Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Tsotsi
Tsotsi oder: Vom Schläger zum Babysitter Der mehrfach preisgekrönte und mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnete Film zieht den Zuschauer von Beginn weg in seinen Bann. Tsotsi ist die Geschichte eines blutjungen Gangsters, den man für seine Taten eigentlich hassen möchte, für welchen man/frau am Ende aber Tränen vergiesst. Spannungsgeladen und voller Adrenalin schildert der Film Tsotsis Welt voller Gewalt in den Slums, die durch das plötzliche Verantwortlichkeitsgefühl für das Baby jäh aus den Fugen gerät. Tsotsi ist die Romanverfilmung des gleichnamigen Buches von Athol Fugard, einem südafrikanischen Schriftstellers. Der Roman hat jedoch nichts autobiographisches, wie man erwarten könnte, denn der Autor wurde als Sohn weisser englischer Eltern in Südafrika geboren. Für den Film tut dies allerdings nichts zur Sache, denn dieser sprüht voller Authentizität. Das Leben in den Slums, die Gewalt und Armut liegen der Realität sehr nahe und der Film strotzt ähnlich wie der brasilianische Erfolg City of God voller Energie. Begleitet wird der Film von einem super Soundtrack, welcher dieses Authentische weiter unterlegt. Die stampfenden Beats des Kwaito, des Hip-Hop der Townships, passen perfekt zur Szenerie und treiben den Film buchstäblich an. Schlussendlich ist Tsotsi ein starkes Plädoyer gegen Hass und Gewalt und für Vergebung und Liebe. |
Die Cidade de Deus-Vergleiche finde ich ein bisschen weit hergeholt. Der brasilianischen Film war da schon noch ein bisschen aufwändiger in der Machart und drastischer im Schock, den er bewirkte. Die Kwaito-Musik wäre mir nicht sonderlich aufgefallen, wenn sie nicht speziell im Presseheft erwähnt worden wäre. Was ist daran so speziell? Bis auf die Babyerstatzmutter fand ich auch die Darsteller nicht sonderlich überzeugend. Das Baby war süss, aber unbeholfene Papis beim Windeln wechseln sollten echt mal aus allen Drehbüchern verbannt werden. Obwohl hier mit der Ameisenpopulation auf dem Babykopf trotzdem noch was Neues geboten wurde. Südafrikanische Filme sind einfach nicht "my cup of Tea". Siehe auch U-Carmen e-Khayelitsha oder allerübelst The Flyer. Statt dieses Gutmenschenkino namens Tsotsi schau ich mir lieber nochmal Knallhart an. |
ich fand den film gut. die darsteller haben mich überzeugt, bis auf den weissen cop vielleicht, aber den sieht man auch kaum. die story packt einen, und wird zusätzlich verstärkt durch den eindringlichen und - wie ich finde - sehr guten, passenden sound. was man ein bisschen fragwürdig finden kann, ist die doch sehr plötzliche und nicht ganz nachvollziehbare wende von tsitsi selbst. auch der schluss gefiel mir nicht besonders, schmeckte so nach "i weiss ned wie ichs am besten zu ende erzähl". ansonsten sicher ne sehenswerte sache. |
Kindesraub - ungewollt. Nicht von einem liebesbedürftigen Mädchen, sondern von einem Gang-Führer. Auch wer Südafrika-Romane kennt - ich habe noch nie so starke Bilder gesehen, von Röhrenhütten für Blagen, die sky-line der townships bei Nacht, die Schwärze der Haut, das Wellblech (das ich nur aus der ersten Nachkriegszeit kenne), eine lange Ahle als geräuschlos besitalisches Tötungsinstrument - aber, als als Überblendende: die Fürsorge der Mütter, die dort noch gelingt! |
Ganz okay der Film. Aber doch etwas zu flach um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. In Sachen Ghetto-Filme gibt es weitaus besseres. Man hätte sehr viel mehr daraus machen können. Schade, sehr schade. |
Zitat Markus (2007-02-11 21:41:37)
interessiert mi jetz aber, an welche streifen konkret hassu da gedacht? |
Zitat Ghost_Dog (2007-02-11 21:59:48)
- City of God Alles weitaus besser. Sind zwar nicht alles Filme, aber ich bin der Meinung, dass das Thema 'Überleben in den Slums' nicht in 90 Minuten vom Tisch sein muss/kann. |

