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Beitrag Tales from Earthsea - Gedo senki
Tales from Earthsea - Gedo senki oder: Wie der Vater so der Sohn Vor einem Jahr wurde in Venedig noch der alte Meister der japanischen Ghibli Animations-Studios, Hayao Miyazaki, für sein Lebenswerk geehrt. An der 63. Mostra dell'arte cinematografica im Jahre 2006 zeigt der Sohn, Goro Miyazaki, seinen ersten Film. Der ausgebildete Förster und Landschaftsgärtner hat bis dato nur das Ghibli-Museum in Japan gebaut und geleitet und keine weiteren filmischen Referenzen. Die Frage, die sich nun alle stellen: Liegt das Genie in den Genen? Nicht ganz muss die Antwort leider lauten. Der Zeichenstil ist unverkennbar Ghibli. Kein Wunder, denn Goro hat die erfahrenen Animationscracks von Werken wie Spirited Away und Howl's Moving Castle in seinem Rücken. Die kindlichen Protagonisten, die umweltfreundlichen Aussagen und Antidrogen-Appelle gehören auch zum Credo des Animationsstudios. Aber anders als bei den Werken seines Vaters fehlt das überdurchschnittlich fantastische Element in Gedo Senki. Das ist nur teilweise die Schuld von Goro. Die Geschichte basiert auf der Erdsee-Buchreihe von Ursula K. Le Guin. Ich kenne diese Trilogie nicht, aber in der Filmversion wirkt dieser Plot um eine degenerierte Gesellschaft, ein magisches Schwert, einen Auserwählten und einer bösen Hexe, auf der Suche nach ewigem Leben altbekannt und sicher zu platt, als dass man daraus einen zweistündigen Film drehen könnte. Die unvermeidliche finale Schlacht zwischen den Antagonisten ist zudem zu lang geraten. Die Autorin des Originalstoffes ärgert sich in ihrer ausführlichen Stellungsnahme zum Anime auch explizit über die simple Externalisierung des Bösen in eine einzelne Figur, die man umbringen und sich so weitere Probleme von Hals schaffen kann. Ihre Bücher seien da vielschichtiger, tadelt Le Guin. Man sollte bei Gedo Senki also keinen weiteren Anime-Meilenstein aus dem Hause Ghibli erwarten. Unterhalten wird man trotzdem gut. Vor allem die Songs welche Aoi Teshima, die Therru die Stimme leiht, gleich selber singt, sind sehr einprägsam. Und Animes an einem ausgewachsenen internationalen Filmfestivals sind gar keine so schlechte Idee. Sie sorgen zumindest für etwas Abwechslung im Bilderregen, der während zehn Tage auf die Festivaliers niederprasselt. Preise fürs Lebenswerk bleiben bei dieser Gelegenheit aber erst mal dem Anime-Obermeister Hayo Miyazaki vorenthalten. |

