Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag The Queen
The Queen oder: Gefühle zeigen schickt sich nicht The Queen lief 2006 sehr erfolgreich an der Biennale in Venedig und galt als Favorit für den Goldenen Löwen. Dieser wurde Stephen Frears' Werk allerdings vom Überraschungsfilm Still Life aus China vor der Nase weggeschnappt. Übrig blieben der Preis für das beste Drehbuch von Peter Morgan und die - hochverdiente - Coppa Volpi für Helen Mirren als beste Hauptdarstellerin. Ihre Leistung ist grandios, ihre Verkörperung der Königin, deren Weltbild dem Zeitgeist nicht mehr zu folgen vermag, trägt den ganzen Film und macht diesen allein schon ihretwegen sehenswert. Nach Palais royal! ist The Queen bereits der zweite in jüngster Zeit im Kino angelaufene Film, welcher sich mit der Geschichte rund um das Leben und Sterben von Lady Di befasst. Während ersterer die Aufmerksamkeit auf die "Prinzessin der Herzen" fokussierte und sich dabei der Mittel der satirischen Überspitzung bediente, konzentriert sich der vorliegende Film auf eine realistische Charakterzeichnung der Königsfamilie, insbesondere von deren Oberhaupt, Queen Elizabeth. Im Unterschied zu Palais Royal!, der in einem fiktiven - aber eindeutig zu identifizierenden - Königreich spielt, nennt er die Personen beim Namen und lässt die Geschichte unverändert, wie sie sich in Wirklichkeit abgespielt hat. Dies ist insofern ein durchaus interessantes Unterfangen, da ja - ausser Diana - alle involvierten Personen noch leben und ihre Positionen nach wie vor innehaben. Normalerweise werden Biopics ja erst nach Ableben oder zumindest nach Rücktritt der portraitierten Personen gedreht. Wie die echte Queen auf diesen Film reagiert, sei dahingestellt. Es ist aber durchaus möglich, dass sie den Film als ihrer würdig erachtet: Obwohl einige Szenen das Königshaus in nicht sehr vorteilhaftem Licht erscheinen lassen (so diskutieren die Windsors schon mal gemütlich über die Jagd, während im TV Persönlichkeiten der Weltpolitik wie Nelson Mandela live ihr Beileid zu Dianas Tod ausdrücken), zeigt Frears doch grosses Einfühlungsvermögen und Verständnis gegenüber den leicht antiquierten Wertvorstellungen der Königin. Man beginnt die Gründe zu verstehen, warum sie den Weg der Abschottung dem Weg des öffentlichen Gefühle-Zelebrierens vorzieht. Und ist sich auf einmal nicht mehr so sicher, welcher der beiden Wege denn nun tatsächlich der bessere ist. Die Handlung von The Queen verspricht keine grosse Spannung: schliesslich wissen wir alle, was sich in dieser denkwürdigen Spätsommerwoche in England abgespielt hat. Trotzdem ist der Film an keiner Stelle langweilig - sondern ein grossartig gespieltes Portrait einer sich von der Öffentlichkeit entfremdenden Königin. |
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portrait einer königin, die das richtige zu tun meint und sich in einem grossen dilemma wiederfindet. brilliant gespielt von helen mirren und auch anderen darstellern, deren namen mir nicht grad einfallen, intelligentes drehbuch, welches geschickt die balance hält zwischen verständnis und unverständis für die damaligen ereignisse und darauffolgenden taten. für mich ein film mit langzeitwirkung. auch wenn man nicht viel über die royals weiss oder wissen möchte und die ganze diana-sache nicht mitverfolgen wollte oder konnte, absolut sehenswert.vorallem die anspielungen der queen, wie schnell man beim volk in ungnade fällt und dies sagt sie ausgerechnet tony blair. [Editiert von lafrecciablu am 2006-11-12 17:38:23] |
Helen Mirren spielt Ihre Mäjestät hervorragend. bisschen störend wirkten da die anderen schauspieler, die ihren gespielten charakteren doch leider nicht ganz so ähnlich sahen. eindrücklich hingegen wie aufgezeigt wird, dass alte denkweisen von einem tag auf den anderen über den haufen geworfen werden müssen, bzw was passiert, wenn man sich zu sehr an alte traditionen hält. |
Es ist irgendwie befremdlich einen Film zu sehen in dem der zentrale Dreh- und Angelpunkt der Tod einer Person ist, die man nun seit zehn Jahren nur in ikonisierter Form und somit fern von jeglichen Realitätsansprüchen kennt. Ich war mitten in der Pubertät als Lady Di starb und hatte somit so gut wie keine Bezüge zu ihr, ausser meinem Wissen durch die Medien. Dieser Film zeigt nun zwei Seiten die Diana inne hatte: Die Queen wird über weite Teile des Films alles andere als symphatisch dargestellt. Ihr Umgang mit der Trauer und ihr erst spätes Einlenken was die öffentliche Anteilnahme betrifft, wirken für uns "normales Strassenvolk" sehr emotionslos, weil zu antiquiert. Spoiler zum Lesen Text markieren
Unterm Strich geht der Film aber recht versöhnlich mit dem Thema Das Königshaus und sein Umgang mit Dianas Tod um. Jede Seite bekommt genug Erklärungsraum was am Schluss für eine ausgewogene Stimmung sorgt. Man urteilt nicht mehr, sondern überlegt sich, wie man selbst reagiert hätte. Dafür muss man Frears wirklich gratulieren. Filmtechnisch ist alles auf sehr hohem Niveau, lediglich die deutsche Synchronisation fiel mir etwas negativ auf. abgerundete 8/10 Punkten P.s |
Der Film hat mich beeindruckt. Hervorragend gespielt (allen voran Helen Mirren), super Drehbuch und eine gehörige Portion englischer Humor (James Cromwell als Philip ist einfach nur Spitze). [Editiert von El Chupanebrey am 2007-09-23 13:58:23] |
Helen Mirren hat ihren Oscar wohl verdient, sie ist die Queen in jeder Hautfalte. Da können die restlichen Darsteller kaum mithalten. Michael Sheen spielt zwar ganz gut, sieht Tony Blair aber nicht sehr ähnlich und so konnte ich ihm nicht sehr viel Glaubwürdigkeit entgegenbringen. Mit der Zeit hat man's dann ausserdem auch gesehen, trotz der schönen Machart und Helen Mirren. Denn der Film läuft so ziemlich genau immer das selbe Schema durch. Ein Telefongespräch hier, ein Bericht der Medien dort. Dafür bekommt man eine sehr gute Geschichtsstunde erteilt. Aber auch Geschichtsstunden können bekanntlich langweilen. Und so spektakulär war diese "Princess Diana"-Geschichte jetzt auch wieder nicht, dass man sie sich fast 2 Stunden ansehen will. Fazit: Dank einer hervorragender Helen Mirren und teilweise wirklich gut geschliffenen Dialogen ist "The Queen" ein guter Film geworden, der aber nicht immer gleich spannend ist. Sicher empfehlenswert, aber meiner Meinung nach leicht überschätzt.
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ähm, ja, aber The Queen sollte auch nicht "spannend" sein... |
Zitat pb (2007-09-23 12:33:37)
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Zitat henker (2007-09-23 13:52:34)
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Zitat El Chupanebrey (2007-09-23 13:56:21)
[Editiert von henker am 2007-09-23 14:29:24] |
ich glaube dass du hier was suchst, was es gar nicht gibt. The Queen lebt von einer völlig anderen Art "Spannung", und zwar der zwischen der Queen und der Situation um den Tod von Diana und ihrer Reaktion dazu. |
Zitat pb (2007-09-23 16:02:25)
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ah doch, beantworte ich. das problem ist, dass man bei dieser art von film nicht von spannung sprechen sollte, so wie du es meintest. da sind wir uns sicher auch einig... |
Zitat pb (2007-09-23 19:20:02)
Für mich hat der Film aber doch manchmal Längen, die mir das Gesamtbild des Filmes ein wenig zerstörten und somit eine 5 Sterne Wertung verunmöglichen. |
du kannst ja einfach auch meine dvd review hier lesen, dann weisst du vielleicht eher was ich meine. |
Zitat pb (2007-09-23 21:56:54)
Ausserdem glaube ich, dass wir uns nie einigen könnten, da wir einfach andere Meinungen vertreten und wenn ich ehrlich bin, habe ich das Gefühl, dass du meine Einträge höchstens überfliegst und es dir viel mehr darum geht, den Spitzenplatz bei den "Aktivsten" beizubehalten. |


