Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Tristan & Isolde
Tristan & Isolde oder: Altbekanntes im neuen Gewand Kevin Reynolds' neue Verfilmung vom Tristan-und-Isolde-Stoff kommt aufwändig und üppig ausgestattet daher. Gedreht wurde teils vor Ort, also in Irland, und teils in der Tschechischen Republik. Das Produktionsdesign ist auf gelungenem Hollywood-Niveau. So kommen die Kulissen grösstenteils wirklich unverschönt dunkel, ruinenhaft (für Irland) nach keltischen Einflüssen und erhaben, eindrücklich (für England) nach römischen Einflüssen daher. Die Natur und ihre Stimmungen werden sehr schön in Weitwinkelaufnahmen eingefangen und dienen nicht selten auch als Seelenlandschaft. Besonders der in England spielenden Handlung dient die natürliche Umwelt, auf der Gefühlsebene, oft als eine Art Spiegel. Die von den Schauspielern mehr oder weniger überzeugend gespielten Gefühle werden verstärkt durch die gelungene Filmmusik von Neuling Anne Dudley, welcher sich mit seiner Komposition auf einem zum Film passenden, intimeren Level mit vielen leisen und verträumten Klavierpassagen hält. Bis auf ein paar Kleinigkeiten haben sich die Macher konsequent an die literarische Vorlage gehalten. So muss in der hiesigen Version kein "Zaubertrunk" helfen, die Liebesfunken zwischen Tristan und Isolde zu einem prasselnden Feuer zu entfachen und auch das dramatische Ende der Legende wird dem Zuschauer erspart. Der Legende nach stirbt am Schluss Isolde vor Kummer am Totenbett von Tristan. Was die einen wahrscheinlich etwas enttäuschen wird, ist, dass sich die Macher auch bezüglich dem zeitlichen Rahmen, in dem die Geschichte spielt, nicht auf Neuland begeben haben (wie dies etwa in der populären Romeo und Julia-Verfilmung von Baz Luhrmann erfolgreich gemacht wurde). In der Tatsache, dass sich die Macher so konsequent an die Vorlage gehalten haben, liegt gleichzeitig auch die eigentliche Schwäche des Films: man vermisst Originalität und kann dabei unzählige Parallelen ziehen zu ähnlichen Genre-Vorgängern. Ob dies nun daran liegt, dass sich die Macher von Tristan and Isolde die einen oder anderen Tricks und Effekte bei den Vorgängern abgeguckt haben, oder ob die Vorgänger sich vom literarischen All-Rounder zu ihren jeweiligen Werken haben inspirieren lassen, ist indes nicht klar ersichtlich. Wahrscheinlich macht es wie immer der Mix! Wie im vorherigen Abschnitt angesprochen, trifft der mehr oder weniger passionierte Kinogänger während des gesamten Films immer wieder auf Selbstzitate des Regisseurs aus früheren eigenen Werken, namentlich Robin Hood: Prince of Thieves, oder aber auch auf Altbekanntes aus Filmen wie Braveheart und Gladiator (was nicht allzu stark überrascht, da Ridley und sein Bruder, Tony Scott, dem Film als ausführende Produzenten zur Seite standen). Besonders die etlichen im Wald spielenden Szenen erinnern stark an Reynolds' äusserst erfolgreiche Robin Hood-Spektakel. Parallelen zu Braveheart drängen sich allein schon wegen der gemeinsamen Szenerien von Irland und England auf. Dass die beiden Filme in einem ähnlichen Zeitfenster spielen; es auch bei Braveheart, wenn auch nur in einer Nebenhandlung, zwischen zwei Parteien funkt, deren Liebe ebenfalls nicht öffentlich gelebt werden kann; und beide Filme einen ähnlichen dramaturgischen Storyaufbau vorweisen (beginn in der Kindszeit des "Helden", dramatisches Ereignis durch Verlust der Eltern, etc.) verstärken die Parallelen zusätzlich. Dieses Suchen und Finden von Anleihen an vorangegangene Werke des Genres mögen für den einen interessant sein und einen zusätzlichen Unterhaltungswert dem Kinobesuch hinzufügen, für den anderen kann es jedoch auch eine kleine Enttäuschung oder gar ein Ärgernis sein. Fazit: Tristan and Isolde ist solide gemachtes, stimmiges und atmosphärisch stellenweise packendes Unterhaltungskino für einen kurzweiligen Abend (zu zweit). Für wahre Cineasten jedoch wird der Film wahrscheinlich mit der nächsten Flut in den unendlichen Meeren des Genres als Durchschnittsware versinken. Denn zu mehr fehlt dem Film ganz einfach das gewisse Etwas, welches seine berühmteren Vorgänger mitbrachten. |
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juliette...? aber ich hätte noch ein paar weitere liebespaare der weltgeschichte: 10) herr nilsson k) tom c. |
Hab den Film letzthin gesehen... Jaja. Das böse Irland, dass die armen armen Briten unterjocht Not really the material I was looking for... @gargamel: Herr Nilsson und Pippi? |
War letzte Woche in Köln unterwegs und habe dort zum ersten Mal von "Tristan & Isolde" gelesen...(Plakatwerbung bei McDonald's |
Hab den Film jetzt auch gesehen....ach einfach nur herrlich....auch wieder so ein richtiger "Weiber-Film". Und die Musik von Anne Dudley war auch toll, passte genial zum Film und machte ein manchen Stellen so diesen "Ohh schööön"-Effekt aus. [Editiert von dienchen am 2006-05-28 20:02:04] |
Gemütlicher Film mit schönen Bildern und guten Sets. Ausdruckslose Schauspieler und ein klar vorprogrammierter Handlungsverlauf nehmen dem Streifen aber jede Spannung und jede Überraschung. Wer gerne eine Romantiküberdosis will, kann den schauen, mir wurde es jedenfalls langweilig. |
action- und romantikfans kommen gleichermassen auf ihre kosten - zumindest soviel verspricht der berliner kurier *kopfkratz* ich würde dem nur bedingt zustimmen. robin hood (ebenfalls von regisseur kevin reynolds) war diesbezüglich ein bisschen ausgewogener, tristan&isolde legt den schwerpunkt auf die liebesgeschichte. aber: der film ist atmosphärisch wirklich toll! super schauplätze, die von einem filigranen, nie aufdringlichen - schlichtweg wunderschönen - score von anne dudley prima untermalt werden. die geschichte ist geschmacksache. eine tragische lovestory, z.t. vergleichbar mit romeo&julia, die jedenfalls mich beeindruckt hat |

