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Once in a Lifetime oder: Die Geschichte der New York Cosmos


Eins hört man von den Interviewten in der Sportdokumentation Once in a Lifetime immer wieder: "Wir waren der Zeit voraus." Recht haben sie. Was heute Real Madrid, der FC Barcelona und Chelsea sind, war Cosmos New York damals schon. Eine Sportequipe, die aus marktwirtschaftlichen Überlegungen mit Stars gespickt war. Das Team, bei dem während einer Saison der grosse Pelé mit dem Kaiser Franz zusammengespielt hat. Jeder Fussballfan, der etwas auf sich hält, kennt die legendäre Equipe aus dem Big Apple. Und sei es nur, weil er es als schlimmsten Vertreter einer Operettenliga beschimpft, bei der Fussballprofis kurz vor der Pensionierung noch mal richtig einkassieren konnten.

In den USA kann man sich dieser Popularität nicht so sicher sein. Und da Once in a Lifetime für die Amerikaner konzipiert wurde, muss deshalb zuerst mal die Schönheit des Spieles erklärt werden. Nicht indem man bei Abseits und Elfmeter beginnt, die Amerikaner stellten zur Verhinderung des unbeliebten Unentschieden sowieso eigene Regeln auf. Das geht auch emotionaler. Maradonas Dribblings in Zeitlupe aus dem Filmarchiv der FIFA mit "Nessun dorma" unterlegt, freuen auch den schon angeknabberten Fan.

Überhaupt ist die Musikauswahl besonders erwähnenswert. Keine Mühen wurden gescheut, um die passendsten Tunes für den Nostalgietrip in die wilden Siebziger zu ergattern. Die Bildsprache unterteilt die Leinwand oft in mehrere Einzelbilder, wie man das bei der Jo Siffert-Doku auch bewundern konnte. Sogar die Schriften sind im Retrostyle gehalten. Und der Sprecher ist kein geringerer als Matt Dillon. Cool wie ein Pool.

Alle wichtigen Spieler und die damaligen Manager sprechen in die Kamera ausser Pelé, der offiziell wegen eines anderen Filmprojekts absagte. Ob er nicht doch eher zuviel Geld verlangte, lässt ein Kassenklingeln, das sein Bild im Abspann begleitet, zumindest vermuten. Die Rolle des Bad Guys im Film hat Giorgio Chinaglia inne. Der italienische Stürmer übernahm das Team als der Boom vorbei war und die widersprüchlichen Aussagen aller Beteiligten sorgen für einigen Witz, wenn der Film in der zweiten Hälfte zum Wirtschaftskrimi wird.

Aufs Happy End muss man aber auch bei diesem Sportfilm nicht verzichten. Nicht zuletzt dank den Cosmos hat auch der Soccer eine Relevanz im US-Sport von heute. Die Jugend kickt heute "nationwide". Und einige der Cracks aus der aktuellen US-Nati, die sich seit 1990 für jede WM qualifizieren konnte, sieht man auch im Film. Als Balljungen neben den Stars auf den Fotos von damals. Ein weisser Fleck sind die USA auf der Weltkarte des 11 gegen 11 heute nicht mehr. Diese grossartige Doku wird vielleicht für noch mehr Fussballfans sorgen.

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rm's Wertung: 5.5 Sterne


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