Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays

Beitrag Elizabethtown

» Zum letzten Beitrag springen

Elizabethtown oder: I'm hard to remember, but I'm impossible to forget.


Elizabethtown war im Kinojahr 2005 einer der wenigen Filme, die ich gerne gleich noch mal gucken gehen wollte. Auf DVD gab's dann aber trotzdem einige Momente des schnellen Vorspulens. Vor allem diese Familienaufläufe mit den pausbäckigen Matronen und den dickbäuchigen Patriarchen sind halt wirklich ein bisschen zuviel des Amerikanischen und Susan Sarandon ist als ausgeflippte Witwe nicht wirklich lustig.

Was die Ähnlichkeit zu Garden State betrifft, auch da kann ich nun endlich mitreden, ist diese wohl nur oberflächlich. In beiden Filme wird ein Selbstmordgefährdeter durch die Begegnung mit einer wunderbaren Frau gerettet, nachdem er sich wegen des Todes eines nahen Verwandten auf Reisen begab. Aber damit hat es sich dann auch. Wo Garden State eine "kaputte" Familie als Ursache der Depression sieht, bekommt die Hauptfigur in Elizabethtown nicht zuletzt wegen seiner familiären Wurzeln seine Lebensfreude zurück.

In dieser Hinsicht ist der Film halt einfach märchenhaft schön. Ein filmisches Denkmal für traumhafte Flight Attendants, ewig dauernde Telefongespräche und die Musik als Lebenselixier. Leute die sagen, man hätte die Rollen von Kirsten Dunst und Jessica Biel genau umgekehrt besetzten sollen, bekommen von mir null Unterstützung. Orlando Bloom verleiht mit seiner ewigen Verdattertheit der Rolle so wenig Kontur, dass es dem Zuschauer immer möglich ist, sich gedanklich an seine Stelle zu beamen. Und es hat ein paar extrem gute Lacher im Film. "Rusty learns to Listen" ist im wahrsten Sinn des Wortes eine Bombe. Leider gibt's dieses Video nicht wirklich. Und Alec Baldwin scheint seit The Cooler auf diese Rollen als schleimige Bosse abonniert zu sein. (Siehe auch Fun with Dick and Jane). Aber der macht das auch wirklich gut.

Im Gegensatz zu den früheren Filmen von Cameron Crowe hat es auf dieser DVD keinen Audiokommentar. Da spielte wohl der finanzielle Flop, zu dem der Film in den USA leider wurde, eine Rolle bei der Entscheidung. Gerne hätte man den Regisseur selber gehört, wenn er Stellung bezogen hätte zur ursprünglichen Fassung des Films. Der Schuh hätte am Ende einer früheren Fassung sogar mal doch noch ein Erfolg werden sollen. Es soll auch ein sehr persönlicher Film für Crowe sein. Stattdessen müssen wir nun vorlieb nehmen mit ein paar Featurettes, die aber einen Blick wert sind. Natürlich gibts "Rusty's Learning to Listen Part 8" in voller Länge und "Hanging with Russell in Memphis" ist ein wirklicher Bartender, den Drew auf seinem Road Trip trifft. Noch zwei Trailer und eine Fotogalerie, und das wärs dann auch schon.

» Die komplette DVD-Kritik lesen

rm's Wertung: 5 Sterne

Der Film hat tatsächlich ein paar Längen, aber abgesehen davon darf man wohl behaupten: Einmal mehr ein toller Crowe-Streifen. Jede Figur ist sorgfältig und treffend besetzt; lebensnahe Dialoge; witzige Subplots und natürlich wieder ein sensationeller Soundtrack!
Und noch was: Der Film gewinnt beim zweiten Mal Anschauen noch an Qualität und Tiefe.

rainbow06's Wertung: 6.0 Sterne


Beiträge suchen

Aktive Beiträge