Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Palais royal!
Palais royal! oder: Prinzessin werden ist nicht schwer... Ähnlichkeiten Armelles mit einer gewissen real existierenden englischen Prinzessin, welche 1997 bei einem Autounfall in Paris ihr Leben verloren hat, sind nicht von der Hand zu weisen. Ja, Regisseurin und Hauptdarstellerin Valérie Lemercier setzt ihren Film als Parodie auf diese rührselige und tragisch endende Geschichte der Märchenprinzessin in Szene. Ihre Prinzessin Armelle ist eine aufgedrehte Version der Herzensprinzessin, die Entwicklung vom unbeholfenen Mauerblümchen zum Schrecken der Königsfamilie wird von ihr mit Verve dargestellt. Catherine Deneuve als Eugénia spielt die intrigante Königsgattin bzw. -mutter gekonnt und ist mit ihrer kühlen Noblesse die Idealbesetzung für diese Rolle. Der Film lebt und bezieht seinen Witz von der Konfrontation dieser beiden starken Frauenfiguren. Die Männer hingegen erweisen sich als regelrechte Waschlappen: Prinz Arnaud, wunderbar dümmlich gespielt von Lambert Wilson, ist ein nichtsnutziger Schwerenöter; sein Bruder Alban ein geborener Verlierer, welcher von den Frauen zu deren Zwecken ausgenutzt wird. Betrachtet man Palais royal! losgelöst vom realen Kontext, an welchem er sich offensichtlich orientiert, ist er witzig und frech. Nur ist eine solche Loslösung fast nicht möglich, zu offensichtlich hält er sich an die Geschichte, die sich real zugetragen hat. Aus diesem Grund erhebt der Film zweifellos den Anspruch, eine Satire zu sein und sollte deshalb auch an den Erwartungen an eine solche gemessen werden. Und hier überzeugt er nur teilweise: die Übertreibung geschieht zu wenig grell, das Leben der Film-Prinzessin ähnelt zu sehr dem Leben der realen Prinzessin. Für eine Satire ist er deshalb zu wenig überraschend. Ein wenig mehr Eigenständigkeit hätte dem Skript gut getan. Die schick gewordene Medienkritik, welche in diesem Zusammenhang unvermeidlich ist - schliesslich haben damals sogar die Klatschblätter die bösen Paparazi gebrandmarkt; nur um unmittelbar danach brandheiss und exklusiv die neuesten Fotos von der Beerdigung anzupreisen - gibts erfreulicherweise in nur sehr moderatem und erträglichen Mass. Auch sonst hält sich die Regisseurin mit expliziter Kritik zurück, wenn auch die englische Königin in Form der intriganten Eugénia gehörig ihr Fett abkriegt. Sehenswert ist Palais royal! dank eines gut gelaunten Ensembles, dank schmissiger Musik und augenzwinkernden Humors. Und Valérie Lemercier schafft mit ihrem Film das Kunststück, eine für Royal-Freunde und -Hasser gleichermassen amüante Komödie zu drehen. Möge die echte Prinzessin der Herzen in Frieden ruhen - und möglicherweise ein wenig über ihr Alter Ego drunten auf der Erde schmunzeln... |
ich gebe eurer filmkritik recht, etwas mehr eigenständigkeit hätte der geschichte gutgetan. und doch ist hier die prinzessin der herzen alles andere als herzlich... das gerüst der geschichte hat schon sehr viel ähnlichkeit mit lady di. aber hier kriegen doch alle ihr fett ab. |
Vielleicht lag es an meinen mangelhaften Französischkenntnissen, aber richtig lustig fand ich's nie. Habe mehr Klamauk erwartet. Bin ich von King Ralph und Co. verseucht? Nicht zu Ende geschaut. |

