Forum Movies - Reviews: Kino

Beitrag C.R.A.Z.Y.

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C.R.A.Z.Y. oder: Auf der Suche nach...


"Als Zuschauer möchte ich gefangen genommen werden. Ich liebe es, wenn meine Vorahnungen zu Fall gebracht werden und ich in eine Spannung abtauchen kann. Ich will lachen, weinen, träumen - am besten alles auf einmal!"

Diese Ansprüche ans Kino formulierte Regisseur Jean-Marc Vallée (Loser Love, Los Locos) und verbreitet damit hohe Erwartungen an seinen neusten Film (10 kanadische Oscars u.a. für Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarsteller und Bestes Drehbuch).

Leider sind diese Ansprüche in C.R.A.Z.Y. nur bedingt erfüllt. Die Geschichte wirkt stellenweise reichlich konstruiert - Überraschungsmomente sind rar gesät. Die vier Kinder von Laurianne (Danielle Proulx) und Gervais (Michel Côté) sind allesamt ausgeprägte Stereotypen (Mädchenschwarm/Drogenkopf, Sportskanone, Bücherwurm und Nesthäkchen) und wirken schon deshalb uninteressant.

Anstelle von Empathie mit den Protagonisten, macht sich Langeweile breit. Die Konflikte sind zwar verständlich dargelegt und auch brisant, beispielsweise Zacs undurchschaubaren sexuellen Neigungen, aber der Funken springt irgendwie nicht so richtig. Da helfen auch die zahlreichen Anspielungen auf Ikonen wie Bruce Lee, Pink Floyd oder den Rolling Stones wenig weiter. Und David Bowie sieht man lieber in seinem Element wie bei den Kindern vom Bahnhof Zoo, als auf einer Fotographie an der Zimmertüre abgebildet. Das Gefühl von Freiheit und Rebellion kann der Film so nicht vermitteln.

Hingegen witzig in Erscheinung tritt Gervais als permanent angestrengt-männliches Familienoberhaupt mit seinem Hang zur Selbstdarstellung. Auch Zacs heimliche Schwäche für seine frühreife Cousine Brigitte ist erfrischend. Und nicht zuletzt wertet auch das versaute Québecische Französisch den Film akustisch auf.

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dom's Wertung: 3 Sterne

Die erste Stunde C.R.A.Z.Y war interessant genug, so dass meine Aufmerksamkeit vorhanden war. Danach fing's an, ins Schleppende abzudriften. Schauspielerisch keinerlei Mankos feststellbar und dank ausgezeichnetem, zeitgerechtem Soundtrack ein Goodie... zumindest in der ersten Halbzeit.

nd's Wertung: 4.0 Sterne

Ich habe in dem Film viel über mein eigene Familie und Leben wiedergefunden. Die Starrköpfigkeit und verbohrte Suche nach dem "richtigen" Weg. Aber auch das hin und her der Gefühle bei der Suche nach der eigenen Identität, dem Glauben und die andauernden Kämpfe mit dem Bruder.

Ein wunderschönes Ende, das mich tief mitgenommen hat. Vieleicht der letzte Stoss, dass ich doch auch mal auf meinen Vater zugehe.

Vielen Dank für diesen Film, ich werde Ihn so schnell nicht vergessen!

[Editiert von pRiVi am 2006-11-19 00:18:32]

pRiVi's Wertung: 6.0 Sterne


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