Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays

Beitrag The Brothers Grimm

» Zum letzten Beitrag springen

The Brothers Grimm oder: Ghostbusters, historisch belegt?


Terry Gilliam ist von Hollywood nicht verwöhnt. Nicht nur, dass er gerne Budgets überzieht, nein, er bleibt auch hartnäckig seinen Visionen treu. Das sieht man in der Industrie nicht unbedingt gerne. Auch Brothers Grimm ist ein typischer Gilliam. In seinem gesamten Design und der schrägen Geschichte - und mit einem grossen Potential was die Besetzungsliste betrifft. Hier ganz besonders publikumsträchtig mit Matt Damon und Heath Ledger, jedoch konträr besetzt zu ihrem bisherigen Schaffen. Gerade Ledger, der sonst als Beau die Frauen, Verzeihung, die Mädchen bezirzt, weiss als unsicherer Jacob Grimm zu gefallen. Einfach überirdisch ist allerdings Peter Stormare als italienischer Folterkönig. Diese herrlich überspitzte Darstellung wäre eine Oscarnomination ohne Wenn und Aber wert gewesen.

Was mir an der Geschichte ganz besonders gefallen hat, sind die vielen, oft arg verdrehten und doch wieder sofort ins Auge fallenden Hinweise auf Grimmsche Märchen. Und natürlich die Eingangsidee, dass die Gebrüder Grimm nichts anderes als Betrüger sind, die nicht existierenden Geistern den Garaus für gutes Geld machen. Eine wunderbare Idee, die im Heimatort der Grimms wohl eher auf wenig Gegenliebe stossen wird. Es wäre in der Innerschweiz wohl ähnlich, wenn die Amis unseren Tell Willi als betrügerischen Scharfschützen, der unschuldigen Kindern falsche Äpfel vom Haupte armbrustet, forcieren würden (was mir freilich extrem gut gefallen würde)!

Brothers Grimm sieht einfach auch gut aus. Die Setpieces sind köstlich (unecht) und dass so einige der Effekte wirklich nicht besonders gut aussehen, verzeiht man einem so sympathischen Film und seinem Filmemacher sowieso. Gerade wenn der Film so gut zu unterhalten weiss, sieht man den ein oder anderen unflätig schlechten CGI-Charakter mit einer gewissen Vernachlässigung.

Fazit: Spassiges Antimärchen mit herrlichen Anspielungen und flott agierenden Darstellern!

Die DVD: Terry Gilliam ist ein enfant terrible in Hollywood. In einigen seiner Kommentare auf der DVD gibt er das zum Besten, manchmal wird es einem fast zuviel (vor allem wenn es in geballter Ladung wie bei den Deleted Scenes auf einen einstürzt). Diese geschnittenen Szenen bieten hie und da einen guten Einblick wie komplett Gilliams Visionen manchmal sind. Oft eben auch zu weit gehend. Ich denke man hat ein gutes Mass gefunden mit dem endgültigen Film, noch mehr hätte wohl doch allzu sehr am Tempo gezerrt. Das Making of ist zwar über Hollywood-PR-Standard, aber wenn man ein bisschen von den Umständen um diese Produktion herum vernommen hat, kommt das Ganze dann doch zu zahm daher. Das Bild weiss nicht in allen Belangen voll zu überzeugen. Es gibt eine kleine Schwäche vor allem in der Bildschärfe, manchmal sind die Konturen leicht verwischt. Schön kommen die gräulichen Brauntöne rüber, in die Gilliam seine Bilder tüncht.

» Die komplette DVD-Kritik lesen

pb's Wertung: 4 Sterne

Auch nach dem Genuss der DVD noch lesenswert:

» http://outnow.ch/specials/2005/BrothersGrimm/

rm's Wertung: 4.0 Sterne

Der Film ist zwar typisch Terry Gillam, aber mir hat er nicht gefallen, diesmal hat's der Regisseur übertrieben. Man hätte so viel, mit weniger, aus diesem Thema machen können.

psg's Wertung: 2.0 Sterne

Zitat henker (2007-04-28 10:47:50)

Der Film ist zwar typisch Terry Gillam, aber mir hat er nicht gefallen, diesmal hat's der Regisseur übertrieben. Man hätte so viel, mit weniger, aus diesem Thema machen können.

man liebt gilliam oder man hasst ihn...

pb's Wertung: 4.0 Sterne

Zitat pb (2007-04-28 23:39:17)
Zitat henker (2007-04-28 10:47:50)

Der Film ist zwar typisch Terry Gillam, aber mir hat er nicht gefallen, diesmal hat's der Regisseur übertrieben. Man hätte so viel, mit weniger, aus diesem Thema machen können.

man liebt gilliam oder man hasst ihn...


Naja, 12 Monkeys hat mir beispielsweise viel besser gefallen.

psg's Wertung: 2.0 Sterne

Gute Bilder, gute Kamera und tolle Ausstattung - aber das Drehbuch ist leider Mist! Dabei hat die Story recht gut angefangen: Die Gebrüder Grimm, zwei clevere, fantasievolle Typen, die das abergläubige Volk bescheissen. Doch die Story ist viel zu konfus, langweilt mehrmals und die Anspielungen auf die Grimm-Märchen sind zu flach. Schade für Gilliams Mühe, 2,5 Sterne von mir (bei der Bewertung knapp abgerundet auf 2), dafür gabs ein starkes Auftreten von Jonathan Pryce.

[Editiert von First It Giveth am 2008-01-02 01:47:46]

First It Giveth's Wertung: 2.0 Sterne


Beiträge suchen

Aktive Beiträge