Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag A Good Year
A Good Year oder: It's clean. I like it because it's clean. Nachdem uns Ridley Scott letztes Jahr mit Kingdom of Heaven episches Kino à la Gladiator brachte, erzählt er mit A Good Year wieder eine sanftere und ruhigere Geschichte. Dass Ridley Scott nicht nur im grossangelegten Epen- und Actionkino zuhause ist, hat er uns schon teils mit Hannibal, aber vor allem auch mit seiner schrullig-skurrilen Gaunerkomödie Matchstick Men bewiesen. Die Geschichte über den Wandel vom arroganten Workaholic zum sensiblen und leidenschaftlichen Geniesser wurde schon etliche Male auf der Leinwand erzählt. Mit A Good Year kriegen wir eine weitere aufgewärmte Variante von einem solchen Plot, schön erzählt und in schöner Umgebung, jedoch ohne dabei mit Überraschungen aufzuwarten. A Good Year besticht vor allem durch tolle schauspielerische Leistungen (wobei Russell Crowe eher routiniert spielt, während Albert Finney (endlich wieder auf der Leinwand) dem Film genau die richtige Wärme verleiht) und einem schönen Kontrast zwischen dem kalten, gestressten und unpersönlichen London (in dem es realitätsgetreu meistens regnet) und der sehr warmen, menschlichen und kultivierten Provence. Die Provence wird in sehr schönen Bildern präsentiert und man glaubt, man könne den Lavendel förmlich riechen. Die Wandlungen, welche die Charaktere im Verlauf des Films durchmachen, werden einfühlsam und ausführlich gezeigt. Wenn es um die Story geht, fängt es an zu hapern. Nicht, weil es störende Logikfehler gäbe, sondern, weil das Rad nicht einmal im Kleinsten eine Neuerfindung erhält und der Film somit von Klischees gepflastert ist, dass es einem teilweise fast schon ein bisschen peinlich wird. So wird das Bild des Workaholics wie gewohnt als arroganter, äusserst selbstbewusster Charakter gezeichnet, der im Geld schwimmt und nichts anderes im Kopf hat, als sich durch die Frauenreigen zu poppen (und dies, natürlich, mit Erfolg). Die Klischees brechen auch während den Episoden in der Provence nicht ab und wenn dann das Happy End kommt und dazu auch noch der Song "Itsy Bitsy Petit Bikini" gespielt wird, dann kann man das Kino ganz unbeschwert und glücklich verlassen... Friede, Freude, Eierkuchen! Fazit: Als Feel-Good-Movie wie's im Buche steht, kann A Good Year allemal hinhalten und mit den sehr schönen Stimmungen und Bildern der Provence und den doch auch lustigen und frechen Szenen mit Russell Crowe weiss der Film gut zu unterhalten. Interessant ist, dass bei der Produktion auch der weltberühmte Provence-Autor Meter Mayle (dessen Buch "Ein guter Jahrgang" von 1994 als Vorlage fürs Skript diente) tätig war. Der Charme der Provence, der Darstellerinnen und der netten kleinen Story sind unbestritten, doch hätte man sich schon noch etwas Originelles (ein kleiner Twist in der Storyline) gewünscht. Was bleibt ist ein netter, sehr geradliniger Film, aber nicht mehr! |
Total Film nannte Scotts erste Zusammenarbeit mit Crowe seit The Gladiator eine Fussnote im Gesamtwerk des Regisseurs. Mehr ist A Good Year wirklich nicht. Der Altmeister hatte seinen Spass in der Provence, was man jeder Szene anmerkt. Die hügeligen Rebberge sind genauso schön eingefangen wie ebensolche Frauenkörper und der giftgrüne Smart in einer Nebenrolle. Prächtige Darstellerinnen wie Archie Panjabi (für einmal mit starkem indischen Akkzent) und Marion Cotillard erfreuen Aug und Herz. Und es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass die Big Names, wenn sie in Frankreich drehen, mit Valeria Bruni-Tedeschi arbeiten müssen, die schon für Spielberg in Munich kurz auf dem Set vorbeischaute. Crowe als bebrillter Banker ist hingegen gewöhnungsbedürftig. Leider ist die Story so formelhaft, dass man schon nach dem Betrachten des Trailers die gesamte Geschichte kennt. Ich sah nur die ersten 45 Minuten und deshalb viel zu wenig von Cotillard. Sie scheint erst später richtig zum Zuge zukommen. Der Trailer verrät ja auch, dass Sie und Crowe im Bett landen. Für mich ist die Französin definitiv die Hauptattraktion in diesem Film, der sich sonst eher an önologisch interessierte New-Economy-Gegner richtet. Mein Tipp: Trailer auf keinen Fall gucken und sich an der Landschaft, der Kameraführung und den Nebendarstellern erfreuen. Letztere sind durchs Band super. Der Freddie Highmore ist ziemlich gewachsen seit Finding Neverland und Richard Coyle für einmal etwas seriöser als Jeff aus Coupling zu sehen überraschend. @ BasilB |
Überdurchschnittlich für eine Liebeskomödie |
Hey Roland Sorry, dass ich deinen Kommentar erst jetzt gesehen habe... Gruss |
Zitat BasilB (2006-11-01 14:42:10)
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Zitat BasilB (2006-11-01 14:42:10)
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Oh weh! |
Zitat BasilB (2006-11-01 16:02:19)
[Editiert von thatssno am 2006-11-01 16:20:04] |
nichts weltbewegendes, aber trotzdem herzerwärmend. wer träumt nicht von solch einer erbschaft? die story ist etwas gar simpel gestrickt und die hauptfigur max skinner könnte ruhig mehr schattierungen vertragen. irgendwie sind die nebenfiguren allesamt spannender als der hauptcharakter. denn sorry, der wandel vom erfolgsgeilen und arbeitswütigen Max zum romantischen weingutbesitzer geschieht doch ziemlich auf die schnelle. |
hübscher film, sehr ungewöhnlich für Ridley Scott. Simple Story, aber wunderbar umgesetzt (traumhafte Bilder). Provence-Liebhaber werden ihre Freude daran haben (und dann erst noch die Erwähnung des herrlichen Südfranzosen-Rotweins Bandol!). |

