Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag The Wind That Shakes the Barley
The Wind That Shakes the Barley oder: Alles stuuri Sieche, Laalalaalalaaaaa! Nach The Wind that shakes the Barley ist man um zwei Erkenntnisse reicher. Die Irische Revolution war ersten komplex und zweitens brutal. Ken Loach und sein Drehbuchautor Paul Laverty wollen dies auch gar nicht bestreiten sondern forcieren beides, indem sich Gewaltexzesse mit Diskussionen abwechseln, in denen alle Positionen innerhalb der verschiedenen Bürgerkriegsparteien miteinbezogen werden müssen. Das Perfide bei der Brutalität ist dabei, dass es sich bei Damien um einen Arzt handelt, der den Menschen eigentlich helfen sollte. Doch leider ist das auch die einzige Gefühlsregung, die der Film beim Zuschauer bewirkt. Auch wenn die britische Besatzungsmacht noch so brutal dargestellt wird (Loach sieht darin auch Bezüge zur amerikanischen Aussenpolitik von heute, so dass die Weltwoche ihre Besprechung des Films mit "IRA-k" betitelte.), richtig nahe gehen einem die Figuren nie. Deshalb fällt auch das Ende, das wohl der emotionale Höhepunkt hätte werden sollen, irgendwie flach aus. Der Gewinner der goldenen Palme des Festivals von Cannes 2006 ist leider nur eine brutale Geschichtslektion, detailreich ausgestattet und gut besetzt, aber mit Sicherheit nicht der beste Film, den Ken Loach je gemacht hat. Ausserdem ist Vorwissen über "Sinn Féin", "The Flying Column" und "Cumman na mBann" von Vorteil. Der Titel hingegen ist eine Zeile aus einem Lied von Robert Dwyer Joyce. |
Mich hat der Film mitgerissen und den Schluss habe ich als unglaublich traurig empfunden. Ich glaube, dass Ken Loach mit der Brutalität keineswegs übertrieben hat, im Gegenteil. Um die Verzweiflung und Aussichtslosigkeit der unterdrückten Bevölkerung darzustellen und deren Widerstand verstehen zu können muss die brutale Herrschaft der Briten klar gezeigt werden. Aber eine Szene war auch für mich nahe am ertragbaren. Nur eine gewisse Grundspannung hat mir während dem Film hin und wieder gefehlt. |

