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Beitrag The Constant Gardener
The Constant Gardener oder: Pharma, Politik und Humanität unter einem Hut Le Carrés Thematik ist gewagt. Rein an ihre Nutzen denkende Pharmafirmen, die von den Regierungen gedeckt und unterstützt werden. Humanitäres Geklüngel um des Prestige Willens. Eigentlich nicht neu, aber doch sehr brisant. Fiktion mit Fakten. Ralph Fiennes spielt wie fast immer zurückhaltend und dennoch von überzeugender Präsenz. Sein britischer Diplomat seiner Majestät ist ein wohl gezeichnetes Porträt eines gehorsamen und zugedeckten "Angestellten", der seiner Aufgaben bewusst ist und diesen gerecht werden will. Dass er schliesslich daran scheitern muss, liegt nicht nur an der Liebe zu seiner Frau, sondern auch in seiner fehlenden Erkenntnis - oder besser: er erlangt diese zu spät. Der Glaube an Freundschaft und Pflichterfüllung ist grösser als die auftauchenden und bestehenden Zweifel. Als er das schliesslich erkennt, ist es schon zu spät. The Constant Gardener ist eine eindrückliche Romanverfilmung. Facettenreich, ohne seichtes Herzeigen und mit glaubhaften Charakterdarstellungen versteht es der Brasilianische Regisseur Fernando Mereilles der komplexen Thematik der Buchvorlage von John LeCarré gerecht zu werden. Verwackelte, grobkörnige, manchmal fast nebensächlich gedrehte Bilder sind für derlei Material mit Thrillerambiente im Moment en vogue, das ist auch bei The Constant Gardener nicht anders. Spannende, oft vertrackte zwei Filmstunden sind garantiert, der Kopf sollte hier aber schon bei der Sache bleiben. Die Extras: Kurz ist es, das Bonusmaterial: die 10minütige Doku in Sachen Le Carré, vom Buch zum Film, und die nicht verwendeten Szenen (leider kommentarlos) sind dabei weitaus interessanter, als die mit vielen Kommentaren unterlegte Behind the Scenes Featurette. Eine der Ausschussszenen begleitet Justin in Kanada und führt noch tiefer in die Machenschaften der Pharmaindustrie. Diese rauszunehmen war wohl wegen des etwas aufgesetzten Endes nötig. Leider sind die Extrasequenzen nicht untertitelt. Trotz der gewollt wackeligen und unscharfen Aufnahmen ist das Bild ausgeprochen gut gelungen. Die Schärfe ist hervorragend. Im Tonbereich ist es vor allem die Musik, die sehr räumlich wirkt und insgesamt auch recht laut abgemischt wurde. |
The Constant Gardener scheint irgendwie eine Mischung aus Lord of War und Michael Clayton zu sein, eine Mischung, die auch qualitativ zwischen den beiden Filmen anzusiedeln ist. Grandios gespielt, solide geschrieben, stellenweise böse, aber hie und da auch ein bisschen langatmig - das ist der Film, kurz gesagt. |


