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Beitrag Everything Is Illuminated

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Everything Is Illuminated oder: ...und überall strahlts.


Basierend auf dem bekannten Roman Everything is Illuminated machte sich Schauspieler Liev Schreiber drauf und dran, dieses als schwierig oder gar unverfilmbare Buch auf die Leinwand zu bringen. Schreiber, den man bisher als Akteur in Filmen wie der Scream-Reihe oder The Manchurian Candidate kannte, kombinierte den schwierigen Roman mit Erlebnissen der eigenen Familie und brachte so in seinem Regie-Debüt ein etwas anderes Road-Movie zustande, das zwar an den Kinokassen hinter den Erwartungen zurückblieb, aber Kritiker aller Art zu Lobhymnen hinreissen liess.

Everything is Illuminated ist eigentlich ein Film in zwei Teilen. Während man anfänglich über den Clash der Kulturen staunt, sich ab den Verständigungsproblemen amüsiert (ja, der Film wird zum grossen Teil auf Russisch gesprochen) und die skurrilen Figuren versucht einzuordnen, macht die Geschichte gegen Ende den Schritt weg vom lustigen und unterhaltsamen Film über eine zusammen gewürfelte Reisegemeinschaft bis hin zum ernsten und leisen Drama. Denn was auf den ersten Blick so schön und witzig daherkommt, entpuppt sich als durchaus ernste, traurige und vor allem melancholische Reise in ein Niemandsland, dessen Geschichte und Ereignisse noch immer Einfluss auf junge Menschen hat.

Für die Hauptrolle konnte Elijah Wood, der nach seinen immensen Erfolgen mit der Lord of the Rings-Trilogie nun seinen Platz im Filmgeschäft sucht und in solch kleinen Produktionen hervorragend aufgehoben ist. Seine Figur macht den Schritt vom Touristen zum akzeptierten Mitglied recht beeindruckend und "Frodo" zeigt, dass er mehr kann, als nur traurig in die Kamera zu gucken. Das macht er zwar hier auch, bekommt aber auch Gelegenheit, andere Impressionen via Mimik darzustellen. Eugene Hutz als Übersetzer, Begleiter und Plauderi ist für den amüsanten Part des Filmes zuständig. Aber auch seine Figur wird schlussendlich mit Ereignissen konfrontiert, die ihn etwas genauer über sein eigenes Leben und das seiner Familie nachdenken lassen.

Fazit: Everything is Illuminated ist ruhig (teilweise wird minutenlang nicht gesprochen), melancholisch und besticht durch herrliche Aufnahmen eines hierzulande fast gänzlich unbekannten Landes, das viele schöne, aber auch grausame Facetten zeigt. Sehr schöne Bilder (Sonnenblumenfeld) lösen sich mit traurigen Momenten ab und zwischendurch gibt's immer wieder was zum schmunzeln. Das mag nicht für jedermann ein Anreiz sein, diesen Film zu schauen, aber empfehlen darf man ihn ungeniert auch denjenigen, die einfach mal ein bisschen weg kommen wollen, von Schiessereien, Verfolgungsjagden und lauten Explosionen.

Unveröffentlichte Szenen des Films sind auf der DVD enthalten. Unter anderem ein alternativer Anfang (blöd) und ein ebensolches Ende (naja). Dazwischen gibt es kurze Sequenzen, die allein gesehen, keinen Sinn machen, aber teilweise im Film auch gut aufgehoben gewesen wären. Dazu gibt es den originalen Trailer zu Everything is Illuminated. Das wars. Ton und Bild sind gewohnt gut und machen höchstens bei den russisch gesprochenen Dialogen etwas Mühe, da dort die Untertitel zwingend nötig sind und man zügig lesen muss.

» Die komplette DVD-Kritik lesen

muri's Wertung: 4.5 Sterne

für diejenige, denen das buch zu vielschichtig-geschichtlich und kompliziert war (mich inklusive), kann ich diese verfilmung wärmstens empfehlen. viel ballast, das die literarische vorlage beim lesen erschwert haben, fiel hier einfach weg. sozusagen ein best-of-everything-is-illuminated! mit anfänglich viel witz und humor, geht dieses road-movie am ende einer traurigen vergangenheit entgegen. wundervolle landschaften, kauzige gesellen und die suche nach den eigenen wurzeln hinterlassen ihre spuren beim publikum.

[Editiert von lafrecciablu am 2006-05-25 21:59:14]

lafrecciablu's Wertung: 5.0 Sterne

Sehr schöne Musik.

Lotus' Wertung: 4.0 Sterne


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