Forum Movies - Reviews: Kino

Beitrag Bobby

» Zum letzten Beitrag springen

Bobby oder: Geschichtslektion im Nobelhotel


Emilio Estevez' ehrgeiziges Filmprojekt zeigt mit akribischer Sorgfalt die Geschichte von 22 Personen auf, welche sich am Ende allesamt zum grossen Finale mit dem traurigen Höhepunkt, Kennedys Ermordung, zusammenfinden. Dieser selbst tritt zuvor nur in Archivaufnahmen auf, welche zwischen die neuen Filmaufnahmen geschnitten werden. Estevez greift auf den Kniff zurück, ein wichtiges politisches Ereignis anhand von erfundenen Einzelschicksalen im Kleinen nachzuzeichnen und mit nachprüfbaren Fakten zu verknüpfen. Das Hotel Ambassador, in welchem alle Bevölkerungsschichen vertreten sind, funktioniert so mit all seinen Konflikten als eine Art Vereinigte Staaten im Kleinformat. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass ein einschneidendes politisches Ereignis anschaulich auf einer menschlichen Ebene dargestellt und dessen Aktualität auch fast 40 Jahre später einer neuen Generation verdeutlicht werden kann. Rassismus und gesellschaftliche Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen sind schliesslich heute noch ein drängendes Problem. Durch den Krieg im Irak gewinnt auch der Vietnamkrieg wieder vermehrt an Interesse. Obwohl politische Aspekte nicht im Zentrum des Filmes stehen, bezieht Estevez dezidiert Stellung. Die eindeutig demokratisch geprägte Haltung erscheint dabei zeitweilen etwas gar dick aufgetragen, da Kennedy beinahe als eine Art Jesusfigur stilisiert wird.

Bobby zeichnet sich daneben durch eine beeindruckende Stardichte aus. Es braucht einen langen Atem, um alle Hollywoodgrössen aufzuzählen, welche dem Film ihre Aufwartung machen. Darauf soll hier verzichtet werden. Für etwas gibts ja schliesslich die Credits. Eine spezielle Erwähnung finden sollen aber doch zumindest einige, beispielsweise Sharon Stone, welche glänzend die von ihrem Image abweichende Rolle der alternden Visagistin und Hoteldirektor-Ehefrau interpretiert, welche feststellen muss, dass ihr Mann nicht der ist, für den ihn sie früher mal gehalten - und geliebt - hat. Oder Anthony Hopkins, welcher als ehemaliger Hotelmanager im Ruhestand grossartig diejenige Mischung aus Langweile und Wehmut verströmt, welche wohl vielen Neupensionären nicht unbekannt ist. Für die jüngeren Semester gibts auch was zu gucken, beispielsweise die Jungstars Lindsay Lohan und Elijah Wood, deren gemeinsame Episode um eine junge Frau, die einen Schulfreund heiratet, damit dieser nicht nach Vietnam gehen muss, allerdings zu den eher verunglückten Teilgeschichten gehört.

Man muss also nicht zwingend an amerikanischer Geschichte interessiert sein, um Bobby zu mögen. Man kann den Film problemlos als reines "Identifiziere die Stars"-Spiel anschauen und dabei Spass haben (In Einzelfällen ist letzteres übrigens gar nicht so einfach). Trotzdem bietet er mehr: eine interessante und gleichermassen unterhaltsam und stimmig servierte Lektion in jüngerer amerikanischer Geschichte.

» Die komplette Filmkritik lesen

ebe's Wertung: 5 Sterne

Yahoo hat den Trailer! Zu all der Star Power gesellt sich auch noch ein Song von Bryan Adams.
http://movies.yahoo.com/feature/bobby.html

Bald bei OutNow.CH: Das Interview mit Regisseur Emilio Estevez.

rm's Wertung: Noch nicht bewertet

Neue Pix bei OutNow.CH, unter anderem dies hier. Ashton als Hippie mit Büsi. :d

rm's Wertung: Noch nicht bewertet

Ein wirklich gelungener Film
Interessante Inszinierung
Und mit "Bobby" Kennedy haben die USA und die Welt, wirklich einen Vorreiter und Kämpfer für die Gerechtigkeit verloren. Einer der seinen Worten auch Taten folgen liess und wollte und auf viele Probleme der Welt schon früh aufmerksam gemacht hat, welche heute aktueller denn je sind.
Der Film bringt dies mit einigem Originaltondokumenten leider nur ein bisschen in Szene, dennoch ein toller Film

swissyfa's Wertung: 6.0 Sterne

Auf diesen Film freue ich mich ganz besonders. Das Interview mit Emilio Estevez ist sehr, sehr lesenswert!

nd's Wertung: Noch nicht bewertet

Da kommt mal wieder ein Film, der fast von allem etwas drin hat. Und dann ists erst noch von einem, der in Freejack von Mick Jagger an die Wand gespielt wurde. ;)

Nein, Bobby ist grosses Schauspielkino, das es gut versteht, während knapp 2 Stunden viele kleine Geschichtchen zu einem schönen und sehr guten Film zu verknüpfen. Dazu kommen die vielen, vielen bekannten Gesichter, deren Auftritte teilweise wirklich minimal sind, die aber allesamt bleibenden Eindruck hinterlassen.

Und sogar Lindsay Lohan fällt für einmal nicht aus der Rolle und knutsch mit Frodo rum.

Wenn es etwas zu bemängeln gibt, ist es die letzte Viertelstunde. Nachdem das Schicksal unweigerlich zugeschlagen hat, wird der Film von vielen, bedeutungsschwangeren und anklagenden Worten von Bobby Kennedy begleitet, während auf der Leinwand eigentlich nicht mehr viel passiert. Diese Sequenz geht eindeutig zu lang, obwohl sie irgendwie zum Film passt. Denn 2 Stunden gingen rum wie im Flug.

Dafür waren die Drogengeschichte und diejenige mit der Coiffeuse/dem Hotelmanager eher überflüssig.

muri's Wertung: 5.0 Sterne

Bin positiv überrascht vom Film. Eine sehr gute und überzeugende Message(die auch von Kennedy stammt), schöne original Rückblenden von Kennedy und der damaligen Zeit und auch gut in die Geschichte mit eingebaut, gute Schauspieler(positiv überrascht von: Lindsay Lohan, Sharon Stone, Demi Moore und Elijah Wood. Grosses Staraufgebot, schöne Kulissen obwohl alles nur in einem Hotel stattfindet, schöne Einzelgeschichten(z.B. von Sharon Stone, von Freddy Rodriguez, Demi Moore), gute Inszenierung und shcöne Musik. manchmal ein bisschen langatmig und zu dramatisch und Ashton Kutcher spielt wieder einmal den Clown. Aber insgesamt sehenswert und Kennedy's Worte sind wirklich passend zu der heutigen Zeit.

fearing is believing's Wertung: 4.0 Sterne

Ein sehr gelungener Versuch, einen Film um die Ermordung von RFK herumzuspinnen, ohne RFK zu sehen (ausser in Originaldokumenten). Ausserdem war ich angenehm von Lindsay Lohan überrascht, die in diesem Film nicht schlecht daherkommt.
Unschlagbar sind aber Laurence Fishburne, Harry Belafonte und Anthony Hopkins!
Ausserdem eine gute Anwendung des Songs "The Sound of Silence".
Leider kann ich dem Film bloss 5 Sterne geben, weil er teilweise etwas unrealistisch war (was macht ein drogendealender Hippie in einem 5 Sterne-Hotel?). Trotzdem sehr sehenswert und gut inszeniert!


[Editiert von El Chupanebrey am 2008-01-03 18:50:57]

El Chupanebrey's Wertung: 5.0 Sterne


Beiträge suchen

Aktive Beiträge