Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Hostel
Hostel oder: Anatomie für Anfänger Mit Hostel etablierte sich Eli Roth nach seinem Erstling Cabin Fever endgültig in der Horrorszene und feierte einen gewaltigen Erfolg. Bei uns kam er jedoch nie ins Kino und ist jetzt in einer "ungeschnittenen" Fassung auf DVD zu kaufen. Diese unterscheidet sich jedoch nur um wenige Sekunden von der Kinofassung und wirkt immer noch sehr inkonsequent, im Bezug was jetzt gezeigt wird oder nicht. Hostel war bereits vor dem Release als der grösste Schocker seit langem angekündigt und machte auch durch Ohnmachtsanfälle bei der Premiere Schlagzeilen. Der Film selber entpuppt sich allerdings vorerst als feucht fröhlicher Softporno, bei dem sich die drei Touristen mit viel Gras durch das Amsterdamer Partyviertel tanzen. So beschäftigt man sich mehr mit Brüsten und nackter Haut als mit Blood and Gore. Dadurch bleibt der eigentliche Horror lange aus, und obwohl irgendwie immer das Damoklesschwert über den dreien hängt und man immer das Gefühl hat "da stimmt doch etwas nicht", kommt kaum Spannung auf. Eins kann ich bestätigen: Obwohl sich Hostel doch lange Zeit lässt, die Schachfiguren auf ihre Plätze zu rücken, ist er auch ein sehr schonungsloser Schocker, der nicht davor zurückschreckt, Grossaufnahmen von abgetrennten Gliedmassen und herausgeplatzten Augen zu zeigen. Solche Szenen fallen allerdings oft nur sehr kurz aus und obwohl er in den einen bis an die Schmerzesgrenze geht wirken die meisten wiederum föllig harmlos und abgehakt, als ob ein Teil weggeschnitten wurde. Dadurch wirkt Hostel sehr inkonsequent und unfertig, als ob ein Hobbyregisseur an der Arbeit gewesen wäre, der die Hälfte vergessen hat. Trotzdem ist Hostel ein sehr realistischer Film, der durch mit halbzerfallenen Häusern und schmutzigen, blutverschmierten Gängen eine sehr düstere Atmosphäre aufbauen kann. Die Geschichte selber kommt sehr linear daher und bemüht sich gar nicht erst, grosse Überraschungen oder raffinierte Storywendungen zu präsentieren. Das ist auch einer der Schwachpunkte, denn wer sich etwas auskennt, hat schnell das Konzept von Hostel durchschaut und vermutet etwa, in welche Richtung der Film geht. So verliert er sich auch zwischen viel nackter Haut und blutigen Szenen und behandelt das eigentlich völlig krank/geniale Konzept, welches hinter dem Film steckt, nur am Rande. Schade eigentlich, denn eben dieses kranke Szenario hebt Hostel von einem Routinesplatter ab in die Klasse des anspruchsvollen Horrors. Fazit: Hostel hält im grossen und ganzen was er verspricht und bietet für den magenfesten und abgehärteten Kinogänger düsteren Horror, der genauso unterhält und auch mal Szenen zeigt, die unter die Haut gehen. Mit Hostel hat sich eine neue Art des Folterhorrors in dem Genre etabliert, der sicher noch viele Nachahmer finden wird. Dennoch bleibt es bei vier Sternen, denn trotz Folterungen und einigen wüsten Szenen kommt die eigentliche Idee nur am Rande zur geltung und viel zu lange muss man sich mit nackter Haut herumschlagen, bis es endlich zur Sache geht. Diese Szenen sind zwar amüsant, doch eigentlich nicht das, was man von einem solchen Horrorfilm erwartet. Unter dem Strich ist Hostel sicher ein Film der jedem Horrorfan zu empfehlen ist und sich trotz einigen Schwächen deutlich von der Masse abhebt, der erwartete Hammerschocker ist er jedoch bei weitem nicht. Die DVD selber bietet den Film in scharfen und klaren Bildern, die jedes Detail erkennen lassen und unterlegt sie mit klarem Sound, der auch die Boxen donnern lässt. Die Singledisk-Edition bietet auf dem Bonusbereich nur das absolute Minimum an Material, um einen kurzen Einblick ins Geschehen hinter der Kamera zu bieten. Der Multiangle-"Stunt" entpuppt sich als Lachnummer, bei dem nur gezeigt wird, wie die Kids ein Auto auseinander nehmen. Der zusätzliche Audiokomentar bietet zusätzliche Infos aus erster Hand und der Trailer rundet das Bild ab. Was aber wirlich interessant ist, ist die dreiteilige Behind-the-Scenes Dokumentation, welche vielen lustige Sequenzen von den Dreharbeiten zeigt. Allerdings fallen Infos über die Entstehung vom Film und die Postproduktion sehr dünn aus. |
Guter Horrorstreifen, weit besser als z.B. Saw 2 aber irgendwie ist der Streifen seinem Hype nicht gerecht geworden. Klar die Titten sind nett anzusehen, die Gewalt hoch aber zu wenig direkt und auch der Cameo von Miike ist nett. Aber leider ist der Film zuwenig konsequent, hat einen zu langen Aufbau und endet schlussendlich fast als Komödie! Im Vergleich hat mir z.B The Devil Rejects einiges besser gefallen, da dieser einfach durchs Band dreckig, direkt und sehr verstörrend wirkt. Allerdings wars ganz witzig bei unserem diesjähriogen Amsterdamurlaub den Kollegen MMS mit Tuch um den Mund und der Überschrifft "I go home" zu schicken! |
in Hostel Part 2 sind in den Hauptrollen drei Frauen, da wird es wohl ein etwas anderer Fokus haben und das ganze Softporno-Vorspiel sollte Wegfallen und das eigentliche Szenario sollte auch mehr im Vordergrund sein. Roth sollte einfach darauf achten, dass seine Filme nicht so geschnitten werden, dass sie nicht trotz "uncut" immer noch verharmlost wirken... |
Genau, deswegen kann ich auch die ganzen Lobpreisungen auf roth nicht verstehen. Schon Cabin Fever hätte den Rahmen für ein wahres Schlachfest geliefert und raus kam dabei eine dümliche Teenager-Odysse!
ähm mit 3 Frauen in der Hauptrolle bezweifle ich ernsthaft dass das Softporno-Vorspiel weggelassen wird! |
Zitat Chemic (2006-11-03 15:35:12)
Trotzdem, sollte er viel schneller mit dem eigentlichen Thema anfangen, denn aus Teil 1 kennen wir, wie der Hase an sich läuft. Jetzt sollte er darauf aufbauen und die Möglichkeiten des Hostels mehr erkunden. Jedenfalls ist inzwischen bekannt, dass die KillerKids eine wichtigere Rolle spielen und einiges krankes Zeug machen, von dem her, scheint er die Schraube schon etwas anzuziehen. |


