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Beitrag Memoirs of a Geisha

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Memoirs of a Geisha oder: Mutti, warum sind die alle so bleich?


Wenn Rob Marshall einen Film macht, dann scheint er richtig klotzen zu wollen. Schon in Chicago gabs viel fürs Auge, dafür wurden die Ohren strapaziert. Bei Memoirs of a Geisha läuft es in ähnlichen Bahnen. Was The Last Samurai für Hollywood-gewohnte Actionfans war, ist die Geschichte um die niedliche und ach so trotzige Geisha für die weibliche Schar, die sich auch im alten Japan noch an englisch sprechenden Personen erfreuen kann.

Im Mittelpunkt steht Ziyi Zhang, deren unschuldiges Engelsgesicht erst recht betörend wirkt, wenn die Gute sauer ist oder sonst nicht gut drauf. Sie hat in den letzten Jahren den einen oder anderen auch im Westen erfolgreichen Film gedreht und steht wohl kurz davor, den Sprung über den Teich zu schaffen. In Memoirs of a Geisha macht sie ihre Sache recht gut, auch wenn das Thema an sich nicht besonders prickelnd ist. Auf den Auftritt von Ken Watanabe, Hollywoods neuem Lieblings-Asiaten nachdem Chow Yun Fat ein bisschen in der Versenkung verschwunden ist (um dann in Pirates of the Caribbean 3 zurück zu schlagen), war man besonders gespannt. Und dass er nicht nur grimmige Figuren wie in Batman begins oder dem angesprochenen The Last Samurai verkörpern kann, beweist er mit einer feinfühligen und ruhigen Performance.

Das Thema "Geishas" mag nicht unbedingt zu den Vorlieben es hier schreibenden Redaktors gehören, ist aber dennoch einen Blick wert, wenn man sich an schönen Bildern und Farben erfreuen kann. Inhaltlich hingegen vermag der Film nicht so richtig zu überzeugen. Zu langsam sind die Szenen, zu sehr versucht Hollywood dem Zuschauer das Gefühl einer vergangenen Dynastie zu vermitteln und scheitert schlussendlich daran, dass wir "Westler" mit weiss geschminkten Frauen, dem erotischen (?) Eingiessen von Tee oder den Traditionen von damals halt nicht so recht was anzufangen wissen.

Fazit: Memoirs of a Geisha ist ein optisch zwar sehr gelungener Film, der immerhin versucht, uns eine Kultur näher zu bringen, die wir kaum verstehen. Inhaltlich jedoch überwiegt Langeweile und der Fakt, dass wir solche Geschichten in irgendeiner Art doch schon kennen und somit der Film keine wirklichen Überraschungen bietet. Aber wenigstens gibts fürs Auge was. Denn das ehemalige Bond-Girl Michelle Yeoh sieht doch auch ausserhalb der Formel 1-Boxen ansprechend aus, oder?

Die äusserlich schön verpackte DVD hat en paar recht nette und interessante Features zu bieten. Im "Geisha-Bootcamp" wird berichtet, wie die Schauspieler innerhalb von Wochen zu Geisha gedrillt wurden. Ein Ausbildung, die sonst Jahre dauert. Auch musste eine eigene kleine Stadt aus dem Boden gestampft werden, die dann in unter Kalifornischer Sonne ein Dorf in Japan darstellen musste. Dieses Feature dauert ein bisschen länger als 12 Minuten. Wie sich so eine Geisha schminkt, kleidet und frisiert, ist in "Look of a Geisha" zu sehen. Normalerweise braucht man für einen so schönen Kimono (gemäss Kommentar im Feature) ein Jahr. Für Hollywood darfs dann aber auch ein bisschen schneller gehen. Dauert knapp 16 Minuten, das Teil. (Also nicht der Kimono, sondern das Feature...) John Williams, der geradezu gebettelt haben soll, die Musik für Memoirs of a Geisha zu schreiben, ist im Mittelpunkt einer eigenen Reportage namens "Music". Für Score-Freunde sicherlich einen Blick wert. Zum Abschluss gibt es noch zwei Fotogalerien, welche einerseits hinter die Kulissen gucken und andererseits die Kostüme näher unter die Lupe nehmen.

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muri's Wertung: 2.5 Sterne


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