Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Tideland
Tideland oder: Freakshow auf dem Lande Terry Gilliam hat im letzten Jahr zwei Filme wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten abgedreht. Zum einen den zwar unterhaltsamen, aber bereits wieder vergessenen The Brothers Grimm und die provokative Literaturverfilmung Tideland, die am diesjährigen Festival du Film Fantastique in Neuchâtel (NIFFF) ihre Europapremiere feierte. Der Film, der nach etlichen Verleiherstreitigkeiten doch noch in den meisten Ländern gezeigt wird, ist ein Leidenschaftsprojekt des quirligen Regisseurs. Visuell ist Tideland Terry Gilliam pur. Im wahrsten sinne schräge Kameraeinstellungen, Detailverliebtheit und skuril-poetische Bilder geben sich die Hand. Inhaltlich wird eher schwere Kost geboten und viel Raum für Interpretation gelassen. Mit Jodelle Ferland ist ein neuer Kinderstar geboren, der Dakota Fanning in einem Boxmatch locker fertigmachen würde. Mit einem charmanten texanischen Akzent führt sie uns durch ihre Psychosen und Albtraumwelten und stellt all ihre erwachsenen Kollegen in den Schatten. Am besten funktioniert der Film, wenn er sich einzig auf Jeliza-Rose und Ihre Puppenfreundinnen konzentriert, die als ein Plädoyer für Fantasie funktionieren. Die Flucht in diese Welt ist des Mädchens einzige Hoffnung, dem Schrecken des Alltags zu entrinnen. Im Verlauf des Filmes wird jedoch immer unklarer, ob diese Fantasie noch gesund ist, oder ihre Grenzen längst überschritten hat. Die makabere Komponente des Filmes dürfte starke Nerven benötigen, denn immer wieder wird Diverses mit längst verrottenden Leichen angestellt. Die Gratwanderung zwischen schwarzem, überzeichnetem Humor und verstörender Dramatik funktioniert nicht immer, und es wird nicht klar, ob man lachen oder schockiert sein soll. In der zweiten Hälfte des Filmes spielt die Beziehung zwischen Dickens und Jeliza-Rose die zentrale Rolle. Sie beginnt als die Freundschaft zweier Kinder, denn der behinderte Erwachsene ist geistig noch unter dem Level von Jeliza. Doch die Verbindung swischen den Beiden kriegt immer mehr sexuelle und somit pädophile Untertöne. Trotzdem schreckt Gilliam vor einer zu genauen Definition ihres Verhältnises zurück. Eines schafft Tideland mit Bravour: Er regt zum Denken an und wirft Fragen auf. Es ist kein Fastfoodfilm zum schnellen verzehr sondern beschäftigt auch noch am nächsten Tag. Ein schauriges, optisch berauschendes Anti-Märchen, das den Weg auf möglichst viele Kinoleinwände verdient hätte. |
Immerhin scheint dieser Film besser zu werden als The Brothers Grimm oder der mit dem Baron Münchhausen. Mit Terry Gilliam gehts aufwärts! |
Gleich nach dem Film war ich total erschlagen und nicht fähig, dazu eine Meinung abzugeben! Aber nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen hatte, war mir klar, dass ich mal wieder ein Meisterwerk von Terry Gilliam gesehen hatte!! |
Ein sehr sehr guter fIlm. Am Anfang des Filmes dachte ich, dass er eher lahm sein wird aber diese Befürchtung hat sich sehr shcnell in Nichts aufgelöst. Sehr gute Schauspieler(vorallem das kleine Mädchen. Der Schluss war sehr überraschend aber doch sehr klar nach ein bisschen Überlegen. Kann ihn jeden epfehlen, der solche Halb Fiction und Halb Realität Filme mag mit Tiefgang. Sehr gut. |
Man siehe und staune, jetzt kommt das Teil in Luzern nochmal in die Kinos. Als Nocturne zwar, aber besser als nix! |

