individuen im Dienste der Majorität ("Notwendigkeit einer mordfreien Welt") und die Konzequenzen von Transplantationen (Organhandel, Identitätsfrage) erwähnt werden. Komisch wird's, wenn der Detective Witwer inmitten dieser "glitzernden Moderne" die Hütte mit einer papiernen Vollmachtsurkunde einrennt, oder John Anderton mit seinen neuen Augen plötzlich einen japanischen Namen trägt und sich frei bewegen kann, ohne dass eine Alarmglocke schället. Zudem hätte man die Precogs frech mit der zu überwachenden Fehlerrechnung "Minority Report" auch einfach gesundschaffen lassen. Solide das Schauspiel der gesamten Belegschaft, aber auch der Tom Cruise veredelt nicht nur sich selbst, ist passend besetzt und agiert glaubwürdig, jawohl. Die CGI-Animationen und das Filmset sehen gut aus (Stadt; Jetpacks), es gibt eindrückliche Janusz Kaminski-Kamerafahrten (Vogelperspektive im Hotel; Jetpack-Schlacht) und untermalt Maestro John Williams das Geschehene musikalisch bestens (das outgenössische Musikdepartement informiert). Kurz, Minority Report ist ein visuell ansprechender Science-Fiction-Film, der viele interessante Aspekte zeichnet und gleichzeitig spannend unterhält. DVD-Features: Das Bild ist zwar körnig, dunkel, aber passend. Der Ton ist kräftig. Es sind wenig Untertitel vorhanden, "Deutsch" (für Normalhörende) fehlt. Das Navigationsmenu ist stilvoll, schlicht und bedienungsfreundlich. Diese Edition besitzt kein Bonusmaterial. Eine Doppel-DVD mit ausführlichen Extras ist erhältlich. |
Der "Vision" Philip K. Dicks in Ehren - bedenklich, mmh. Zitat derstandard.at (2006-11-29 09:34:00)
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das buch dazu: "das wittgenstein-programm" von philip kerr |
Seltsamerweise wird das Buch fast nirgendwo mit "Minority Report" in Beziehung gebracht, mmh. [Editiert von ronin am 2006-12-07 14:32:54] |
Zitat ronin (2006-12-07 12:39:31)
Tja, vielleicht wird's ja sogar ein guter Film. Den Report zu übertreffen ist ja nicht wirklich schwierig |
Ist es der Schluss? Das Augen-Paradoxon? Cruise? |
Zitat ronin (2006-12-08 06:27:56)
Zum Einen der ultramiese Plothole-Schluss (Spielberg always fucks up the end)...Dann die Kleinigkeiten wie: Spoiler zum Lesen Text markieren
Die Architekten des Polizeitgebäudes hätte man steinigen sollen...(wer baut den Pre-Cogs-Raum genau vor dem 'Hintereingang' des Polizeigebäudes? Ohhhh man! Die technological gimmicks sind hübsch gemacht und geben dem Film einiges an Charisma aber das reicht nicht...Bei weitem nicht. |
Zitat Markus (2006-12-08 07:33:35)
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ja, 1 Stern ist etwas hart, denn sie haben sich wirklich bemüht eine glaubhafte Welt zu schaffen und eine einigermassen Interessante Handlung/Szenario zu bieten. Natürlich wirft er mehr Fragen auf, als er beantwortet und das Ende hätte ohne Probleme auch andersrum sein können, aber da gibt es schlimmere Beispiele von einem versauten Ende. AI zum Bleistift... |
So, hab mir mal die DVD via Exila geholt und reingezogen. Positiv fand ich: Spannender Anfang, ein paar nette futuristische Geräte (Brechstab, Spiders) und Settings, geile Szene beim "Augenarzt", wirft ein paar interessante gesellschaftskritische Fragen auf und ist technisch gut gemacht (Kamera, Musik, Special-Effects). Negativ: Spoiler zum Lesen Text markieren
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Zumindest beim Ende des Streifens war mir so zumute, wie wenn mir jemand einen "Brechstab" an die Gurgel gedrückt hätte Drei Sterne! |


