Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Broken Flowers
Broken Flowers oder: Beziehungsbesuche! Ich gestehe: Jim Jarmusch gehört nicht zu meinen cineastischen Favoriten, obwohl ich seine oft absurden Charaktere mag. Broken Flowers strotzt nur so vor kaputten Typen und wunderlichen Gestalten, also hat der Film schon mal ein Stein im Brett. Die völlig normale Welt eben, so wie man sie mag - oder hasst. Wenn Don in seiner gähnenden Langeweile seine abenteuerliche Reise unternimmt, wahrscheinlich das temporeichste Geschehnis in seinen vergangenen 10 Jahren, dann fühlt man sich fast an ereignislose Verwandschaftsbesuche und spannungslose Osterausflüge erinnert. Na ja, mal ehrlich, erloschene Flammen besucht unser einer ja eher selten. Doch die Gefahr alleine, dass ein bisher unbekannter Blutsverwandter vor seiner Haustür steht, lässt Don doch einiges an Kräften freimachen, so gut es eben geht. Die vier Frauen, die man dabei genauer kennenlernt, zeichnen ein hübsches Bild unterschiedlichster Lebensgeschichten mit der Schnittmenge Don Johnston. Broken Flowers ist lustig. Kein doofer Schenkelklopfer, einfach köstlich und sinnig, witzig. Dass der Film neben den bunten Charakteren auch von deren Umsetzung, also den Schauspielern, lebt, versteht sich von selbst. Und da hatte Jim Jarmusch schon oft ein gutes Händchen bewiesen. Das gelingt auch hier wieder vorzüglich. Ein Blick alleine auf die Besetzungsliste genügt beinahe, doch das Spiel selbiger ist wirklich umwerfend. Sicher, Bill Murray mag man oder man mag ihn nicht, aber niemand spielt den gleichgültigen Langweiler so innig wie er. Broken Flowers ist mein persönlicher Jarmusch-Favorit seit Down by Law und das fetzigste Roadmovie seit die Langsamkeit wieder eingeführt wurde. Alles rosa? Die DVD: Leider bietet diese Edition nur wenig spezielles in Sachen Zusatzmaterial. Die Outtakes sind im Featurette "Start to Finish" witziger als im titelgebenden Extra, das die beiden nervigen Bus-Teenies noch etwas ausführlicher zeigt (kennen wir diese gackernden Girls nicht aus vielen Trams, Zügen und Kinos?). Das Farm-Featurette wiederum zeigt weniger als es durch eine (gefakte?) Tonbandaufnahme mit dem Regisseur erklärt - hier sind einige interessante Einblicke zu finden. Des Filmemachers Sinn für visuelles Erzählen kommt bei Broken Flowers wunderbar rüber, auch auf DVD. Weniger effektiv ist die Tonspur, aber die vielen Dialoge klingen sauber und klar (okay, Winstons nervige Äthiopien-CD geht einem bald mal auf die Nerven, aber das war wohl auch so beabsichtigt). |
Zitat pb (2006-04-09 20:54:00)
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man guckt auch keine filme nach 52 stunden outnow programmierungen! |


