Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Anuk - Der Weg des Kriegers
Anuk - Der Weg des Kriegers oder: Aus den Schweizer Bergen kommen wir... 18 Tage Drehzeit in den Innerschweizer Bergen. Schauspieler, die vor allem hinter dem Mikrophon mit Sangesstimme Bekanntheit erlangten. Eine Geschichte aus längst vergangenen Tagen. Ein Regisseur, der sich als Tausendsassa entpuppt und bewiesen hat, dass er die etwas "anderen" Filme mit Herzblut realisieren kann. Das alles ist Anuk, die neueste Produktion von Luke Gasser (der schon mit Fremds Land sein Faible für "Soundmovies" bewiesen hat) und der Film ist gar nicht mal so übel. Die Geschichte und die Hintergründe verlangen aber eine gewisse Flexibilität. Denn solche frühzeitigen Geschehnisse sind nicht jedermanns Sache. Da hats viele Menschen in prächtigen Fellen und Kostümen, von denen einige die deutsche Sprache hervorragend sprechen, andere mit breitem Schwiizer Akzent reden und wiederum solche, die meistens brummen oder sonstige Geräusche von sich geben. Ausserdem ist die Story natürlich keine Neuerfindung, sondern reiht sich in die Masse der "Machen wir uns auf die Reise ins Unbekannte, um jemanden zu retten"-Filme ein. Anuk versucht, mit blutigen Schlachtszenen, eine Intensität zu erreichen, die man aber dann mit den Zwischenmomenten bald wieder kaputt macht. So kommt eigentlich selten richtige Spannung auf und man ertappt sich dabei, sich einfach auf den Auftritt des nächsten Mimen mit grossem Namen zu freuen. Und die kommen in schöner Regelmässigkeit. Sei es Marc Storace als Medizinmann und Schamane, Stephan Eicher als Händler (sehr kurzer Auftritt) und natürlich die ehemalige "Warlock"-Frontfrau Doro Pesch, die zwar Klasse aussieht, aber irgendwie in ihrer Rolle nicht so aufblühen mag, wie auf der Konzertbühne. Fazit: Anuk ist ein bedingt gelungener Film, in dem vor allem Regisseur Luke Gasser seine Vorlieben für die Mischung von Urzeit, Indianertum, schöner Landschaften und harter Rockmusik einbringt und dem Zuschauer eine dafür nur teilweise interessante Geschichte bietet. Den Druck des engen Budgets und der kurzen Drehzeit merkt man dem Film leider an. Trotzdem können Freunde des getragenen Fells und der mysthischen Art sicherlich einen Blick risikieren. |
Interview with a Warrior |
Sehr geehrte Redaktion Ich möchte zu zwei Punkten, die von Kritikern eingebracht werden, meine Meinung sagen: -Zum Formalen"hölzerne Dialoge, Laienschauspieler usw.) - Zu Kritiken allgemein, ein wenig polemisch. Zum Thema: Ich glaube, dass Luke mit seinem "jungsteinzeitlichen Western" sowohl im Spirituellen, wie auch in der täglichen Lebensbewältigung Bereiche anschneidet, in denen die Wurzeln für unser menschliches (in seinem Film vorallem männlichen) Verhaltens liegt. Zum Formalen: Luke Gasser macht den hoch gelobten Autorenfilm: Er macht nämlich fast Alles selber. Zum Polemischen: Wird der Film "totgeschwiegen" oder "belächelt" wegen der alten Kulturkampfgeschichte: Zureich(Protestanten) gegen Innerschweizer Katholiken)? Etwa aehnlich der Berichterstattung über die Fasnacht (eine kreativ,anarchistiche Explosion) und die Steetparade (ein konsum orientierter, narzistischer Event)? Stellen sie sich vor Luke Gasser wäre kein Obwaldner sondern ein Schwarzafrikaner namens Lulu Gassoto aus Mali und er würde unter den gleichen Bedingungen sein Werk vor der Kulturschickeria in Lugano aufführen, der Leopard wäre im sehr wahrscheinlich sicher. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit Zuri der "Kampfbastler" --
[Editiert von zuriow am 2006-11-17 17:20:05] |
Zitat zuriow (2006-11-17 17:10:47)
Aber zu deinen Ausführungen, wobei ich vorausschicken muss, das ich keinen einzigen von Gassers Filmen kenne. Meine (Vor)Urteile basieren auf der Sichtung des Posters, des Trailer und dem ANUK-Logo, das aussieht als hätte es eine Sekschüler in einer langweiligen Geometrie-Stunde aufs Pult gekritzelt. Zitat zuriow (2006-11-17 17:10:47)
Zitat zuriow (2006-11-17 17:10:47)
Zitat zuriow (2006-11-17 17:10:47)
Zitat zuriow (2006-11-17 17:10:47)
Zitat zuriow (2006-11-17 17:10:47)
Zitat zuriow (2006-11-17 17:10:47)
Zitat zuriow (2006-11-17 17:10:47)
Zitat zuriow (2006-11-17 17:10:47)
Zitat zuriow (2006-11-17 17:10:47)
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Herrlich |
Okay, die Out Now Page ist eigentlich der falsche Ansprechpartner, das habt ihr aus der Höflichkeitsanrede treffend herausgespürt(das Original Mail, mit vielleicht ein bischen viel Emotionen geschrieben, ging an das Fernsehen, sie unterstützen Filme mit Thema vor der Aufklärung nicht) und ihr habt ja diesesmal den Film auf eurer Page aufgeschaltet und besprochen. Der letzte Film Fremds Land (nominiert als 2.meist besuchter Film für den Prix Walo) habt ihr nicht erwähnt. Ich glaube diese Seite ist das falsche Forum, um darüber zu diskutieren, wie zB. der Animismus die monotheistischen Religionen von ihm beeinflusst werden und in ironisierenderweise was ein Autorenfilm ist. Darum bitte ich Euch die Seite zu entfernen, macht weiter so, seit aber ein bischen mutiger und offen für Spezielles. |
solche themen können, dürfen und werden hier besprochen. allerdings ist es dabei förderlich, wenn man nicht in einem rundumschlag ein standard-beitrag schreibt, der letzten endes gar nicht auf das vorhandene zutrifft. sonst läuft man in die gefahr, dass die diskussion im ansatz bereits erstickt, wenn sein eigener beitrag rigoros zerpflückt wird. "fremds land" haben wir verpasst, darum findet man diesen bei uns nicht. mitunter ein grund dafür ist wohl, dass die autorenfilme beim schweizer publikum nicht besonders gut ankommen - die grosse masse interessiert sich (vorsichtig ausgedrückt) nicht im geringsten dafür. ergo laufen solche filme auch nur in ausgewählten kinos falls überhaupt, und dann nicht besonders lang. |
Ich finde solche Diskussionen, sofern sie immer innerhalb unserer Forumregeln bleiben, sehr anregend und machen mich nur noch neugieriger auf Luke Gassers Werk Anuk. Als Innerschweizerin (NW) sowieso. Deshalb find' ich's echt gut und hilfreich, jemandes Ansicht zu lesen, der den Film zu 100% unterstützt. Wäre schade, wenn du deinen Forumbeitrag (zuriow) nach wie vor entfernt haben möchtest... |
Da der "Redaktor" mit einigen meiner Ausführungen seine Liebe Mühe hatte und vielleicht in der Zwischenzeit den Film gesehen hat, habe ich versucht meine Version der Antwort an ein paar wenige Zeitungs-Kritiker ein bisschen zu ergänzen: -Zum Thema "Jungsteinzeit interessiert Niemanden" -Zum Formalen "hölzerne Dialoge, Laienschauspieler, Bubentäume usw.) Zum Thema: Ich glaube, dass Luke mit seinem "jungsteinzeitlichen Western" (oder Epos, Saga) sowohl im Spirituellen, wie auch in der täglichen Lebensbewältigung Bereiche anschneidet, in denen die Wurzeln für unser menschliches (in seinem Film vor allem männlichen) Verhaltens liegt. Zum Formalen: Luke Gasser macht den hoch gelobten "Autorenfilm": Er macht nämlich fast Alles selber. Er ist der Autor, man könnte ironischerweise sagen er ist der Autorenfilmemacher. Dabei wird er von einer "halben Talschaft" von Jung bis Alt, quer durch alle Parteien und Schichten unterstützt. Er schafft so nebenbei auch Identität in einer auseinander brechenden Gesellschaft. Bei all seinen Filmen hat Luke mit Musikern zusammengearbeitet. Bei "Baschis Vergeltung" mit Linard Bardill , in "Fremds Land" mit Florian Ast und im Anuk mit Katja Winter, Doro Pesch. Marc Storage und Stefan Eicher. Luke ist Musiker, Künstler und gelernter Bildhauer. All dies führte zu seinem eigenen Filmstil, der all diese Elemente verbindet: Der Soundmovie, geschnitten nach der Musik, fast im Stil eines 90- minütigen Videoclips. Dieser Soundmovie bedient sich der Erzählweise einer Sage oder eines Epos, verpackt in die Action-Form eines Jungsteinzeitlichen Westerns oder eines "Mad Max" Filmes. Die Dialoge unterstützen nur den Handlungsstrang und sind nicht in Hollywoodmanier überspielt, oder drücken auf die Tränendrüsen. Durch die Laiendarsteller erhalten sie den Charakter wie in einem Dok-Film. Diese Art wird der Form der Sage, oder des Epos gerecht, in denen oft die Handlung mit ein paar Sätzen erzählt werden kann. Stellen sie sich vor Luke Gasser wäre kein Obwaldner sondern ein Schwarzafrikaner namens Lulu Gassoto aus Mali. Er würde uns in dieser Form des Soundmovieeine unter den gleichen Bedingungen produzierte,archetypische Saga aus seinem Dorf am Filmfestival in Locarno vorführen, die Kritiker wären begeistert und der Leopard sprintet nach Afrika. Übrigens der neue Bond ist Bubentraum pur. |
Zuriow, ich glaube, die von SF haben deine Post gelesen... Zitat Kleinreport
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Zitat Weltwoche Ausgabe 48/06
[Editiert von ronin am 2006-12-04 20:14:14] |
Gibts da schon ne DVD oder ist zumindest etwas geplant? |
kommt sicher, ja. die frage ist wohl eher... wann |

