Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag An Inconvenient Truth
An Inconvenient Truth oder: "This is really not a political issue so much as a moral issue" Wem das hier zu lang ist: Im letzten Absatz gibt es eine Kurzfassung... Global Warming, resp. Globale Erwärmung und Klimaerwärmung sind Begriffe, deren generelle Bedeutung heute kaum mehr einer grossen Erläuterung bedarf: Es geht um den Anstieg der durchschnittlichen Temperatur der Erdamtosphäre und der Ozeane. Dass sich das Klima unseres Planeten in den letzten Jahrzehnten erwärmt hat und weiter erwärmen wird, gilt als wissenschaftlich gesichert. Ebenso steht fest, dass bei einem globalen Temperaturanstieg das Klimasystem der Erde beeinflusst wird. Exakte Prognosen zur Zukunft unseres Klimas, zum Grad der Erwärmung und dem Ausmass dadurch ausgelöster klimatischer Veränderungen sind aufgrund der Komplexität des Erdklimas hingegen schwierig zu machen. Diese Unsicherheiten bezüglich der Zukunft, aber auch die Involvierung wirtschaftlicher und politischer Interessen, machen die Klimaerwärmung zu einem kontrovers diskutierten Thema. An Inconvenient Truth leistet einen interessanten Beitrag dazu. Der Film (im Juni 2006 mit dem Humanitas Preis ausgezeichnet) ist im Groben aus zwei Hauptelementen aufgebaut: Aus einem Referat Al Gores zum Thema Globale Erwärmung, in dessen Verlauf zahlreiche Fakten und Erläuterungen zur Klimathematik präsentiert werden. Und aus einer Dokumentation der Person Al Gores, die Einblick in die Motive und Hintergründe seines Handelns gibt. Beim ersten Element handelt es sich um einen Vortrag, den Al Gore seit mehreren Jahren weltweit dem Publikum präsentiert. Im Film wird dabei eine Mischung aus Live-Ausschnitten des Referats und aus Filmaufnahmen mit der Stimme Al Gores aus dem Off gezeigt. Dabei entpuppt sich der ehemalige Präsidentschaftskandidat als witziger, mitreissender Redner und Präsentator, der mit seriösem Fachwissen den Verstand und mit gekonnt ironischen Bemerkungen das Herz anspricht (ein Beispiel, das weniger gehaltvoll ist als der Film, dafür lustiger). Auf fachlicher Ebene bewegt sich Gore dabei auf der sicheren Seite und begibt sich zumeist gar nicht erst auf das wissenschaftliche Glatteis von Zukunftsszenarien und Prophezeihungen. Vielmehr zeigt er auf, was sich bisher ereignet hat und welche Auswirkungen dadurch ausgelöst wurden. Die Zukunftsvisionen überlässt er zu grossen Teilen der persönlichen Vorstellungskraft seines Publikums. Die Inhalte visualisiert er mit packenden Aufnahmen (Faszination Naturgewalten!), immer wieder aufgelockert mit witzigen Einschüben wie beispielsweise einem Ausschnitt aus der Futurama-Episode Crimes of the Hot, worin die Entstehung Globaler Erwärmung in unterhaltsamer Manier erklärt wird. Dabei versteht sich: Das Erdklima ist ein dermassen komplexes Thema, dass eine ein bis zwei Stunden dauernde Präsentation im Dienste guter Verständlichkeit gar nicht anders kann, als Inhalte zu vereinfachen und Details beiseite zu lassen. In diesem Zusammenhang gibt es inhaltliche Punkte, deren wissenschaftliche Korrektheit von kritischen Geistern möglicherweise in Frage gestellt werden kann; den Hurrikan Katrina als direkte Folge der Globalen Erwärmung darzustellen, scheint mir angesichts der Komplexität des Wetters beispielsweise doch etwas gewagt. Diese Einschränkung im Auge behaltend, empfand ich (als Laie) das Präsentierte dennoch als ehrlich und korrekt, wobei Gore sich auch nicht scheut, die Argumente von Zweiflern ("warme Perioden hat es in der Geschichte der Erde immer gegeben") aufzugreifen - natürlich nicht ohne sie im Folgesatz sogleich schlüssig zu entkräften. Das zweite Element ist eine Annäherung an die Person Al Gores, die den ganzen Film durchwebt und die von Regisseur Davis Guggenheim (Alias - The Prophecy) sensibel und unaufdringlich umgesetzt worden ist. Gezeigt werden sowohl Rückblenden (oft Archivaufnahmen) wie auch gegenwärtige Situationen, beispielsweise Al Gore im Flugzeug beim Bearbeiten seiner Präsentation. Dazu erzählt Gore aus dem Off von jenen Ereignissen, die ihn zu seinem Klima-Engagement getrieben haben: von seinem College-Lehrer beispielsweise, der sich bereits in den 60-er Jahren mit CO2-Messungen befasste, oder vom schweren Umfall seines kleinen Sohnes, der ihn realisieren liess, was es heisst, etwas geliebtes zu verlieren. Dabei geht es nicht darum, Al Gore in all seinen Facetten zu porträtieren; sondern darum, mit bewusst gewählten Anekdoten einige der Beweggründe für sein Engagement zu illustrieren und dem etwas abstraktem Thema "Globale Erwärmung" eine persönliche Note zu verleihen. Sehr kritische Geister mögen hier anfügen, dass Al Gore auch noch andere, vom Film verschwiegene Antriebe für sein Handeln haben könnte - möglich. Aber kaum zentral. Insgesamt ist An Inconvenient Truth ein spannender Film, der sich einem wichtigen Thema seriös, dabei aber durchaus mit Charme und Witz annimt. Vom etwas reisserisch wirkenden Trailer sollte man sich nicht abschrecken lassen - der Film schlägt eine wesentlich sachlichere Tonalität an, ohne dabei spröde oder langweilig zu sein. Und er motiviert: Auch wenn Al Gores finaler Pepptalk zuweilen ein bisschen gar viel Pathos versprüht - ich habe den Kinosaal mit erstärktem Tatendrang und guten Vorsätzen verlassen. Konkrete Tipps, um selber einen Beitrag zu leisten, gibt es übrigens im Abspann. Kurzfassung: Thema: Global Warming/Globale Erwärmung (Schwerpunkt) und Al Gore (Zugabe). Eindruck: Spannend und aufrüttlend, dabei weitgehend seriös (attestiert auch das Forum for Climate and Global Change in einem der Pressemappe beigelegtem Statement); Gore hat Charisma. Kritik: Zusammenhänge werden zuweilen vereinfacht dargestellt. Fazit: wichtig und empfehlenswert! |
Zu diesem Thema wurden insgesamt 31 Beiträge geschrieben.
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Den Film gratis zu sehen gibts vom 19. bis 25. Oktober Kiwi 7 in Winterthur. Seit gestern Montag könnte man sich auf der Website der Kiwikinos die Tickets reservieren lassen. Nur leider funzt die Site nicht Die Devise lautet: Weiterprobieren! |
Die Seite der Kiwikinos funzt wieder, und es scheint recht gut zu laufen. |
6 Sterne....da wichtig, dass ihn jeder auch wirklich jeder gesehen hat....eindrücklich - erschreckend! |
Ein MUSS für jeden Schulunterricht. Ein sehr imposanter Vortrag vom Präsidenten der Herzen, welchem man die Routine anmerkt, denn über 1000 Slideshows dieser Art hinterlassen Spuren. Die Fakten sind erschreckend, die Darstellung für jedermann verständlich. Sonst helfen Filmchen aus Futurama oder Beispiele mit dem Frosch. Auch die Tritte ans Schienbein des amtierenden Präsis der USA und dessen Administration sind mehr wert, als ein Schmunzler. Ein Must-See für jedermann, denn auch wenns sich gegen Ende ein bisschen hinzieht, ein toller Film, resp. eine tolle Doku. Jaja, und sogar die Schweizer Gletscher werden erwähnt und die Bilder der Erdrutsche gehen einem doch recht nah. |
Erfreulicherweise scheint die Aktion in Winti ein voller Erfolg zu sein: die Samstagabend-Spätvorstellung war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Unter dem sehr gemischten Publikum waren durchaus auch kaugummikauende Teenies - welche wohl sonst nie auf die Idee gekommen wären, sich den Film im Kino anzuschauen. Zum Film: wirklich beeindruckend und spannend. Einziges Makel: da er (naheliegenderweise) stark auf Amerika ausgerichtet ist, besteht hier in Europa die leichte Gefahr, sich nach dem Kinobesuch zurückzulehnen, im guten Gewissen zu suhlen und zu denken "Jaja, die Amis sind an allem schuld"... Trotzdem sei der Film allen empfohlen. Im Gegensatz zu Muri würde ich aber davon abraten, ihn im Schulunterricht einzusetzen, denn was Schule ist, ist für die meisten Jugendlichen im Voraus "wääh". Besser wäre, die Kindern/Jugendlichen selbst entdecken zu lassen, was zu entdecken ist. Aktionen wie diese im Kino Kiwi sind dafür ein hervorragender Ansatz. Danke dafür! |
Zitat sebe (2006-10-22 13:02:27)
Ich meinte damit, dass die Schulklasse gemeinsam ins Kino geht, sich das ansieht und danach im Unterricht diskutiert und sich der Lage ein bisschen bewusster wird. |
An Inconvenient Truth oder: The Day After Tomorrow Also zuerst einmal: Es handelt sich hier nicht um einen Spielfilm, nicht einmal um einen richtigen Dokumentarfilm. Das hier ist ein spannender Vortrag, den nun wirklich jeder sehen sollte. Zur Person Al Gore ist zu sagen, dass er es schafft nie dem Zuschauer auf die Nerven zu gehen, im Gegenteil, er erzählt so symphatisch und einfallsreich seinen Vortrag, dass es während dessen nie langweilig wird. Langweilig wird es höchstens dann, wenn über Gores Kindheit erzählt wird. Fazit: Unbedingt anschauen! Ich gebe das Sternemaximum, weil ich mir wünsche, dass wirklich viele junge Leute in meinem Alter reingehen und sich, wie ich mir, Gedanken über die globale Erwärmung machen und selber Verbesserungsvorschläge bringen. |
Obs wirklich was bringt? Hier meine zwei Lieblingszitate der Pickelgesichter anlässlich der Pause des Film während einer "Volksvorstellung" in Winterthur.
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Zitat rm (2006-10-28 11:41:55)
Der Erste hat gar nix verstanden, der Zweite hat's wenigstens gut gemeint. [Editiert von henker am 2006-10-28 12:31:19] |
Von mir auch 6 Sterne! Gut gemacht, sympathisch präsentiert und so einfach erklärt dass eigentlich auch Mister "5-Hirnzellen" George Walker Bush schnallen sollte, was passieren wird, wenn wir uns nicht radikal ändern... Aber leider denke ich, dass die Industrie-Staaten nicht schnell genug kapieren werden was passiert. Gore hat ein super Beispiel gebracht, als er erzählte, dass ein ehemaliger Erdöl-Konzern-Chef zum Umweltminister wurde im Bush-Kabinett und als man ihn entliess - man staune - ging er zurück in die Erdöl-Industrie... komisch, dass Amerika keine Ahnung von Global Warming hat... Tja, ich hoffe der Film bringt was! Für mich persönlich war vorher schon klar, dass mein nächstes Auto ein Hybrid-Antrieb haben wird... aber auch sonst gibt es noch viele kleine Dinge, die jeder tun kann und sollte. siehe: |
Also der Film sollte eigentlich jeder sehen!
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29.03.2007 nach 1advd |
Hat für mich nichts neues aufgedeckt. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wirs nicht packen werden und uns schon jetzt auf diese Szenarien vorbereiten können.(ist nur eine Frage der Zeit) Erschreckend für mich sind nur die vielen Statments, dass "neue" Zusammenhänge gezeigt wurden...Willkommen auf der Erde! Sie ist eine Kugel und unsere bis jetzt einzige Heimat. |
Ich bin erstaunt (na ja, erstaunt nicht wirklick, eher enttäuscht An Inconvenient Truth ist ein wahres Meisterwerk des Dokumentarfilms: auf Fakten basiert und wirklich sehr objektiv. Erstaunlich, wie unterhaltsam ein Film sein kann, der mit so vielen Zahlen, Grafiken und Statikstiken arbeitet. |
Zitat TheGodfather (2007-03-05 16:01:52)
nun, für einmal scheinen sich die meisten einig, sodass es gar nicht mehr viel zu diskutieren gibt...
so oder so: hoffentlich wachen langsam aber sicher alle auf. auch wenn der katastrophal warme winter dieses jahr wohl nicht alleine auf die verschmutzung zurückzuführen ist, darf man sich schon langsam fragen, wohin das noch führt. |
Nun Al Gore ist glaubwürdiger als Nicht-Presi da er nicht in der Verantwortung steht. Er hatte niemals die Chance etwas Grosses zu ändern, da er nicht in der Position dazu war. |
JEDER sollte diesen film gesehen haben. |
Zitat _mel_ (2007-05-06 00:53:12)
An Inconvenient Truth ist ein Film, der sich perfekt für das amerikanische Massenpublikum eignet. Es wird einfach und anschaulich erklärt und der Humor kommt auch nicht zu kurz. Es gibt zwar keinen Sternabzug für die teilweise etwas sehr kitschigen Zwischenkommentare von Al Gore, doch das nimmt dem Film die Perfektion. |
Guter Film, nett gemacht, allemal interessant und Pflicht für alle. Abzug gibts für zu viel Ami-Style, aber die sollens ja auch verstehen |
Hui ganz netter Streifen. Nette Animationen und beeindruckende Bilder, das ganze smart und spritzig erklärt. Der Ami-Style ist natürlich gewollt, da der Film ja auch in erster Linie die Amis ansprechen will. Einzig das Gelächter des Publikums fand ich bisschen unpassend. |
And....the Friedensnobelpreis goes to Al Gore! |
Holy Crap! |
Super Entscheidung! Hoffentlich hilft das dem Film nochmals ein Stück bekannter zu werden! @El: Was heisst hier bloss? Weisst Du, dass er den Vortrag persönlich schon in über 1000 Städten gehalten hat? Und dass das Klima der Erde unmittelbare Auswirkungen auf brodelnde Konflikte/Kriege auf unserer Erde hat? |
Finde den Link zwischen Friedensnobelpreis und Gores (löblichem) Engagement auch ein wenig weit hergeholt. Die Preisvergabe ist wohl wieder mal in erster Linie als politisches Statement zu deuten... |
Zitat WhiteShadow (2007-10-12 13:17:01)
Wir sich vermutlich für den Gore auch bezahlt gemacht haben... |
Zitat WhiteShadow (2007-10-12 13:17:01)
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Zitat El Chupanebrey (2007-10-12 19:11:55)
Steht aber in enger Verbindung. Leidet ein Land an Hungernot und grosser Armut, was durchaus durch klimapolitische Probleme oder Umweltverschmutzung ausgelöst werden kann, gibts Flüchtlinge, was alles andere als förderlich für den Frieden ist. |
Zitat ebe (2007-10-12 13:30:14)
seh ich auch so! |
Der Film zeigt die Umweltprobleme gut auf und Al Gore erklärt sie auch verständlich. Jedoch fand ich, dass der Zuschauer zu fest überrollt wird mit Statistiken und Zahlen. Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich auch die Vermischung von ernsten Problemen mit Al Gores Leben. Mr. Gore, der in seinem Auto zu seiner alten Heimat reist gehört für mich nicht in so einen Film. Etwas irritiert hat mich, dass Gore ständig in seinem (riesigen) Auto oder in einem Flugzeug gezeigt wird, das widerspricht ja seiner Botschaft, die Erde vor der Klimakatastrophe zu bewahren. Alles in Allem hat der Streifen aber seine Wirkung gut erzielt. 4.5 Sterne |
Sehr beeindruckend und regt zum nachdenken an. Abzug gab's dafür - wie schon erwähnt - für zuviel Ami-Stil und teils etwas zu dramatisiert. Ansonsten sehr empfehlenswert und ein Muss! [Editiert von prad0x am 2010-02-26 22:48:37] |

